Ein Glück für die Eselohren, dass sie gestern Vormittag in die Gruft, respektive den Narrenkeller, hinabsteigen konnten, denn als Vampire muss ihnen der strahlende Sonnenschein nicht ganz geheuer gewesen sein. Begleitet von den Herdwanger Hedos, die sich sogar an den Prince-Klassiker "Purple Rain" wagten, verbündeten sich die Hästräger der Gemeinde einmal mehr, um den Bürgermeister samt Verwaltung zu entmachten.

Vom Narrenmarsch über "Westerland" bis "Purple Rain" ließen es die Hedos musikalisch krachen.
Vom Narrenmarsch über "Westerland" bis "Purple Rain" ließen es die Hedos musikalisch krachen. | Bild: Kirsten Johanson

Für die Eselohren Hubert Baur und Rainer Neidhart war es der letzte Rathaussturm als Narrenpräsidenten, denn sie haben ihre Ämter jüngst an die Brüder Maurice und Pascal Amann übergeben. Baur beklagte die schlechte Wirtschaftskonjunktur in der Gemeinde, wobei damit die Wirtschaften "zum sitze und saufe" gemeint waren. Weil die Eselohren dieses Jahr als Draculas ihr Unwesen treiben, wurde dem Gemeindeoberhaupt Blut abgezapft und vor Ort in kleine Fläschchen abgefüllt, deren Inhalt sich als Pflaumenlikör entpuppte.

Konrad Jäger, Ex-Präsident der Eselohren, als Graf Dracula.
Konrad Jäger, Ex-Präsident der Eselohren, als Graf Dracula. | Bild: Kirsten Johanson

In seinem Beitrag sprach Baur auch die Hundekotstationen an, die in der Gemeinde aufgestellt werden sollen: "Und mir Vereine solled die au nu sauber mache, do vogoht mir des lache!" Eine Extra-Einlage zum gleichen Thema steuerte Horst Herrmann bei. Zum Ausgleich für den Stress mit "Bello" schenkte er dem Bürgermeister eine Packung "Raffaello".

Hubert Herrmann von den Dreizipfelrittern las dem Bürgermeister im Narrenkeller die Leviten.
Hubert Herrmann von den Dreizipfelrittern las dem Bürgermeister im Narrenkeller die Leviten. | Bild: Kirsten Johanson/PR Kolvidsson

Für die Dreizipfelritter stand Hubert Herrmann in der Bütt. Auch er wolle "seinen Senf" dazu geben, so der närrische Abgesandte aus Großschönach. Er ließ den Schultes wissen, dass der Winterdienst ausgerechnet beim Kerkerball für ein Trauerspiel gesorgt habe und im Bereich der Ramsberghalle den Schnee ignorierte.

Gabi Möhrle, Bruni Haiß und Birgit Zentner (von links nach rechts) von den Berggeistern aus Aftholderberg sangen eine Lobeshymne auf "Ralphi".
Gabi Möhrle, Bruni Haiß und Birgit Zentner (von links nach rechts) von den Berggeistern aus Aftholderberg sangen eine Lobeshymne auf "Ralphi". | Bild: Kirsten Johanson

Barbara Pudimat, Gabi Möhrle, Brunhilde Haiß, Birgit Zentner und Maria Hetzel von den Berggeistern bewarben sich musikalisch um eine Stelle auf dem Rathaus und bezirzten "Ralphi" nach allen Regeln der Sangeskunst. Der Frauenchor frohlockte in den höchsten Tönen. Böse Zungen aus den Zuschauerreihen sahen gar der Tatbestand des Schleimens erfüllt, was angesichts von Textzeilen wie "Oh Baby, lass uns dein Geheimdienst sein!" oder "Du bist der Chef von dem wir träumen" nicht ganz von der Hand zu weisen war.

Sie halten sich an die Datenschutz-Grundverordnung und sind inkognito unterwegs: die Damen von der Verwaltung mitsamt Bürgermeister Ralph Gerster (ganz rechts).
Sie halten sich an die Datenschutz-Grundverordnung und sind inkognito unterwegs: die Damen von der Verwaltung mitsamt Bürgermeister Ralph Gerster (ganz rechts). | Bild: Kirsten Johanson

"Ralphi" und das Rathaus-Team waren mit Brillen ausgestattet, die den schwarzen Balken nachempfunden waren, die in Zeitungen der Unkenntlichmachung der abgebildeten Personen dienen. "Früher galt ein einfach 'Nein', dann kam man nicht ins Amtsblatt rein", reimte Gerster, der sich schließlich der geballten Narren-Power aus Aftholderberg, Herdwangen und Großschönach geschlagen gab. Doch bevor er den Rathausschlüssel rausrückte, mussten die Narrenpräsidenten eine Datenschutzerklärung unterschreiben.

Benedikt Braun (links) und Jochen Bussmann sind wieder als Narreneltern-Paar unterwegs.
Benedikt Braun (links) und Jochen Bussmann sind wieder als Narreneltern-Paar unterwegs. | Bild: Kirsten Johanson