Sie gehört seit einigen Jahren zum Gesicht der Buchheimer Gemeindeverwaltung und will nun als hauptamtliche Bürgermeisterin die Nachfolge von Hans-Peter Fritz antreten. Die Rede ist von Claudette Kölzow. Doch wer ist die Kandidatin und was sind ihre Beweggründe, sich für den Amtssessel im Rathaus einer der kleinsten Gemeinden im Landkreis Tuttlingen zu bewerben? Der SÜDKURIER hat die 46-jährige Mutter von zwei Kindern in ihrem Haus in Leibertingen besucht.

Das Haus in der Wildensteiner Straße ist ein ehemaliges Bauernhaus, das Claudette Kölzow zusammen mit ihrem Mann Achim Kölzow zum Wohnhaus umgebaut hat. Ihr Mann ist Bundeswehrsoldat und derzeit in der Nähe von Augsburg stationiert. Claudette Kölzow sagt: "Deswegen sehen wir uns vom Urlaub abgesehen nur am Wochenende." Zur Familie gehören außerdem die beiden Kinder Nadine (16) und Tobias (14).

Claudette Kölzow, Jahrgang 1971, stammt aus Sachsenheim in der Nähe von Ludwigsburg. Ein Vorbild für sie in Sachen Leistungsbereitschaft und Fachkompetenz ist ihre Mutter. "Meine Mutter hat sich nach dem Krieg von der Fabrikarbeiterin auf dem zweiten Bildungsweg bis zur Rathaus-Fachangestellten hochgearbeitet", erklärt Claudette Kölzow. Ganz so dramatisch verlief der bisherige berufliche Lebensweg Kölzows nicht. Sie besuchte die Realschule in Sachsenheim, wechselte nach der mittleren Reife ins Wirtschaftsgymnasium und machte dort 1990 das Abitur. Nach der Ausbildung zur Diplom-Verwaltungswirtin arbeitete sie als Beamtin im gehobenen Dienst bei der Gemeinde Bisingen. Nach der Elternzeit schied Kölzow auf eigenen Wunsch und Antrag aus dem Beamtenverhältnis aus. Seit 2008 arbeitet sie als Verwaltungsangestellte im Rahmen eines 75-Prozent-Vertrags im Buchheimer Rathaus.

Das sind Daten, die viel über den beruflichen Werdegang von Claudette Kölzow aussagen, aber wenig über die private Seite der Kandidatin. Als Hobby gibt sie Walken, Stricken und Lesen an. Die Kinder sind mit 14 und 16 Jahren aus dem Gröbsten heraus und Kölzow sieht damit wieder Licht am Horizont beruflichen Engagements. Zwei Faktoren bewegen die Mittvierzigerin zur Kandidatur. Sie stellt fest: "Mit dem ausgeprägten Vereins- und Kulturleben Buchheims hatte ich in den letzten Jahren guten Kontakt. Die Zusammenarbeit mit den Vereinen funktionierte immer sehr gut." Das andere Pfund, das Kandidatin Kölzow in den Wahlkampf einbringt, ist ihre fachliche Kompetenz. "Ich leitete von 1995 bis 2000 als Beamtin im gehobenen Verwaltungsdienst fünf Jahre lang das Haupt- und Kulturamt der Gemeinde Bisingen im Zollernalbkreis." Unter anderem war sie für die Personalführung von sechs Mitarbeitern verantwortlich.

Der Buchheimer Gemeinderat beschloss vor einigen Monaten, aus der ehrenamtlichen eine hauptamtliche Bürgermeisterstelle zu machen. Für Claudette Kölzow hat das folgende Bedeutung: "Würde ich zur ehrenamtlichen Bürgermeisterin gewählt werden, könnte ich meinen bisherigen Job als Sekretärin und Sachbearbeiterin beispielsweise für das Einwohnermeldeamt oder das Passwesen im Buchheimer Rathaus nicht mehr ausüben." Schon rechtlich sei es unmöglich, dass sie im Fall der Wahl ihre eigene Sekretärin sein könnte.

Schwerpunkteals Bürgermeisterin

Es gelte, die kleine Gemeinde Buchheim weiterzuentwickeln. Dazu zählen für Claudette Kölzow drei Schwerpunktbereiche: ein optimales Umfeld für junge Familien mit Kindern, den schnellstmöglichen Anschluss des gesamten Dorfs an das schnelle Breitbandnetz und die Ansiedlung weiterer Gewerbebetriebe. Zusätzlich möchte Kölzow in Sachen Fremdenverkehr Buchheim als Donautalgemeinde stärker profilieren. Wer ein elektrisches Fahrrad benutze, könne heutzutage problemlos das Tal verlassen und sich in Buchheim umsehen. (hps)