Herdwangen-Schönach – Stramme Ringer in schicker Herrenwäsche, coole Showtänzerinnen in Brautkleidern von heute und früher – die Berggeister setzen beim diesjährigen Bergfest auf modische Akzente. Von Samstag, 24.¦August, bis Montag, 26.¦August, findet das schöne Fest rund um das Gasthaus Frieden in Aftholderberg statt.

Jedes Jahr lassen sich die Narren für den Sonntagnachmittag besondere Präsentationen einfallen. Von „Wie die Hausfrau früher schaffte“ bis hin zu „Zeigt her Eure Hobbys“ reichten die Mottos in den vergangenen Jahren. Das Thema „Mode“ ist nicht mehr ganz neu: Bereits im Jahr 2014 hatten die Berggeister das Publikum mit einer Modenschau begeistert. Dieses Mal soll die coole Laufsteg-Show aber noch getoppt werden. Zum einen haben Geister-Chefin Barbara Pudimat und ihr Vize Markus Dittmer die muskulösen Ringer des KSV Linzgau-Taisersdorf als Models gebucht. Sie präsentieren Herrenwäsche von Ceceba – sicherlich echte Hingucker! Zum anderen wird auch der Showtanzverein Sauldorf mit seinen Hop-A-Holix den Laufsteg rocken: Die Mädels präsentieren eine modische Zeitreise durch die vergangenen Jahrzehnte. „Die Fummel von früher, die haben was“, schmunzelt Markus Dittmer, Kopf der Organisatoren des Bergfests. Schon seit dem Frühjahr sind die Berggeister mit Feuereifer dabei, die Kleidungsstücke aufzutreiben, zu sammeln und vorzubreiten. Silvia Lorch und Annette Schatz kümmern sich federführend um diese Aufgaben. Vom Kleid aus den 1920-er Jahren im Charleston-Stil über das brave Kostüm aus den 1950-er Jahren bis hin zu Klamotten im Hip-Hop-Style der 80-er und 90-er Jahre führt die modische Zeitreise. Dabei gibt es einiges zu lernen über die Trends der vergangenen Jahrzehnte. „Ganz in Weiß“ hieß es etwa nicht immer beim Heiraten, wie Markus Dittmer verrät. „Brautmode ist einer unserer Schwerpunkte“, erläutert er.

Und natürlich endet die Zeitreise in der modischen Gegenwart. Als Partner für die Präsentation der neuesten Trends konnten die Berggeister Marco das Team von Marco Moden aus Pfullendorf gewinnen. „Die Models zeigen, was gerade angesagt ist in Sachen Mode“, verraten Barbara Pudimat und Markus Dittmer. Damit die Modenschau so richtig Spaß macht, gibt es viel Musik für den Laufsteg, wie Boogie Woogie, Schlager und Rock ‚n’ Roll. Zwei erfahrene Conférenciers werden ihr ganzes modisches Wissen bei der Moderation der Schau einbringen: Tobias Zeh und Markus Dittmer sorgen für witzige Ansagen.

Traditionell beginnt das Bergfest am Samstagabend um 18¦Uhr mit dem Fassanstich auf dem Festplatz. Dazu spielt der Fanfarenzug Großstadelhofen auf, der nicht nur in der Fasnet beim Narrenverein Berggeister für musikalische Begleitung sorgt. Die Musiker stehen dabei auf der neuen Bergfest-Bühne. „Die alte Bühne war rund 25 Jahre alt, deshalb haben wir sie ersetzt“, erläutert Markus Dittmer, der sich über das tolle Engagement „seiner“ Berggeister freut. Für den Bau der Bühne haben einige von ihnen kräftig in die Hände gespuckt und in Eigenregie das neue Bauwerk erstellt. Auf dem Festplatz darf dann bis tief in die Nacht gefeiert werden. Zuerst spielt die Ravensband für die Gäste auf. Die Band erweitert jährlich ihr Repertoire und spielt in verschiedenen Besetzungen alle Stilrichtungen, wie zum Beispiel Swing, Jazz, Rock, Blues und Oldies. Sie hat ein junges Nachwuchstalent dabei: Sängerin Nosa Sode aus Bad Waldsee singt bekannte Klassiker und Pop-Stücke der Extraklasse. Ab 22 Uhr legt DJ Fryser für die Zuhörer auf. Mit guter Musik für jeden Geschmack will er die Stimmung zum Kochen bringen. Eintritt für Jugendliche nur mit Party-Pass.

Mit einer ökumenischen Wort-Gottes-Feier in der Scheune am Festplatz startet der Bergfest-Sonntag um 9.30¦Uhr. Dieter Lallathin und Petra Utz halten diese Feier gemeinsam; der Musikverein Altheim sorgt für musikalische Umrahmung. Die Musiker spielen anschließend auch zum Frühschoppen auf. Nach dem reichhaltigen Mittagstisch steht ab 13.30¦Uhr der Nachmittag ganz im Zeichen der Modenschau. Für die kleinen Bergfestbesucher bieten die Narren wieder ein Kinderprogramm an. Der Spätnachmittag gehört dann den Tanzfreudigen. Bis in den Abend hinein spielt das Sterntaler Duo für sie schöne Melodien.

Mit einem Feierabendhock ab 17¦Uhr klingt das Bergfest dann am Montag aus. Die beliebten „Original Stehgreifler“ spielen, bevor abschließend die Tanzkapelle Tamburin das musikalische Zepter übernimmt. Dazu gibt es wieder die bei den Gästen geschätzten Haxen vom Grill. „Wir hoffen auf schönes Festwetter“, sind Barbara Pudimat und Markus Dittmer gespannt. Ob Regen oder Sonnenschein – die Berggeister feiern mit ihren Gästen bekanntlich bei jedem Wetter.

Gute Musik und spannende Vorführungen

<p>Beim Thema „Ehrenamt“ konnten die zahlreichen Interessierten das Zusammenspiel von DRK und Feuerwehr bei der Personenbergung hautnah mitverfolgen. <em>Bild: Robert Reschke</em></p>

Beim Thema „Ehrenamt“ konnten die zahlreichen Interessierten das Zusammenspiel von DRK und Feuerwehr bei der Personenbergung hautnah mitverfolgen. Bild: Robert Reschke

Herdwangen-Schönach – Seit 45 Jahren wird das beliebte Bergfest gefeiert. Angefangen hat alles im Jahr 1974, als der damalige Vorsitzende des Narrenvereins Berggeister, Ernst Weber, und seine Mitstreiter beschlossen, künftig ein Fest zu veranstalten. Zwei Jahr zuvor war die Maskengruppe der Berggeister gegründet worden. Auf der Suche nach einem geeigneten Festplatz wurden die Narren in Tautenbronn fündig. Dort stand das ehemalige Gasthaus Tannenburg. Prompt wurde der Tanzplatz aufpoliert und das erste Bergfest konnte starten. Am Samstagabend spielte die Kapelle Schmid aus Röhrenbach. Am Sonntagnachmittag war es das heutige Ehrenmitglied Otto Haiß mit seiner Kapelle Enzian, die für die Besucher aufspielten.

Deshalb durfte der Narrenverein Berggeister im Jahr 2014 gleich doppelt feiern: Zum einen das 40-jährige Gemeindejubiläum von Herdwangen-Schönach, zum anderen den 40. Geburtstag des beliebten Bergfests. Und obwohl es an jenem letzten Wochenende im August wie aus Kübeln regnete, feierten der ganze Ort und viele Besucher von außerhalb dieses besondere Fest begeistert mit. Höhepunkt war der große Jubiläumsumzug, bei dem historische Traktoren und imposante Pferdegespanne mit Pflügen, Eggen und Mähmaschinen durch die verregneten Straßen zogen. Mit welchen Geräten in der Landwirtschaft einst und heute gearbeitet wurde, das zeigten die Umzugsteilnehmer mit viel Liebe zum Detail. Nicht nur der Narrenverein, sondern auch Gymnastikdamen, Eulogiusreiter und kleine Blütenkinder von der Kindergärten aus Aftholderberg und Lautenbach gestalteten den schönen Umzug mit, an den man sich sicher noch lange erinnern wird. „Die Teilnehmer haben viel Zeit investiert. Aber das machen wir gerne, da steckt viel Herzblut drin“, brachte es Markus Dittmer, Vize-Chef der Berggeister, damals auf den Punkt.

Nach seinen Anfängen in Tautenbronn zog das Bergfest bereits im zweiten Jahr seines Bestehens nach Aftholderberg. Auf dem Sportplatz wurde fortan ein großes Zelt aufgestellt und darin ordentlich gefeiert. Im Jahr 1977 begannen die inzwischen zur festen Tradition gewordenen Vorführungen beim Bergfest. Vieles haben sich die kreativen Berggeister seither einfallen lassen. Von der Kartoffelernte über Oldtimer bis hin zum Wald reichte die Bandbreite der Themen, zu denen sich die Narren einiges einfallen ließen. Ob „Zeigt her Eure Hobby“ oder „Wie die Hausfrau früher schaffte“ – immer schafften es die Berggeister, vielfältige und interessante Themen liebevoll ausgestaltet beim Fest zu präsentieren.

Bis 1988 fand das Bergfest auf dem Sportplatz statt. Um dem Fest neuen Schwung zu geben, suchten Ehrenpräsident Peter Reich und seine Elferräte aber nach Veränderung. Frieden-Wirt Josef König wurde ins Boot geholt, seine Scheune und der Platz rund um das Gasthaus sollten fortan die neue Heimat des Bergfests werden. Untrennbar ist die Familie König seither mit dem Bergfest verbunden. Jedes Jahr stellen Elsa König und ihre Söhne den Festbesuchern den Platz zur Verfügung und packen auch kräftig mit an bei der traditionellen Aftholderberger Veranstaltung.

Neben den Vorführungen am Sonntagnachmittag steht beim Bergfest die Musik im Vordergrund. Der Fanfarenzug Großstadelhofen ist nicht nur in der Fasnet Begleiter der Berggeister, sondern spielt auch zum Fassanstich am Samstagabend auf. Lange Jahre war Otto Haiß ein weiterer fester, musikalischer Bestandteil – zunächst mit seiner Kapelle Enzian, dann mit den Linzgau Musikanten und später auch als Linzgau Duo. Jedes Jahr spielte er zum Tanz auf. Ab 1988 gab es ein besonderes Highlight beim Bergfest, das viele weitere Besucher nach Aftholderberg zog: den Auftritt der beliebten Bregenzwälder Dorfmusikanten. Diese hatten im Jahr zuvor mit ihrem Lied „Zauber der Berge“ den dritten Platz beim Grand Prix der Volksmusik belegt – und standen nun auf der Bühne in Aftholderberg. Bis 2009 begeisterten die Vollblutmusiker die Besucher beim Bergfest.

Am Wochenende ist die musikalische Bandbreite groß: Vom Sterntaler Duo über die Original Stehgreifler und den Musikverein Altheim über die Ravensband und die Tanzkapelle Tamburin bis hin zu ganz modernen Klängen mit DJ Fryser reichen die Klänge, zu denen die Besucher tanzen, singen und schunkeln können. So ist auch im 45. Bergfestjahr wieder gute Stimmung und viel Freude garantiert bei diesem Festkracher im schönen Aftholderberg.