Marktstände beim "Haus der Natur" reihten sich aneinander. Elvira Unger, Organisatorin der Markttage, stellte fest: "Bei den dritten Markttagen hat man schon die gewisse Erfahrung, man ist nicht mehr so aufgeregt wie beim ersten Mal. Mich freut es ganz besonders, dass die örtlichen Vereine alle mitziehen."

Das Handwerk von einst hat sich inzwischen zum Kunsthandwerk gewandelt. Die verfeinerte Technik zur Materialbearbeitung und die persönliche Inspiration ließen reine Kunstwerke entstehen, wie auf bei dem Markt zu sehen war.

Elvira Unger ist Organisatorin der Markttage und sie freut es vor allem, dass die örtlichen Vereine alle mitziehen.
Elvira Unger ist Organisatorin der Markttage und sie freut es vor allem, dass die örtlichen Vereine alle mitziehen.

Die Marktbesucher durften den Ausstellern bei der Bearbeitung von Holz, Stein, Metall und Stoffe über die Schulter schauen und staunten dabei über die Fingerfertigkeit, mit welchem Geschick Schmuckstücke gefertigt oder Dekorationsartikel hergestellt wurden. Manches Unikat fand so seinen Käufer oder es wurde auf Bestellung vor Ort gefertigt. "Auf dem Markt sieht man viele einzigartige Dinge einer großen Handwerkskunst", stellten so Klaus und Lydia Henkel aus Krumbach übereinstimmend und mit Anerkennung fest.

Klaus und Lydia Henkel aus Krumbach sind besonders von der gezeigten Handwerkskunst angetan.
Klaus und Lydia Henkel aus Krumbach sind besonders von der gezeigten Handwerkskunst angetan.

Das Haus der Natur, ein Mittelpunkt im Naturpark obere Donau, zog große und kleine Besucher gleichermaßen an. Das Team um Markus Ellinger wurde mit Fragen zu Natur und Umwelt geradezu überhäuft. Einen eigenen Mittelpunkt bot das Lager aus dem Mittelalter mit altem Handwerk. Hier bewunderten die Besucher die Arbeit des Korbmachers Thorsten Schmidt aus Tettnang. "Mein Handwerk wird nur noch von wenigen Korbmachern ausgeübt", sagte er. Väter würden dieses Handwerk gerne an die jüngere Generation übermitteln, "doch das Interesse ist sehr gering".

Karl und Elfriede Binder aus Worndorf zeigen sich vom Angebot der Aussteller auf dem Markt beeindruckt.
Karl und Elfriede Binder aus Worndorf zeigen sich vom Angebot der Aussteller auf dem Markt beeindruckt.

Aus der historischen Weberei aus Altshausen brachten Anke und Jeroen van Bakel ihren Handwebstuhl auf das Marktgelände. Trotz vieler Fragen interessierter Besucher fand die Spule immer den Weg durch die gespannten Fäden und es entstand nach und nach das kostbare Tuch. Gruslig anmutend waren die Geschichten aus dem Alltag eines Scharfrichters, der das Rechtssystem des Mittelalters vermittelte. Hierbei zog Jürgen der "Scharfrichter zu Konstanz" die Zuhörer in seinen Bann. Er hielt fest: "Das Leben war damals kein Blumenpflücken." Vergleichsweise schmerzfrei war dagegen die Behandlung beim Medicus zu Hewen. Edmund Hintner berichtete von den Heilungsmethoden seiner Zeit. Die Behandlung mit Blutegel war die mit Abstand humanste Methode. Karl und Elfriede Binder aus Worndorf stellten am Rande des Geschehens fest: "Uns beeindrucken die Ideen der Aussteller mit ihren Angeboten."

In zwei Jahren wieder

Das herrliche Wetter am Wochenende macht die Zusammenkunft dabei noch reizvoller. Und für die musikalische Unterhaltung spielten Linde und Harald Kink aus Bad Waldsee mit ihren Drehorgeln und das Trio "Saitenspiel" aus Freiburg war als Straßenmusikanten unterwegs. Für die Verpflegung der Besucher sorgten die örtlichen Vereine an zwei Tagen. Organisatorin Unger war mit dem Besuch und dem Ablauf vollauf zufrieden. "In zwei Jahren wird der Markt wiederum am ersten Wochenende im Juli stattfinden", versicherte sie.

Sie gönnen sich eine verdiente Pause beim Team Haus der Natur (von links): Der kleine Milan zusammen mit Luzia Tiggemann und Julia Leibinger.
Sie gönnen sich eine verdiente Pause beim Team Haus der Natur (von links): Der kleine Milan zusammen mit Luzia Tiggemann und Julia Leibinger.