Bei einer Gegenstimme von Gemeinderat Philipp Kiene hat das Gremium den Haushaltsplan für 2017 verabschiedet. Kiene stimmte dagegen, da er mit dem geplanten Bauvorhaben, das die Erweiterung des Kindergartens und des Bürgerhauses vorsieht, nicht einverstanden sei. Seine Gegenstimme richtete sich auch gegen den Kauf eines Anwesens im Ortskern für 100 000 Euro, auf dessen Grundstück ein Multifunktionshaus entstehen soll. Bei seiner jüngsten Sitzung hat sich der Buchheimer Gemeinderat mit dem 177 Seiten umfassenden Haushaltsplan beschäftigt. Verbandskämmerer Tobias Keller erläuterte dem Gemeinderat sehr ausführlich die wichtigsten Zahlen der Einzelhaushalte.

Schwerpunkt der Investitionen im Vermögenshaushalt ist der Erweiterungsbau des Kindergartens. Durch den Anbau sollen zehn Kinderbetreuungsplätze geschaffen werden. Eingeplant sind neue und größere Gruppenräume, Hauswirtschaftsverpflegung und Büroräume. Notwendig sei zudem die Sanierung der Toilettenanlagen. Für die Baumaßnahmen sind über eine Million Euro vorgesehen. Bei der Erweiterung des Bürgerhauses ist ein zweiter Fluchtweg geplant, der barrierefrei zugänglich sein soll. Die Gesamtkosten dafür werden mit 860 677 Euro beziffert. Für beide Bauprojekte lägen bewilligte Zuschüsse bereits da, so Bürgermeister Hans Peter Fritz. Für die Optimierung und Erweiterung der Kläranlage sind 541 000 Euro eingeplant, dazu werden Zuschüsse von 433 000 Euro erwartet. Für die Neugestaltung der Parkplätze am Friedhof entstehen Kosten von 174 000 Euro. Durch ein Antrag auf Förderung aus dem Entwicklungsprogramm ländlicher Raum (ELR) erwartet man ein Zuschuss von 126 200 Euro für das Vorhaben. Zur Abdeckung der Investitionen erfolgt eine Rücklagenentnahme von 620 000 Euro.

Unverändert sind die Personalausgaben mit 177 700 Euro. Das sind 264 Euro pro Einwohner. "Damit liegt die Gemeinde Buchheim unschlagbar am günstigsten da", sagt Verbandskämmerer Keller. Der Betrieb der Grundschule kostet die Gemeinde 32 300 Euro. Für den katholischen Kindergarten beteiligt sich Buchheim mit 63 Prozent an den laufenden Betriebskosten von 244 500 Euro. Nach Abzug der Zuschüsse verbleibt noch ein Finanzierungsanteil von 163 300 Euro. Die Kreisumlage schlägt mit 235 500 Euro und die Verbandsumlage mit 66 400 Euro zu Buche.

Eine rege Diskussion gab es bei der Festsetzung der neuen Backgebühr für das Backen im Holzbackofenhaus. Sie wurde zuletzt im Mai 2012 festgelegt. Für Bürgermeister Fritz ist das steigende Defizit schon lange ein Dorn im Auge. Er schlug daher eine Erhöhung auf zwei Euro vor. Mehrheitlich beschloss der Rat schließlich die Anhebung der Backgebühren von 1,20 Euro auf 1,90 Euro pro Kilogramm Brot. Die Erhöhung tritt ab 1. März in Kraft. Die Gebühren bei Wasserversorgung und bei der Abwasserbeseitigung seien kostendeckend geführt worden.


Pro-Kopf-Verschuldung

Der Schuldenstand der Gemeinde Buchheim lag Ende 2016 bei 654 647 Euro. Somit ergibt sich für die 673 Einwohner eine Pro-Kopf-Verschuldung von 972 Euro. Sollte die geplante Kreditaufnahme benötigt werden, könnte die Verschuldung pro Bürger auf 1393 Euro steigen. An Kreditaufnahmen sind im Haushaltsplan 341 000 Euro eingeplant. Das Gesamtvolumen des Haushalts liegt bei 5 102 200 Euro. (xk)