Herrliche Triumphbögen, ein Blumenmeer vor der Kirche und auf dem Altar davor sowie natürlich die prächtig geschmückten Pferde: Für das Fest zu Ehren des Kirchenpatrons St. Eulogius hatte sich Aftholderberg am gestrigen Sonntag so fein herausgeputzt, dass selbst der emeritierte Weihbischof Rainer Klug in seiner Festpredigt ob so viel Schönheit ins Schwärmen geriet. 150 Reiter aus Aftholderberg, Wald, Hohentengen, Herdwangen, Salem, Aach-Linz, Hoßkirch und Hitzkofen-Bingen boten ein prächtiges Bild bei Prozession, Paraderitt und Pferdesegnung. Für würdige Klänge sorgten die Musikkapellen aus Großschönach, Wald, Herdwangen, Aach-Linz und die Stadtmusik Pfullendorf.
 

Hingucker: Dominik und Silas von der Hosskircher Reitergruppe auf Rica und Maxi.
Hingucker: Dominik und Silas von der Hosskircher Reitergruppe auf Rica und Maxi. | Bild: Stefanie Lorenz
Pfarrer Josef Maurer (links) und Rittmeister Stefan Jäger (rechts) führen den Eulogiusritt in Aftholderberg an.
Pfarrer Josef Maurer (links) und Rittmeister Stefan Jäger (rechts) führen den Eulogiusritt in Aftholderberg an. | Bild: Stefanie Lorenz

Unter den zahlreichen Zuschauern ist zum ersten Mal auch Landrätin Stefanie Bürkle. "Dieses Fest mit den Pferden gemeinsam ist ein Glaubenszeugnis. Wenn Menschen das heutzutage leben, ist es etwas Wunderbares", sagt sie dem SÜDKURIER. Selbst in den Sattel steigen will sie aber nicht – im Gegensatz zu Herdwangen-Schönachs Bürgermeister Ralph Gerster, der wieder hoch zu Ross bei der Prozession mit dabei ist. Mit Blütenranken sind viele Tiere geschmückt; die Reiter stecken meist in schmucken Uniformen. Auch viele kleine Pferdefreunde sind bei der Prozession mit dabei.

Beim anschließenden Paraderitt geht es unter dem Kommando von Rittmeister Stefan Jäger vom Reitverein St. Eulogius den sanften Hügel gegenüber der Kirche hinunter – wiederum ein imposantes Bild in sattem Grün. "Schütze die Pferde vor Krankheiten und Gefahren", erbittet der Rainer Klug bei der Segnung der Tiere. Und noch eine Segnung steht ins Haus, die der neuen Standarte. Einige Zuschauer reiben sich verwundert die Augen, denn die prächtig blaue Fahne sieht tupfengleich aus wie das alte Exemplar. Das ist Absicht, denn, wie Rittmeister Stefan Jäger erläutert, ging es nicht darum, ein neues Outfit zu schaffen. "Die alte Standarte war ziemlich schwer. Wir wollten eine leichtere Version, die einfacher im Transport und in der Handhabung ist", sagt er. Dies sei vor allem bei Teilnahme an Ritten außerhalb der Gemeinde wichtig. Für den Eulogiusritt werde weiterhin die bisherige, im Kloster handgearbeitete Standarte verwendet.
 

Begeistert verfolgen unter den vielen Zuschauern auch Landrätin Stefanie Bürkle und Pfullendorfs Bürgermeister Thomas Kugler das schöne Fest.
Begeistert verfolgen unter den vielen Zuschauern auch Landrätin Stefanie Bürkle und Pfullendorfs Bürgermeister Thomas Kugler das schöne Fest. | Bild: Stefanie Lorenz
Am geschmückten Altar zelebrieren Rainer Klug (mit der Eulogiusreliquie), Pfarrer Willi Kirchmann, Diakon Bernd Lernhart und Pfarrer Josef Maurer den Gottesdienst.
Am geschmückten Altar zelebrieren Rainer Klug (mit der Eulogiusreliquie), Pfarrer Willi Kirchmann, Diakon Bernd Lernhart und Pfarrer Josef Maurer den Gottesdienst. | Bild: Stefanie Lorenz

Ein Stoßgebet

In seiner eindringlichen Festpredigt beließ es Rainer Kluge nicht dabei, die Schönheit des Eulogiusritts und Aftholderbergs zu beschreiben und den an diesem Tag gefeierten Kirchenpatron näher vorzustellen. Vielmehr nutzte er die Gelegenheit, Kritik zu üben an aktuellen politischen Entscheidungen, wie der "Ehe für alle". "Ungleiches wird für gleich erklärt", formulierte Rainer Klug seine Ablehnung der neuen völligen Gleichstellung. Ein Gesetz, das auf einer Lüge aufgebaut sei, werde keinen Frieden schaffen, betonte er. Seinem Eindruck nach sei die katholische Kirche derzeit die einzige öffentliche Institution, die am Ehebegriff festhalte. "Ich habe die Furcht, dass unser Volk den inneren, kulturellen Kompass verloren hat", sagte der Festprediger.
 

Stolz trägt Fähnrich Tobias Roth die neue Standarte des Reitvereins St. Eulogius.
Stolz trägt Fähnrich Tobias Roth die neue Standarte des Reitvereins St. Eulogius. | Bild: Stefanie Lorenz
Vor der Eulogiuskirche stellen sich die Fahnenträger der Reitergruppen auf.
Vor der Eulogiuskirche stellen sich die Fahnenträger der Reitergruppen auf. | Bild: Stefanie Lorenz

Abschließend erinnerte er an den Ursprung des Namens des heiligen Eulogius. "Die Eulogie, das ist wie ein Stoßgebet, mit dem wir Gott danken", rief er aus. Und er ermunterte die Festbesucher, so oft wie möglich ein fröhliches "Gepriesen bist Du Gott!" in die Welt zu rufen. Dies könnten auch Jugendliche beim Anblick ihres Smartphones tun, schmunzelte Klug, der am Ende seiner Predigt Applaus erntete. Den Festgottesdienst zelebrierte er gemeinsam mit den Pfarrern Willi Kirchmann und Josef Maurer sowie Diakon Bernd Lernhart. Im benachbarten Gasthaus Frieden fand das Fest im Anschluss noch einen gemütlichen Ausklang.