Sauerkraut kräftig stampfen, Hemd und Hose auf dem Waschbrett schrubben, die Sahne mit dem Handmixer ganz ohne Strom zu Butter schlagen und das Obst mit viel Muskelkraft durch die Presse drehen, um frischen Saft trinken zu können – das "bisschen Haushalt" war in vergangenen Zeiten ein echter Kraftakt. Davon überzeugten sich gestern die Besucher beim Bergfest in Aftholderberg, denn der Narrenverein Berggeister präsentierte historische Küchen- und Handwerksgeräte im Einsatz. Trotz der Hitze, verfolgten zahlreiche Gäste die spannenden Vorführungen und genossen die gute Musik der Musikkapelle Sentenhart und später des Sterntaler Duos. "Ich bin platt, wie viele Leute sich für unser Programm interessieren. Hier steppt immer der Bär, egal, wie das Wetter ist", freute sich Narrenpräsidentin Barbara Pudiumat über den regen Zulauf auf dem idyllischen Festgelände rund um das Gasthaus "Frieden" und in der Hauptstraße.

Markus Steidle, Jochen Haas, Ursula und Otto Haiß kommen gestern ganz schön ins Schwitzen bei der Arbeit am "Büschelebock". Das historische Gerät diente vor Jahrzehnten dazu, die Buschen aus getrocknetem Reisig zu bündeln. "Früher hatten wir den ganzen Schopf voller Buschen", erinnert sich Annemarie Weber beim Zuschauen an die Zeiten, in denen das Haus noch nicht mit Zentralheizung gewärmt wurde. Bei vielen Gästen kommen Kindheitserinnerungen hoch, als Irmgard Möhrle am Herd den Teig für die köstlichen Strauben, auch Schrauben genannt, rührt. Aus dem Jahr 1922 stammt das Kochbuch ihrer Mutter, das sie beim Bergfest zur Hand nimmt, um das süße Backwerk zu zaubern.

Gleich nebenan zeigen Katja Mattes und Roswitha Schweikart, mit wie viel Schmackes die Sahne mit einem Mixer ohne Strom geschlagen werden muss, bis sie zur Butter wird. Am Ende wird das Ganze in wunderschöne Holzformen mit Ornamenten gefüllt und so entstehen herrlich anzuschauende Butterstücke.

Staunend betrachten die Besucher das gute, alte Waschbrett von Ursula Haiß, die Wippdrehbank, an der Tillmann Greiner aus Biberach unter anderem Setzhölzer drechselt, die historische Mostpresse aus Ostrach, aus der Markus Dittmer und Jan Pudimat köstlichen Apfelsaft für die Kinder herauspressen, und die rund 100 Jahre alte Honigschleuder, die Imker Rainer Klumpp präsentiert. Auch historische Traktoren sind auf dem Festplatz zu sehen. Und bei Seiler Karl Stehle aus Frickingen-Altheim stehen die kleinen Besucher Schlange, um mit ihm gemeinsam ein Seil zu drehen. Wer nicht schon den knusprigen Braten verzehrt hat, hält sich am Schmalzbrot in der mit Handkaffeemühle, Schmalztöpfen, historischem Geschirr sowie großen gusseisernen Töpfen und Pfannen ausgestatteten Küche von Peter und Elisabeth Reisch sowie Uschi und Peter Fiederer schadlos – einfach köstlich, dieses Bergfest!

Am Samstag bei der Eröffnung waren die leckeren Geisterburger der Renner. Mit fünf Schlägen hatte Bürgermeister Ralph Gerster den Fassanstich bewältigt. Unter den Klängen des Fanfarenzugs unter der neuen musikalischen Leitung von Peter Reichle feierten die Gäste in die stimmungsvolle, warme Sommernacht hinein. "An Tagen wie diesen, wünscht man sich Unendlichkeit"... die Band "Street Fun 4" brachte das Publikum zum Mitsingen und zu den heißen Beats von DJ Tomek wurde in der Scheune abgetanzt.

Wer das Fest verpasst hat, bekommt heute beim Feierabendhock noch eine Chance. Mit Musik und knusprigen Schweinshaxen wird ein schöner Schlusspunkt gesetzt.

Heute ist Feierabendhock

Das dreitägige Bergfest des Narrenvereins Berggeister rund um das Gasthaus Frieden in Aftholderberg klingt heute mit dem Feierabendhock aus. Folgendes Programm ist für den Montagabend vorgesehen:

  • 16.45 Uhr: Feierabendhock mit Musik von den Hohenfelser Musikanten
  • 19 Uhr: Musikalischer Ausklang und Unterhaltung mit der Tanzkapelle Tamubrin
  • Schweinshaxen vom Grill