Mit Hilfe des Landessanierungsprogramms und des Entwicklungsprogramms ländlicher Raum (ELR) sollen Maßnahmen von bis zu 20 Millionen Euro gefördert werden. Osmakowski-Miller sagte: "Natürlich bekommen wir nicht 20 Millionen aus Stuttgart. Ein Großteil der Summe muss das Kloster stemmen."

Die Planung weist zwei Besonderheiten auf. Zum einen ist sie ein gemeinsames Projekt von Kloster und politischer Gemeinde. Zum anderen wurde sie im Rahmen eines Bürgertischprojekts abgestimmt. Denn in der Gemeinde soll, formulierte es Osmakowski-Miller, so die Keimzelle für die Erneuerung des gesamten Donautals inklusive Hausen im Tal und Thiergarten gelegt werden. Ein wichtiger Baustein in dieser Planung ist die vorgesehene Pflegestation für etwa elf Senioren im Bereich des Klosters. Dazu sagte der Erzabt: "Das Kloster und die Gemeinde haben das gleiche Problem. Die Bewohner werden immer älter und einige von ihnen brauchen Pflege." Osmakowski-Miller ergänzte: "Wer heute im Donautal pflegebedürftig wird, muss das Tal verlassen." Deshalb gibt es jetzt die Planung für eine gemeinsame Pflegestation für das Kloster und die Gemeinde. Die Pflegestation soll im geplanten Neubautrakt des Klosters untergebracht werden. Zu diesen Plänen erläuterte Gross: "Wir werden praktisch alles abbrechen, was für das Kloster nach 1945 gebaut worden ist." Betroffen ist der heutige Eingang im Pfortenbereich und auch die für den Verlag genutzten Räume. Ebenfalls auf der Abbruchliste stehen die Werkstattgebäude in Richtung Bahneinschnitt. An ihrer Stelle sind moderne Gebäude geplant. Unter anderem sollen hier der Klosterverlag, die Pflegestation und eine Gastronomie eingerichtet werden.

Ebenfalls vorgesehen ist die Optimierung des Gästeflügels. Erzabt Tutilo: "Wir haben beim Umbau in den Achtzigerjahren nicht den heutigen Bedarf an Seminarräumen voraussehen können." Doch damit sind die Pläne noch nicht erschöpft. Alle klostereigenen Häuser zwischen dem Hotel Pelikan und der Eisenbahnbrücke stehen ebenfalls auf der Abbruchliste. An ihrer Stelle ist eine Parkanlage mit Bäumen vorgesehen. Ein weiteres Kernstück der Planung ist der Rückbau der Ortsdurchfahrt im Zug der Kreisstraße aus Richtung Buchheim. Osmakowski-Miller: "Die Ortsdurchfahrt soll deutlich verlangsamt und verkehrsberuhigt werden." Das Projekt, so wurde angekündigt, ist auf Jahre hinaus angelegt. Allerdings, so Beck und Gross, sollen in fünf bis sechs Jahren schon deutliche Veränderungen zu sehen sein. Sollte Beuron in die entsprechenden Landesprogramme kommen, könnten die ersten Abriss-Bagger in der ersten Hälfte 2018 anrücken.

Weder der Bürgermeister noch der Erzabt sehen in den Plänen die Gefahr, dass sich Beuron zu einem Ort für Senioren entwickeln wird. Denn mit der neuen Infrastruktur würden Arbeitsplätze entstehen. Damit verbunden ist die Hoffnung des Rathauschefs auf den Zuzug von Familien.