Wie ein alternativer Adventsmarkt aussehen kann und wie erfolgreich sein Angebot bei den Besuchern ist, zeigte am ersten Adventssonntag das Team vom Haus der Natur (HdN) in Beuron. Rund 700 Gäste wurden gezählt. Von diesem Besucheransturm waren selbst die Organisatoren schlicht geplättet. Am frühen Nachmittag gab es am Suppenmobil der Mariaberger Heime weder Gulasch– noch Gemüsesuppe mehr. Alles war ausverkauft. Später waren auch die Kuchenvorräte des HdN-Teams aufgebraucht. Natürlich waren Suppen und Kuchen nur ein Aspekt des Adventsmarktes.

Bastelfreunde aller Altersgruppen hatten beim Basteln mit Weidenruten am Stand von Antje Schnellbächer-Bühler (im Vordergrund) viel Spaß.
Bastelfreunde aller Altersgruppen hatten beim Basteln mit Weidenruten am Stand von Antje Schnellbächer-Bühler (im Vordergrund) viel Spaß. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Es war das fünfte Mal, dass das HdN zu einem Adventsmarkt der etwas anderen Art in den ehemaligen Bahnhof und das neue Nebengebäude eingeladen hatte. Im Vordergrund standen zahlreiche Mitmachaktionen. Das Motto bestand aus den Stichworten „Zuschauen, staunen, selbst machen, regional-handgefertigt und nachhaltig“. Dabei kamen nur Naturprodukte und Naturmaterialien aus der Region, „vor der Haustür“, zum Einsatz.

Dem Leitwort „Selbermachen“ waren die meisten der insgesamt elf Stationen gewidmet, beispielsweise der Kräuterteestand „Kornschnalle“ von Anja Gabele und Gabriele Mors. Hier konnten die Besucher aus einer ganzen Reihe von getrockneten Kräutern ihren Tee nach eigenem Geschmack zusammenstellen. Wer sich fragte, wieso eine Nähmaschine zum Teestand gehörte, bekam die Antwort zum Schluss, als die selbst zusammengestellte Kräutermischung in Tütchen verpackt und mithilfe der Nähmaschine zugenäht wurden. Michaela Hagen aus Neuhausen steht ebenfalls mit jedem heimatlichen Kraut auf du und du. Sie hat sich auf die Herstellung von Kräuteressig spezialisiert.

Miriella (7) weiss jetzt, wieso am Kräuterteestand eine Nähmaschine gebraucht wird. Sie durfte eine Teetüte zunähen.
Miriella (7) weiss jetzt, wieso am Kräuterteestand eine Nähmaschine gebraucht wird. Sie durfte eine Teetüte zunähen. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Ein paar Schritte weiter hatten Renée Freigang und Vanessa Weitzel alle Hände voll zu tun. Die jungen Leute machen im HdN ein Freiwilliges Ökologisches Jahr und luden zum Basteln von Windlichtern ein. Ein anderes Eldorado für Bastelfans aller Altersgruppen war der Tisch vom Beuroner Filz. Adele Nalik, Marlies Martin, Uschi Mager und Sabine Hagmann zeigten nicht nur, wie aus Wolle Filz wird, sondern luden die Zuschauer ein, selbst eine Kleinigkeit zu filzen. Beim Holzengelstand von Edeltraud Snackers durften Kinder, natürlich unter erwachsener Anleitung und Aufsicht, selbst zur Säge greifen. Antje Schnellbächer-Bühler gab Tipps für das Basteln mit Weidenruten und am Bienenwachs-Kerzenstand durften die wohlriechenden Flämmchenträger selbst gerollt werden.

Dem Geschwisterpaar Nora und Lorenz fiel es nicht schwer, die Schafe vom Distelhummelhof mit Streicheleinheiten zu verwöhnen.
Dem Geschwisterpaar Nora und Lorenz fiel es nicht schwer, die Schafe vom Distelhummelhof mit Streicheleinheiten zu verwöhnen. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Julianna Ranzmayer vom Leader-Büro in Sigmaringen stellte die neue „Regio-App“ vor. Damit ist eine App für das Smartphone gemeint, die es ermöglicht, sämtliche zertifizierten Bio-Betriebe in einer Region anzuzeigen. Die Tiere der biblischen Krippenwelt waren draußen durch zwei Schafe und einen Esel vom Distelhummelhof in Leibertingen vertreten. Besonders Kindern machte es Freude, die geduldigen Vierbeiner zu streicheln.

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