Gammertingen – Die Bundesregierung plant für den 28. Juni den nächsten Abschiebeflug nach Afghanistan. "Lebenshaus Schwäbische Alb – Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie" ruft für diesen Tag erneut zu einer Protestkundgebung gegen Abschiebungen an den Hindukusch auf. In ihrer Mitteilung fordert sie alle Mitbürger zur Teilnahme auf, die ihre Solidarität mit den von Zwangsrückführungen ins Bürgerkriegsland Afghanistan betroffenen Menschen bekunden wollen. Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr am Stadtbrunnen in der Sigmaringer Straße.

Nach dem schweren Anschlag am 31. Mai in Kabul wurden die Abschiebeflüge nach Afghanistan zunächst ausgesetzt. Für "Lebenshaus Schwäbische Alb" sei es unerträglich, dass erneut Menschen in eine für sie lebensbedrohliche Situation gebracht würden, denn in Afghanistan herrsche Krieg und Chaos. Und die Lage habe sich drastisch verschlechtert. Mit einem offenen Brief habe sich der Geschäftsführer von "Lebenshaus Schwäbische Alb", Michael Schmid, am 22. Juni an Ministerpräsident Kretschmann und Innenminister Strobl gewandt. Darin heißt es, "angesichts eines von Krieg und Konflikten zerrütteten Land muten Abschiebungen skrupellos an und gefährden Menschenleben. Wir appellieren an Sie, dass sich Baden-Württemberg nicht an dieser Abschiebung beteiligt."

Des Weiteren solle sich die Landesregierung für einen bundesweiten, dauerhaften Abschiebestopp für Geflüchtete aus Afghanistan einsetzen. Die Landesregierung von Thüringen habe gerade beschlossen, eine entsprechende Initiative in den Bundesrat einzubringen. "Wir fordern Sie auf, diese Initiative zu unterstützen, welche zu einem umfassenden Abschiebestopp ins Bürgerkriegsland Afghanistan führen", heißt es in dem Schreiben.