Mit der förmlichen Festlegung des Sanierungsgebiets Beuron als Satzung und der Wahl des vereinfachten Sanierungsverfahrens hat der Gemeinderat den Startschuss für die Sanierungsmaßnahmen gegeben. Dieser Satzungsbeschluss muss veröffentlicht und dem Regierungspräsidium mit Begründung mitgeteilt werden.

Mangelhafte Bausubstanz

Zum Hintergrund: Im Mai war die Aufnahme in das Städtebauförderprogramm bestätigt und in einem ersten Schritt ein Förderrahmen von 1,25 Millionen Euro bewilligt worden. Bei den vorbereitenden Untersuchungen seien die städtebaulichen Missstände, die mangelhafte Bausubstanz und die Leerstände aufgelistet worden und durch Begehungen, Fragebögen und Einzelgespräche habe man weitere Informationen erhalten, informierte Stadtplaner und Architekt Roland Groß.

Fragebogenaktion zeigt hohe Bindung

Die Fragebogenaktion, die die hohe Bindung der Menschen an Beuron gezeigt hätte, habe viele positive und interessante Ergebnisse geliefert. So wohnten 74 Prozent der Befragten gerne in Beuron, rund ein Drittel schon über 25 Jahre. Bemerkenswert sei, dass mehr als die Hälfte der Befragten unter 60 Jahre ist. Gerade die jüngere Altersgruppe, die sich bewusst entschieden habe in Beuron zu leben, sei bereit, in Sanierungen zu investieren. Außerdem hätten 76 Prozent angegeben, weiterhin in Beuron wohnen zu bleiben, und ihre Wohnsituation beizubehalten.

Heizungen über 20 Jahre alt

Modernisierungsbedarf bestehe bei den Heizungen, da mehr als die Hälfte der Anlagen über 20 Jahre alt sind. Zufrieden seien offensichtlich die 43 Prozent, die keine Anregungen an die Gemeindeverwaltung notierten. Ein deutliches Ergebnis habe die Frage nach der Durchführung von Baumaßnahmen bei entsprechender Förderung gebracht. 70 Prozent hätten mit "ja" gestimmt. Diese Aufbruchstimmung müsse man nutzen, die ersten Baumaßnahmen könnten 2019 getätigt werden, zumal die Bürger und die Träger öffentlicher Belange keine nennenswerten Einwände formulierten.

Abriss unvermeidlich

Auch im öffentlichen Bereich seien Investitionen notwendig. Ortsbildprägende Gebäude, darunter vor allem Kulturdenkmale des Klosters, könnten nur durch grundlegende und tief greifende Modernisierungen erhalten und für zukünftiges Wohnen oder gewerbliche Nutzungen instandgesetzt werden. Bei einigen Gebäuden seien Abrissmaßnahmen unvermeidlich. Die Abteistraße als Kreisstraße trenne das Dorf in zwei Hälften. Ziel sei es, diese Teile in erster Linie fußläufig zu vernetzen. Dabei ist angedacht, den Bereich Pfortenhof-Klosterverlag-Abzweigung der Wolterstraße zum Bahnhof neu zu gestalten. Bahnhof und Naturschutzzentrum sollten damit besser angebunden werden. Durch Aufweitung werde dieser neu zu gestaltende Klosterplatz eine besondere stadträumliche Qualität erhalten, sagte Stadtplaner Groß.

Verlagerung des Kunstverlags

Der Maßnahmenplan sieht weiter die Verlagerung des bisherigen Standorts des Beuroner Kunstverlags, die Modernisierung der markanten Gaststätte und die Neustrukturierung des Koster-Wirtschaftshofes vor. Ebenso die Verlagerung von Kiosk und Buchhandlung und den Abriss der WC-Anlagen. Eine kontinuierliche Fortschreibung der planerischen Überlegungen zusammen mit dem Gemeinderat und den betroffenen Bürgern sei erforderlich, ergänzte Roland Groß. Eine aktive Mitarbeit, bezogen auf die Sanierung, sei von der Seite des Klosters zugesagt.