Die Einrichtungen für den Fremdenverkehr in der Klostergemeinde Beuron werden im kommenden Jahr deutlich verbessert und erweitert werden. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung zeichnete sich außerdem eine Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und dem Beuroner Gastronomen Jürgen Burchhardt beim Bau und der Nutzung gemeinsamer Sanitäranlagen bei der historischen Holzbrücke ab. Ob es soweit kommt, werde sich, wie beide Seiten versicherten, im Lauf der kommenden Monate entscheiden.

Die Gemeinde hat 2016 einen Wohnmobil-Parkplatz bei der Holzbrücke gebaut. Die 21 dort vorhandenen Stellplätze haben Stromanschluss. Für die Entsorgung des WC-Abfalls aus den Wohnmobilen ist bislang keine Station vorhanden. Das soll sich nach dem Willen des Gemeinderats ändern. Das Ziel der kommunalen Spitzen formulierte Bürgermeister Raphael Osmakowski-Miller so: "Mit dem Bau der Entsorgungsstation ermöglichen wir den Wohnmobil-Touristen mehrtägige Aufenthalte." Die Kosten für die Entsorgungsstation belaufen sich auf brutto rund 22 000 Euro. Nach Abzug der Mehrwertsteuer bleiben rund 18 000 Euro übrig. Seit dem 4. September liegt der Zuschussbescheid aus dem Regierungspräsidium über 50,4 Prozent vor.

Jürgen Burchhardt betreibt in Beuron beim Haus der Natur die Pension "Haus im Donautal". Auf dem Grundstück zwischen dem Wohnmobil-Stellplatz und der Holzbrücke möchte der Gastronom neun "Schlaffässer" aufstellen. Dazu plant er eine Grillhütte, sowie zwei Container mit Duschen und Toiletten. Zunächst soll damit den Bedürfnissen der Bewohner der Schlaffässer Rechnung getragen werden. Die Frage ist nun, ob dieser Sanitärcontainerbereich so ausgebaut werden kann, dass er auch von den Wohnmobilisten mitgenutzt werden kann. Das wiederum würde eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde beim Bau des Sanitärbereichs bedeuten.

An diesem Punkt setzen die am deutlichsten von Ratsmitglied Brigitta Kruthoff formulierten Bedenken an. Sie erklärte: "Brauchen wir dann überhaupt eine Entsorgungsstation? Ich finde das übertrieben." Dem Argument des Bürgermeisters, es gehe darum, die Wohnmobilnutzer zum längeren Bleiben zu motivieren, entgegnete die Gemeinderätin mit dem Hinweis auf die für die Gemeinde entstehenden Gesamtkosten. Wie hoch diese sein werden, stehe noch nicht fest. Bei Burchhardts Baugesuch handelt es sich um eine Bauvoranfrage. Erst wenn eine solche Voranfrage positiv beantwortet wird, kann mit den Planungen begonnen werden, die dann erst in einen Bauantrag münden. Ungeachtet der von Kruthoff angeführten Argumente zeichnete sich aber bei den übrigen Ratsmitgliedern eine positive Grundhaltung zur gemeinsamen Nutzung der Container ab.