Der Aufbau soll bis April beendet sein und da bei einem Umbau wie dem Laufenden mit vielen Partnern zusammen gearbeitet werde, habe man sich auch die notwendige Zeit für den Umbau nehmen müssen. Dabei habe ihr und dem gesamten Team im Haus der Natur angesichts des schönen Wetters im September und Oktober das Herz geblutet, bekennt Raddatz. Schließlich war das Haus geschlossen und die Ausflügler, die bei dem schönen Wetter kamen, konnten das Haus nicht besuchen. "Aber Anfang Mai wollen wir mit allem fertig sein und endlich wieder zur Verfügung stehen", betont Raddatz.

Ute Raddatz, Leiterin des Naturschutzzentrums Obere Donau, in den noch leeren Ausstellungsräumen.
Ute Raddatz, Leiterin des Naturschutzzentrums Obere Donau, in den noch leeren Ausstellungsräumen. | Bild: Gregor Moser

Abgesagt worden sei in diesem Jahr zudem der Adventsmarkt. Auch diese Entscheidung sei schweren Herzens getroffen worden. Doch nachdem sich der Markt einer immer größeren Beliebtheit erfreute, habe man seitens der Veranstalter keine Einbußen in der Qualität der Veranstaltung riskieren wollen, die angesichts der laufenden Umbauarbeiten sehr wahrscheinlich gewesen wären. Dabei stehe es außer Frage, dass im kommenden Jahr an die Erfolge der Adventsmärkte angeknüpft werden und ein solcher Markt auch wieder veranstaltet werden wird.

Parallel zu den Umbauarbeiten laufe gemeinsam mit dem beauftragten Planungsbüro die Arbeit für die Neugestaltung der Ausstellung. "Das Konzept für die Gestaltung und die Festlegung des Umfangs der Inhalte sind erfolgt, nun arbeiten wir uns Stück für Stück durch die neue Ausstellung und planen die Objekte im Detail. Wir erarbeiten bereits die benötigten Materialen, stellen Texte her und so weiter.

" Ein zusätzlicher Aspekt der neuen Ausstellung werde die Einbeziehung des Bahnhofgebäudes sein. In dem Zusammenhang wurde auch die ursprüngliche Gepäckdurchreiche – eine Glaswand, die bislang hinter Informationsmaterial verschwunden war – zu sehen sein und den Blick auf einen Raum freigeben, in dem ursprüngliches Mobilar des Bahnhofs gezeigt und die Geschichte des Gebäudes nachgezeichnet werden soll.

Im Haus der Natur laufen derzeit Umbauarbeiten. Ab Mai soll wieder geöffnet sein.
Im Haus der Natur laufen derzeit Umbauarbeiten. Ab Mai soll wieder geöffnet sein.

In der Ausstellung werde es auch neue Themen wie die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie geben, die in den vergangenen Jahren neu hinzugekommen sind und nun Einzug in die Ausstellung finden sollen. Im Zentrum bleibe dabei indes das Anliegen bestehen, den Besuchern klarzumachen, in welch einzigartigem Gebiet sie sich im Naturpark befinden. Damit seien selbstverständlich auch die Einheimischen angesprochen, bemerkt Raddatz. "Denn wenn man hier lebt, wird vieles zur Selbstverständlichkeit." Während die bisherige Ausstellung sich an der Geografie orientierte soll es in der neuen Ausstellung darum gehen, die Vielfalt nach Lebensräumen geordnet zu zeigen.

Land, Kreise und Kommunen beteiligen sich gemeinsam an den Kosten

Eine Vorschau und zum Hintergrund über das Haus der Natur:

  • Die neue Ausstellung im Haus der Natur ist multimedial geplant. Es wird Hör- und Filmstationen geben. Schwerpunktthemen der neuen Ausstellung werden die Geschichte des Beu­roner Bahnhofs und die Eisenbahngeschichte im Donautal ebenso sein, wie die Vielfalt des Naturparks mit seinen Felsen, Bächen, Hecken, Steinriegeln und der Donau. Der Besucher erfährt, welche Tiere hier leben. Genauso wird auch das touristische Angebot vorgestellt. Über einen Computer kann sich der Besucher beispielsweise über das Freilichtmuseum in Neuhausen informieren. Dieses Angebot könne jederzeit verändert, aktualisiert und ergänzt werden. Auch der Verkaufs- und Ausstellungsraum für Produkte aus dem Naturparkgebiet wird in die Sanierung mit eingebunden.
  • Die Kosten von 440 000 Euro teilen sich zu gleichen Teilen das Naturschutzzentrum und der Naturpark. An den Kosten beteiligen sich das Land, die Kreise und die Kommunen im Zuständigkeitsbereich des Beuroner Hauses der Natur.
  • Im Haus der Natur untergebracht ist das Naturschutzzentrum obere Donau. Es ist eine Stiftung des bürgerlichen Rechts. Zu den Aufgaben zählt die Information über den Naturraum und Menschen für einen schonenden Umgang mit der Natur zu sensibilisieren. Außerdem ist das Naturschutzzentrum für die Pflege und Betreuung der Naturschutzgebiete und Biotope im Bereich des Naturparks Obere Donau zuständig. Der Naturpark ist ein Verein mit der Aufgabe des Ausgleichs der Erholungsnutzung und Landschaftserhaltung. Der Naturpark unterstützt außerdem über ein spezielles Förderprogramm Projekte der Erholungsinfrastruktur, der Besucherinformation und der Erhaltung von Naturdenkmälern. Er betreibt den Naturpark-Express und kümmert sich zusammen mit dem Naturschutzzentrum um die Direktvermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Sowohl in der Stiftung als auch im Naturpark sind die vier Landkreise Biberach, Zollernalb, Sigmaringen und Tuttlingen sowie 55 Kommunen beteiligt. Bei beiden Stellen sind sieben vollzeit- und teilzeitbeschäftigte hauptamtliche Mitarbeiter tätig, sowie derzeit junge Leute, die ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr absolvieren.

Informationen im Internet:www.naturpark-obere-donau.de