Hoch über der Heuberg-Gemeinde Bärenthal findet sich in deren Ortsteil Gnadenweiler eine besondere Sehenswürdigkeit: Die Kapelle Mutter Maria Europas lockt Gläubige von überall her an diese Stelle. Und ein Pilgerweg bringt auch Wallfahrer hierher. Eine Einkehr für alle ist im benachbarten Café möglich. Am Betrieb in der Gaststätte "Café Kapellenblick" kann man grundsätzlich sehr gut ablesen, wie die Saison läuft und gelaufen ist. Seit die Kapelle eingeweiht wurde, läuft es hier oben eigentlich rund. "Momentan ist es aber einfach zu heiß," sagt Rosemarie Dreher, Betreiberin des Cafés, das in Steinwurfnähe zur Kapelle liegt.

Zu Beginn des Rundwegs neben der Kapelle steht das Denkmal für Edith Stein. Die Karmeliterin setzte sich für die Verständigung zwischen Deutschen und Juden ein und wurde 1942 von den Nazis ermordet. Papst Johannes Paul II. erklärte sie 1999 zur Patronin Europas.
Zu Beginn des Rundwegs neben der Kapelle steht das Denkmal für Edith Stein. Die Karmeliterin setzte sich für die Verständigung zwischen Deutschen und Juden ein und wurde 1942 von den Nazis ermordet. Papst Johannes Paul II. erklärte sie 1999 zur Patronin Europas.

Dies gilt vor allem für Pilger, von denen man im wesentlichen zwei Gruppen unterscheiden kann: Die Martinuspilger, die der Ausschilderung mit dem roten, liegenden Kreuz folgen, und die Jakobuspilger. Zwei Jakobuswege führen in Hechingen und Balingen von der Hauptroute Tübingen – Rottweil – Villingen auf die Schwäbische Alb und über Sigmaringen und das Kloster Beuron zum Bodensee. Sie wurden in Zusammenarbeit mit dem Schwäbischen Albverein mit dem Zeichen der gelben Muschel, dem Symbol der Jakobuspilger, ausgeschildert. Direkt an der Kapelle wurde vor vier Jahren ein Rundweg mit 2,2 Kilometern Länge eingerichtet, damit sich die Pilger die Füße vertreten können. Den Weg, der nach den Beobachtungen von Rosemarie Dreher "sehr sehr gut angenommen" wird, säumen an einzelnen Stationen auch Skulpturen. Er führt mitten durch heile Natur und bietet schöne Aussichten.

Der kurze Panorama-Rundweg "Glaube, Kunst und Natur" startet direkt neben der Kapelle und wird gerne genutzt. Am Beginn des Weges steht die Skulptur, von Apostel Petrus, der Fischer war.
Der kurze Panorama-Rundweg "Glaube, Kunst und Natur" startet direkt neben der Kapelle und wird gerne genutzt. Am Beginn des Weges steht die Skulptur, von Apostel Petrus, der Fischer war.

An der Kapelle und am Start zum Rundweg kann man den Tag über immer wieder Menschen treffen. Auch Urlauber wie Walter Teubel aus Karlsruhe, der öfter in der Gegend ist, aber noch nie hier war. "Ich mache ein paar Tage hier in Urlaub und kannte die Kapelle nicht", erzählt er, bevor er sich auf den Rundweg macht. Häufig sind es aber auch Einheimische und Nachbarn, die mit Freunden hoch nach Gnadenweiler kommen. Wie Prisca Engelkes, die vom benachbarten Hof kommt, inzwischen in Österreich lebt und mit ihrem Au Pair zu Besuch ist. Oder Karin Buck, ursprünglich aus Schwenningen, aber seit drei Jahren in Trossingen wohnhaft, die mit einer Freundin da ist. Es kommen aber auch ganze Gruppen, die teilweise auch mit eigenem Seelsorger anreisen, in der Kapelle eine Andacht feiern und dann ins Café wechseln. Im "Kapellenblick" begegnen einem Jahrgänger aus Fridingen und zwei sportliche Frauen aus der unmittelbaren Nachbarschaft. "Wir sind auch schon gepilgert, von Bärenthal aus", machen sie klar, dass sie durchaus nicht immer nur zum Kaffeetrinken kommen.

Die neue Bäralodge, auch ein toller Anlaufpunkt für Pilger, Wanderer und Ausflügler, die sich hoch zur Kapelle Maria Mutter Europas auf dem Gnadenweiler begeben.
Die neue Bäralodge, auch ein toller Anlaufpunkt für Pilger, Wanderer und Ausflügler, die sich hoch zur Kapelle Maria Mutter Europas auf dem Gnadenweiler begeben.

Fährt man von Gnadenweiler aus hinunter in den Hauptort Bärenthal, dann ist dort kurz nach der letzten Kurve am Waldrand, eine neue Begegnungsstätte entstanden. Vor mehr als drei Jahren hat Yvonne Trinkler aus der Schweiz mit ihrem Mann dort ein Gelände gekauft und umgebaut. Inzwischen kann sich die "Bära Lodge" sehen lassen. Mehr Wohnmobilstellplatz und Treffpunkt für einheimische Besucher ist sie, aber auch Anlaufstelle. "Wir können auch immer mal wieder Pilger begrüßen", sagt Yvonne Trinkler im Rückblick auch auf dieses Frühjahr und den Sommer. Die zu Ferienwohnungen ausgebauten Räumlichkeiten werden aber meist langfristig belegt. "Pilger wollen aber meist nur eine Nacht bleiben", ist sich Trinkler im Klaren. Aber wer mal hier war, kommt vielleicht dann auch mal wieder.

DerInitiator der Kapelle auf dem Gnadenweiler, Pater Notker Hiegl OSB, und der Breisacher Künstler Helmut Lutz erschufen aus Bärenthaler Tuffstein ein modernes Gotteshaus voller Symbolik. Es hat die Form der Arche Noah, über der sich der Regenbogen aufspannt. Mit den Fingern der ausgestreckten Hand ragt der Glockenturm in den Himmel.
DerInitiator der Kapelle auf dem Gnadenweiler, Pater Notker Hiegl OSB, und der Breisacher Künstler Helmut Lutz erschufen aus Bärenthaler Tuffstein ein modernes Gotteshaus voller Symbolik. Es hat die Form der Arche Noah, über der sich der Regenbogen aufspannt. Mit den Fingern der ausgestreckten Hand ragt der Glockenturm in den Himmel.