Seit 1997 zeigt der Kulturförderverein Hausen im Tal, was bürgerschaftliches Engagement bewirken kann, wenn die Gemeindekasse notorisch leer ist. Seit 31 Jahren betreibt der Verein in einem ehemaligen Fabrikgebäude das Tobelhaus. Es steht für das sonst übliche Bürgerhaus als öffentliche Versammlungsstätte. Der Unterschied besteht darin, dass in Hausen nicht die Gemeinde die Trägerschaft bestreitet, sondern der private Kulturförderverein. In den 90er Jahren war der Kulturförderverein in Bresche gesprungen, weil die Gemeinde Beuron keine finanziellen Möglichkeiten für den Bau einer öffentlichen Versammlungsstätte sah.

Wie sehr die Hausener Vereinswelt und weite Teile der Bürgerschaft dieses Projekt unterstützen, zeigte sich neulich bei einer Scheckübergabe. Hubert Stehle von der Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins überreichte die Einnahmen aus der Jubiläumsfeier in Höhe von 800 Euro als Spende an den Kulturförderverein für das Tobelhaus.

Diana Miko leitet seit rund drei Jahren den Tobelhaus-Trägerverein. Wie sie erklärt, steht der Kulturförderverein vor einer mehrfachen Aufgabe, wenn es um das Tobelhaus geht. Der Verein ist nach wie vor damit beschäftigt, die Kredite für die Sanierung des Fabrikgebäudes und den Anbau mit Küche und Sanitäreinrichtung abzuzahlen. "Von ursprünglich rund 100.000 Euro müssen wir jetzt noch 50 000 Euro abbezahlen", sagt Miko. Eine wichtige Rolle bei der Finanzierung des Projekts stellt das Patenschaftsmodell dar.

Die zweite Aufgabe ist die Vermietung und die Eigennutzung des Saals. Die Vorsitzende erwähnt rund fünf Termine des Trägervereins, zwei bis drei Vermietungen für Familienfeiern und zwei bis drei Vermietungen an Gruppen und Organisationen im Jahr. Diese Zahlen seien relativ gleichbleibend. Dabei handle es sich um Nutzungen von einem Abend, einem Wochenende bis hin zu zwei Wochen. Trotzdem, so beschreibt die Vorsitzende die augenblickliche Situation, sei der Verein an weiteren Vermietungen und Nutzungen interessiert.

Die dritte Aufgabe ist die Unterhaltung der Bausubstanz. In diesem Bereich geht der Kulturförderverein Schritt für Schritt voran. Für diesen Bereich sollen auch die 800 Euro vom Albverein verwendet werden. Diana Miko: "2017 haben wir den feuerpolizeilichen Vorschriften folgend eine neue Fluchttür eingebaut, neue Jalousien angeschafft und in einen neuen Bühnenvorhang investiert." In diesem Jahr kaufte der Verein für 3000 Euro eine neue Tonanlage. Für den neuen Anstrich sorgte, so lobte die Vorsitzende, ehrenamtlich das Mitglied Hubert Küchenhoff.

Im nächsten Schritt sollen die noch aus der Fabrikzeit stammenden Neonröhren-Lichtquellen durch eine moderne Beleuchtungsanlage ersetzt werden. Diana Miko hofft, dass diese Maßnahme im Laufe des kommenden Jahres verwirklicht werden kann. Miko geht davon aus, dass es im ersten Schritt mobile Stehlampen sein werden. Im zweiten Schritt sei eine zeitgemäße und abdunkelbare Deckenbeleuchtung wünschenswert. Aktuell würden entsprechende Ideen gesammelt und erste Kostenschätzungen eingeholt. Die jetzige Art der Beleuchtung entspreche dem Industriestandard der 60er Jahre.

Derzeit ist der Kulturförderverein auf der Suche noch 100 bis 120 gebrauchten, aber gut erhaltenen Stühlen, beispielsweise aus einer anderen Halle.