Nach der personellen Neuaufstellung des Vereins Aktion Ruinenschutz Oberes Donautal Ende 2016 und einer Planungsphase 2017 zur Verwirklichung des Vereinsziels "Kulturgüter erhalten und pflegen" geht es nun mit Schwung an die Umsetzung. Das ist die permanente Herausforderung, den Bewuchs an Mauerfuß und -krone der Burgruine Falkenstein in Beuron-Thiergarten klein zu halten oder am besten gar nicht erst aufkommen zu lassen. "So ansprechend der Mauerbewuchs auch aussieht, der Wurzeldruck schädigt das Gemäuer und Steine brechen aus", erklärt Vorsitzender Emil Laschinger aus Schwenningen. Jüngst kam es zu einem Spezialeinsatz der Gartenbaufirma Henkel aus Meßkirch, die dem Verein diese Unterstützung ehrenamtlich angeboten hatte.

Unkrautbekämpfung ohne Gift

Die ausgebrochenen Originalsteine werden in den Rundbogen eingepasst.
Die ausgebrochenen Originalsteine werden in den Rundbogen eingepasst. | Bild: Wilfried Koch

Die Methode ist so simpel wie wirkungsvoll und kommt völlig ohne Gift aus. Das Equipment: ein Aggregat, bestehend aus einem Dieselmotor zur Erhitzung des Wassers auf 95 bis 98 Grad, und ein Benzinmotor, der das Wasser durch einen 40 Meter langen Schlauch zur Handlanze pumpt. Ferner ein 1000-Liter-Wasserfass und eine Zugmaschine, die auch den Weg zur Ruine bewältigt.

Zellstruktur der Pflanze wird zerstört

Zwischendurch muss auch mal gevespert werden (von links): Wolfgang Teyke, Helmut Söllner und Emil Laschinger.
Zwischendurch muss auch mal gevespert werden (von links): Wolfgang Teyke, Helmut Söllner und Emil Laschinger. | Bild: Wilfried Koch

Gearbeitet wurde mit zwei Lanzen: einer Sprühlanze für die Wildkrautbekämpfung wie beispielsweise den Löwenzahn und einer Spitzlanze, mit der die Wurzeln von Sträuchern in mehreren Zentimeter Tiefe geschädigt werden können. Wird das fast kochend heiße Wasser gezielt auf das Wildkraut gesprüht, wird die Zellstruktur zerstört, das Eiweiß in den Pflanzen gerinnt und die Pflanze stirbt sofort ab. Auch der Anflugsamen, der sich in den Unebenheiten einer Naturmauer sammelt und dort schwer zugänglichen Bewuchs bildet, wird mit dieser Methode geschädigt.

Ausgebrochene Steine werden wieder eingesetzt

Das Aggregat mit Wassertank dient der Erhitzung des Wassers.
Das Aggregat mit Wassertank dient der Erhitzung des Wassers. | Bild: Wilfried Koch

"Über mehrere Wochen werden sich die Sanierungsarbeiten an der Südseite der Falkenstein hinziehen", sagte Laschinger In diesem Bereich ist der Mauerausbruch an einem der Rundbögen unterhalb der Treppenrampe zu reparieren. Im Vorfeld musste das Vorhaben ein denkmalschutzrechtliches Genehmigungsverfahren durchlaufen. Die sich daraus ergebenen Auflagen umfassen Anleitung, Begleitung und Dokumentation durch einen Steinmetzmeister, die Verwendung der ausgebrochenen Originalsteine und eines speziellen Trasskalkmörtels sowie die Angleichung der reparierten Abschnitte an die Mauerwerkstruktur des historischen Bestands.

1000-Liter-Tank muss nach oben geschafft werden

Günter Henkel mit der Sprühlanze im Einsatz gegen Wildkräuter.
Günter Henkel mit der Sprühlanze im Einsatz gegen Wildkräuter. | Bild: Wilfried Koch

Als eine Herausforderung bezeichnete Laschinger die Logistik, da auf der Ruine Falkenstein weder Strom noch Wasser vorhanden sind. Deshalb mussten neben Kleinwerkzeugen Stromaggregat, Baugerüst, 30 Säcke Kalkmörtel und ein 1000-Liter-Wassertank, der von der Feuerwehr Hausen im Tal befüllt wurde, auf das Gelände der Ruine transportiert werden.