Das Freilichtmuseum Heuneburg und das Keltenmuseum in der Ortsmitte von Hundersingen haben derzeit eine Attraktion zu bieten: Am Sonntag wurde die Ausstellung „Der Unlinger Reiter – Kelten, Pferde, Wagenlenker“ eröffnet – eine außergewöhnliche Veranstaltung. Die Eröffnung im Keltenmuseum endete mit einem Kutschen- und Planwagen-Korso, mit dem die Ehrengäste in Richtung Freilichtmuseum gefahren wurden. Darunter auch Präsident Wolfgang Reimer vom Regierungspräsidium Stuttgart, in dessen Zuständigkeit die Landesarchäologie fällt.

Ein Höhepunkt war die Präsentation der originalgetreuen Nachbildung des Pferdestirnpanzers des Reittiers einer Keltenfürstin. Dieser wurde vom renommierten Schweizer Experimentalarchäologen Markus Binggeli hergestellt. Ein Pferd der Reitergruppe Luerica, die das Showprogramm am Eröffnungstag präsentierte, führte den Stirnpanzer vor. Noch mehr Keltisches zu Pferde gab es auf dem Festungsareal der Heuneburg. Dort wurde ein Reitplatz aufgebaut, auf dem weitere Vorführungen stattfinden sollen. Zusätzlich kann man sich an Informationstafeln informieren und einen hervorragenden Eindruck gewinnen, wie es die Kelten mit den Pferden hielten. Im August 2016 wurde bei einer Grabung bei Unlingen eine kleine Reiterstatuette aus Bronze gefunden. Dieser „Unlinger Reiter“ war die Initialzündung für die Sonderausstellung im Keltenmuseum und den Aktivitäten auf der Heunbeurg. Beides wurde in kürzester Zeit unter Federführung von Chef-Restauratorin Nicole Ebinger-Rist realisiert. Tatkräftige Unterstützung gab es von den Reit- und Fahrvereinen aus Herbertingen und Bad Saulgau, die auch am Eröffnungstag beteiligt waren.

„Genaugenommen sind diese Vereine die Nachfahren der Kelten“, stellte Ebinger-Rist schmunzelnd fest, ehe sie selbst aufs Pferd stieg. Landeskonservator Dirk Krausse hatte diese Aufgabe gerne an seine Kollegin abgetreten.