Ein Thema, das die Gemeinde schon seit etlichen Jahren beschäftigt, sind Überschwemmungen nach Unwettern in Ebratsweiler. Rund 20 Bürger waren kürzlich zur Info-Veranstaltung zur Gewässerentwicklung am Ramsbach in den Bürgersaal nach Herdwangen gekommen. "Wir wollen Ihnen heute die Entwurfsplanung vorstellen", erklärte Bürgermeister Ralph Gerster.

Große Wassermengen sind Problem

Der Ramsbach und die Durchlässe Branden und Ebratsweiler verkraften größere Wassermengen nicht ohne Probleme. Bei Starkregen fließt das Wasser nicht im Bachbett, sondern läuft unkontrolliert auf die Wege. Das liegt unter anderem an der teilweise zusammengebrochenen Verdohlung. Vollgelaufene Keller, unter Wasser stehende Gärten, Wiesen und Äcker sorgen dort für Verdruss. "Jedes Mal haben wir einen Affenzirkus", brachte es ein Anwohner auf den Punkt.

Christian Sommer (links) vom Planungsbüro Breinlinger und Bürgermeister Ralph Gerster gaben einen Überblick über den Stand der Planung.
Christian Sommer (links) vom Planungsbüro Breinlinger und Bürgermeister Ralph Gerster gaben einen Überblick über den Stand der Planung. | Bild: Kirsten Johanson

Gerster machte deutlich, dass ohne die Zustimmung der Eigentümer, deren Grundstücke an den Ramsbach grenzen, die Maßnahme nicht umgesetzt werden könne. "Sämtliche Angrenzer haben für heute Abend eine Einladung erhalten. Ohne das Einverständnis der Grundstückseigentümer kommen wir zu keiner Lösung. Da sind wir von jedem Einzelnen abhängig", sagte Gerster und verwies darauf, dass in der Vergangenheit schon mehrere Planungsvarianten am Veto der Eigentümer scheiterten. Konkret geht es vor allem um die Gewässerrandstreifen, im Ort wird beidseitig ein Streifen von fünf Metern Breite benötigt, außerhalb sind es zehn Meter.

Für Ausbau ist Gemeinde zuständig

Christian Sommer vom Planungsbüro Breinlinger und Stefan Tony vom Landratsamt Sigmaringen standen Rede und Antwort. Das Landratsamt ist die fachliche Aufsichts- und Genehmigungsbehörde für das weitere Verfahren. "Der Ramsbach ist ein Gewässer zweiter Ordnung, für Ausbau und Unterhaltung ist die Gemeinde zuständig", erläuterte Tony.

Durchlässe sollen erneuert werden

Es ist geplant, die Durchlässe zu erneuern und so zu dimensionieren, dass sie mehr Wasser fassen können. Der Durchlass im Bereich des Gewerbegebiets Branden hat aktuell einen Durchmesser von 70 Zentimetern. Ein Rechteck-Durchlass wird in Zukunft wohl eher in Richtung zwei Meter Breite und ein Meter Höhe gehen.

Starkregenkarte ist in Arbeit

Momentan wird für die Gemeinde eine Starkregenkarte erarbeitet, deren Ergebnisse in die Planung einfließen. Die Verdohlung soll zurückgebaut und das Gelände zur Verbesserung der Wasserführung modelliert werden. Im Gewerbegebiet Branden soll der Retentionsraum erweitert werden. Das Wasser gelangt dann zeitlich verzögert zum Abfluss, sodass Hochwasserabflussspitzen gedämpft werden.

Zügige Umsetzung der Maßnahmen

Die Teilnehmer der Info-Veranstaltung baten um eine zügige Umsetzung der Maßnahmen und schlugen vor, schon mal dahingehend aktiv zu werden, zwischen Ebratsweiler und dem Wald das in den Bach ragende Gestrüpp und Wurzelwerk zu entfernen. Denn das sorge für Rückstau. "Das ist eine klassische und einfach machbare punktelle Maßnahme", sagte Sommer. Es sei sicher sinnvoll, aber allein das führe nicht zum gewünschten Erfolg. Gerster will die Maßnahme auch so schnell wie möglich realisieren und Zuschüsse beantragen.