Günter Neidinger ist inzwischen 73 Jahre alt. An ein solides Seniorenleben kann sich der ehemalige Buchheimer Lehrer nach wie vor nicht gewöhnen. Seinen Lebensabend verbringt er in der regionalen Kulturszene. Er hat schon immer geschrieben. Als Rentner habe er nun endlich richtig Zeit fürs Schreiben, schildert der Autor seinen Alltag. Jetzt legt er mit seinem ersten Kriminalroman "Der Knabe im Moor" sein 191. Werk vor.

Seine Zeit in Buchheim, von 1966 bis 1976, liegt zwar schon etwas zurück. Zwei seiner Bücher beschäftigen sich mit den Erlebnissen in dieser Zeit. Wer die Umtriebigkeit des Seniors kennt, wundert sich nicht, dass ihn in Buchheim noch viele Leute kennen und schätzen. Wie beliebt er als Lehrer war, wird beim Pressegespräch im Stettener Knusperhäusle deutlich. Eine zufällig anwesende junge Frau schaltet sich ins Gespräch ein: "Sind Sie der Herr Neidinger?" Neidinger bejaht. Es stellt sich heraus, dass die junge Frau vor 25 Jahren bei Günter Neidinger in die Grundschule ging und inzwischen selbst Lehrerin ist, unter anderem wegen ihrer guten Erfahrungen in der Grundschule. Nach seinem Weggang aus Buchheim leitete Neidinger über 30 Jahre lang die Grundschule Fischingen in Sulz.

Seine von den Schülern geschätzte menschliche Art kommt in seinem ersten Kriminalroman voll zum Ausdruck. Neidinger hat die Handlung im Nordschwarzwald in der Nähe seines Heimatortes Bühl angesiedelt. Er hat die Landschaft, die Wanderwege, die Aussichtspunkte in seinen Roman eingearbeitet. Wer nun eine Heimatschnulze vermutet, wird bei der Lektüre eines besseren belehrt. Es geht unter anderem um den Tod eines Jungen aus Rumänien. Er gehört zu einer Kindergruppe, die zum Stehlen nach Deutschland geschickt wurde.

Geht Neidinger mit dem Krimi nun in den Ruhestand? Von wegen! Er arbeitet schon an zwei neuen Büchern, die in den kommenden beiden Jahren veröffentlicht werden sollen.


Günter Neidinger: "Der Knabe im Moor". Silberburg-Verlag Tübingen. 181 Seiten, Paperback. 9,90 Euro.