Rückblende: Buchheim wurde im Sommer 2015 in das Förderprogramm "Flächen gewinnen durch Innenentwicklung" aufgenommen. Bei Versammlungen und Gesprächen mit den Bürgern wurden Ideen, Konzepte und Vorplanungen mit dem Ziel einer kompakten, lebenswerten Siedlungsstruktur in einem attraktiven Ortskern entwickelt. Von 2003 bis 2008 war Buchheim zudem Modellgemeinde beim Melap-Programm. Zahlreiche Projekte und 25 Einzelmaßnahmen wurden seitdem umgesetzt. Projektleiter Jürgen Kupferschmid sagte, Melap sei eine wertvolle Vorarbeit für die jetzt fertiggestellte Vorplanung gewesen.

Zwei Objekte im Ortskern haben Projektleiter Kupferschmid und die Architektin Cornelia Lurz in die Planung aufgenommen und an diesem Abend vorgestellt. Beim Konzept "Neue Mitte" geht es um das landwirtschaftliche Anwesen von Bruno Frey. Ein Gehöft mitten im Ort, angrenzend an Rathaus, Schule, Pfarrkirche und in unmittelbarer Nähe, ist der Kindergarten und das Bürgerhaus zu erreichen. Die Planer schlagen vor, das Gebäude komplett abzubrechen und durch einen Neubau zu ersetzen. Den fertigen Plan dazu stellte Lurz vor. Es könnte ein Allzweckgebäude für alle Buchheimer werden. Als zentrale Funktion ist im Erdgeschoss eine Tagesbetreuung für ältere Dorfbewohner und für Kinder geplant. Dazu stehen Spiel und Leseräume zur Verfügung, ebenso ein Gymnastikraum, eine Küche und ein Mulifunktionsraum. Hier könnte ein Dorfladen eingerichtet werden, so die Planerin. Alle Räume samt Toiletten seien barrierefrei. Eingeplant sei auch eine E-Bike-Verleihstation und eine Ladestation für Elektroautos. Im Ober- und im Dachgeschoss soll Wohnraum entstehen.

Beim zweiten Konzept geht es um neue Wohnformen. Es handelt sich um ein renovierungsbedürftiges Gebäude. Nach einer Sanierung wäre Wohnraum für junge Familien möglich. In den Bürgerworkshops wurde immer wieder festgestellt, dass junge Familien gerne in Buchheim wohnen würden. Was aber fehlt, sind Wohnungen. Deshalb der Appell des Bürgermeisters: "Es gibt so viele leer stehende Wohnungen, durch Renovierungen könnten junge Leute in Buchheim wohnen. Für jeden jungen Bürger, der hier wegzieht, fehlen der Gemeinde 1000 Euro im Jahr."

Hintergrund

Das Projekt zur Ortskernentwicklung wurde auf Grundlage der Demografiestrategie der Bundesregierung "Jedes Alter zählt" umgesetzt. Zur Innenentwicklung lag das Augenmerk auf folgenden Zielen: Der Stärkung von Familien als Gemeinschaft, selbstbestimmtes Leben im Alter sollte ermöglicht und die Lebensqualität in ländlichen Räumen gefördert werden. (xk)