Sowohl die Verwaltungsfachfrau Claudette Kölzow aus Leibertingen, der Leiter des Meßkircher Bauamtes und Städteplaner Thomas Kölschbach als auch der EDV-Fachmann Raymond Mario Huber aus Stöttwang bei Kaufbeuren bringen Verwaltungs- und Fachkompetenz ein. Einen klaren Sieger förderte die Veranstaltung nicht zu Tage, darin waren sich die vom SÜDKURIER befragten Versammlungsbesucher einig.

In einer, allerdings wesentlichen, Grundsatzfrage waren sich die Kandidaten einig. Sie plädieren uneingeschränkt für die weitere Selbstständigkeit des 700-Einwohner-Dorfes. Alle Kandidaten versprachen, für mindestens acht Jahre im Buchheimer Rathaus bleiben zu wollen. Übereinstimmend erklärten sich die Bewerber parteilos. Die vorhandene Infrastruktur mit Schule und Kindergarten müsse unbedingt erhalten werden.

Als erste Bewerberin trat Claudette Kölzow vor die rund 250 Zuhörer im voll besetzten Gemeindesaal. Sie arbeitet seit neun Jahren im Buchheimer Rathaus. Kölzow war bereits Verwaltungsbeamtin auf Lebenszeit, stieg aber auf eigenen Wunsch der Kinder wegen aus der Beamtenlaufbahn aus. In Buchheim arbeitete sie als Verwaltungsangestellte auf 75-Prozent-Basis. Diese beiden Pfunde, Fachkompetenz und Kenntnis der Buchheimer Kommunalszene, brachte Kölzow in ihre Vorstellung ein. Im Detail sprach sie sich für eine Fortführung und mögliche Intensivierung der innerörtlichen Entwicklung aus. Um das Ziel zu erreichen, junge Familien ins Dorf zu holen, sei bezahlbarer Wohnraum Voraussetzung. Weitere Schwerpunkte waren der ÖPNV und die Vereinsförderung.

Raymund Mario Huber stellte sich als zweiter Redner vor. Er lebt und arbeitet als selbstständiger EDV-Fachmann derzeit zwar im Allgäu. "Ich habe keine Familie und kann mich deswegen im Fall meiner Wahl voll für Buchheim entscheiden." Durch seine Verwaltungsausbildung beim Landschaftsverband Rheinland in Köln und seinem Teilstudium der Wirtschaftsinformatik sieht sich der Kandidat fachlich in der Lage, das Amt des Dorfbürgermeisters zu übernehmen. Außerdem kann Huber auf eine lange Liste ehrenamtlicher Tätigkeiten verweisen. Ihm liegt besonders die Kontrolle von laufenden Kosten als Folge von kommunalen Investitionen am Herzen. Rahmenbedingungen für junge Familien, eine attraktive Dorfmitte und der Nahverkehr sind weitere Schwerpunkte.

Für Thomas Kölschbach ist Buchheim ebenfalls keine unbekannte Gegend. Er leitet seit 2012 als Architekt das Bauamt im Meßkircher Rathaus. Zu seinen Aufgaben gehört Flächen- und Gebäudemanagement ebenso wie die Stadtplanung. Verbunden mit seiner kommunalpolitischen Erfahrung, unter anderem als Gemeinderatsmitglied in Emmingen-Liptingen, sind das aus seiner Sicht die geeigneten Voraussetzungen, um Rathauschef zu werden. Auch Kölschbach sieht die Notwendigkeit, günstigen Wohnraum für junge Familien zu schaffen. Allerdings warnte er davor, dies ausschließlich privaten Investoren zu überlassen. Er sprach sich für eine starke kommunale Note in diesem Bereich aus. Aus seiner jetzigen Tätigkeit kenne er alle Fördermöglichkeiten. Weitere Schwerpunkte sieht er in der Vereinsförderung oder in der Bewältigung des demografischen Wandels.

Die Zuhörer nutzten die Möglichkeit intensiv aus, die Kandidaten zu befragen, sowohl einzeln im Anschluss an die Vorstellungsreden, als auch gemeinsam in der Schlussrunde.
 

Über 250 Buchheimer folgten im vollbesetzten Bürgersaal der Vorstellung der drei Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 8. Oktober.
Über 250 Buchheimer folgten im vollbesetzten Bürgersaal der Vorstellung der drei Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 8. Oktober. | Bild: Hermann-Peter Steinmüller

Rückblende

Im Juni hatte sich der Gemeinderat für einen hauptamtlichen Bürgermeisteramt entschieden. Die Amtszeit des ehrenamtlich tätgigen Bürgermeisters Hans Peter Fritz endet am 2. Dezember. Fritz hatte dargelegt, dass die Verwaltungsarbeit mehr würde und auch Baumaßnahmen anstünden.