Die Fasnacht 2017 ist noch jung, doch die Dreizipfelritter in Großschönach haben schon ein ordentliches Programm hinter sich. Der Narrenbaum kündigt schon von Weitem an: Die Zeichen stehen auf Fasnacht. Drei Tage lang wurde im Ort gefeiert, denn es galt, 120 Jahre Narrengesellschaft zu würdigen, außerdem 60 Jahre Dreizipfelritter und 33 Jahre Schnellergilde. "Wir freuen uns schon auf das Jubiläum im nächsten Jahr, da fällt euch bestimmt was ein", scherzte Markus Dittmer von den Berggeistern beim Zunftmeisterempfang am Sonntag. Der Kerkerball am Freitagabend wurde dem Anlass entsprechend gepimpt, sprich es waren gleich mehrere Animations-Profis in der Ramsberghalle, um den närrischen Gästen mit Partyschlagern einzuheizen. "Vor allem Krümel und PS Alex haben für Super-Stimmung gesorgt, die beiden sind große Entertainer und konnten die Leute mitreißen", freute sich Präsident Stefan Blender über den gelungenen Abend. Zum Glück ist die Ramsberghalle so groß, denn so fanden alle Platz und keiner musste unverrichteter Dinge wieder nach Hause.

Gestern Vormittag gaben sich die Zunftmeister beim Empfang ein Stelldichein. Nicht nur die amtierenden Zunftmeister, auch zahlreiche ehemalige Vorstände waren mit von der Partie, darunter Dreizipfelritter-Ehrenpräsident Hubert Herrmann. Die Kapelle Großschönach sorgte für Musik. Das erste Mal so richtig in Wallung kamen die Gäste, als Heike Trost, Präsidentin der Trole Hohenbodman, alle zum Mitmachen bei "Wir fahren mit dem Bob" animierte. Anstelle von Geschenken hatten die Dreizipfelritter die befreundeten Zünfte um Spenden gebeten.

"Die stecken wir nicht in den eigenen Sack, sondern wir geben das Geld eins zu eins an die Grundschule in Großschönach weiter, die damit neue Spielgeräte anschaffen will", erklärte Blender. Er bekam zur Feier des Tages von einer Abordnung aus Pfullendorf – Andreas Narr und Oliver Ritter von den Stegstreckern sowie Roswitha Hoffmann und Fabian Münz von der Stadtmusik – einen ganz besonderen Orden umgehängt: einen Dreizipfelorden bestehend aus drei Saitenwürstle.

Höhepunkt am Jubiläumswochenende war am Sonntagnachmittag der große Umzug. Bei knapp unter Null Grad erlebten die Zuschauer einen fröhlich-bunten Umzug mit über 50 Gruppen und rund 2000 Hästrägern. Die Pfullendorfer Hexen hinterließen mit ihrem müffelnden Karren einen ebenso nachhaltigen Eindruck wie die Otterswanger Kehlbachratten mit ihrer gefürchteten Konfetti-Kanone. Keine Angst vor einem schmutzigen Häs hatten die zotteligen See-Goister aus Zielfingen, die sich genüsslich auf der Straße wälzten. Die Zuschauer freuten sich über Hexen-Akrobatik, Schneller-Vorführungen und natürlich über die Süßigkeiten, mit denen unter anderem Katzen, Rösser, Steinböcke und Frösche um sich warfen.

 

Dreizipfelritter

Bereits seit 1897 wird in Schönach Fasnet gefeiert. Mitte der 1950er Jahre gingen aus der Narrengesellschaft die Dreizipfelritter hervor, die erst in den 60er Jahren ihren Namen erhielten und damals nicht von einem Präsidenten, sondern von einem Prinzen angeführt wurden. 1976 wurde die Zimmermannsgilde gegründet, 1984 kamen die Schneller und 1995 die Burgschrate hinzu. Der Narrenverein zählt heute rund 170 Mitglieder. (kaj)