Es ist ein ganz gewöhnlicher Donnerstagnachmittag, doch im Café „Kapellenblick“ in Gnadenweiler haben Betreiber und Mitarbeiter alle Hände voll zu tun. Seit der Eröffnung am 24. Oktober 2009, also vor beinahe zehn Jahren, läuft das Café und Speiserestaurant sehr gut. Jährlich besuchen mehrere tausend Besucher und Gläubige die Kapelle „Maria Mutter Europas“, ein Bauwerk aus hellem Gnadenweiler Bruchstein und transparenten Glas, das nur wenige hundert Meter entfernt liegt und zugleich auch den Grundstein für das Café bildet.

Die Kapelle „Maria Mutter Europas“ ist ein beliebtes Ziel für Wallfahrer.
Die Kapelle „Maria Mutter Europas“ ist ein beliebtes Ziel für Wallfahrer. | Bild: Wilfried Koch

Bau der Kapelle „Maria Mutter Europas“ 2007

Mit dem Bau der Kapelle „Maria Mutter Europas“ vor gut zehn Jahren sahen Rosemarie und Siegfried Dreher einen Markt für das Café. Benediktiner Notker Hiegl gab 2007 den Anstoß zum Bau der Kapelle. Jährlich werden Kapelle und das Café von rund 100 Bussen angefahren. Vier Festangestellte und viele Schülerinnen und Studentinnen unterstützen die Café-Inhaber.

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Doch nicht nur die Lage ist für den Erfolg verantwortlich, sondern auch das Konzept des Familienunternehmens. „Wir führen mit den Eltern und Schwiegereltern den Betrieb“, erklärt der 36-jährige Benedikt Krieger. Der Küchenmeister heiratete Patricia Krieger, stieg so in den Familienbetrieb ein und legte den Grundstein für das zweite Standbein als Speiserestaurant. In Café und Restaurant wird überwiegend regionale Küche geboten. Benedikt Krieger bäckt alle Kuchen selbst, nennt deren Stil „rustikal und ländlich“ und verwendet, „was die Saison hergibt“.

Alle Kuchen für das Café Kapellenblick bäckt Küchenmeister Benedikt Krieger selbst. Die Schwarzwälder Kirschtorte ist ein Klassiker.
Alle Kuchen für das Café Kapellenblick bäckt Küchenmeister Benedikt Krieger selbst. Die Schwarzwälder Kirschtorte ist ein Klassiker. | Bild: Sandra Häusler

„Man ist hier oben wetterabhängig“

Durch das quadratische Glaskuppeldach in der Mitte des Holzdachs können die Gäste den blauen Himmel und die vorbeiziehenden Wolken beobachten. Große Panoramafenster bieten den weitläufigen Blick auf sattgrüne Wiesen und Felder, und natürlich auch auf die die Kapelle, deren helle Bruchsteinwände in der Abendsonne golden zu leuchten beginnen. Ausstellungen regionaler Künstler, wie aktuell von Manuela Stadelbauer, sorgen für eine wechselnde Wandgestaltung.

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„Man ist hier oben wetterabhängig“, erklären Benedikt Krieger und Rosemarie Dreher. Deshalb sind die Öffnungszeiten während der Wintermonate reduziert. Sobald die Weihnachtsmärkte anstehen, wird es kurzzeitig ruhiger, bis dann die Frequentierung durch die Weihnachtsfeiern und Weihnachtsfeiertage wieder ansteigt.

„Ein schönes Plätzchen“, findet Pater Landelin (links) vom Benediktinerkloster Beuron. Rosemarie Dreher freut sich über seinen Besuch.
„Ein schönes Plätzchen“, findet Pater Landelin (links) vom Benediktinerkloster Beuron. Rosemarie Dreher freut sich über seinen Besuch. | Bild: Sandra Häusler

„Einfach ein schönes Plätzchen“, findet Pater Landelin

An diesem Nachmittag feiern Hermann und Lore Hirt aus Rangendingen bei Hechingen ihre diamantene Hochzeit zunächst in der Kapelle und danach im „Kapellenblick“ mit Gästen. Sie sind hier bereits viele Jahre Stammgäste, berichtet Rosemarie Dreher und freut sich mit dem Jubelpaar. Pater Landelin aus dem Beuroner Kloster gestaltete den Dankgottesdienst und sagt: „Einfach ein schönes Plätzchen.“ Martina und Richard Burkard aus Zimmern verbinden den Besuch mit einem Ausflug und werden von Anja Bauer bedient, die schon seit 2010 im „Kapellenblick“ als Aushilfe tätig ist. Annemarie Berthold aus Heinstetten genießt mit ihrer Bekannten ein Stück Bienenstich und lässt sich hier gerne und öfters verwöhnen.

Hermann und Lore Hirt aus Rangendingen bei Hechingen feierten ihre diamantene Hochzeit in der Kapelle „Maria Mutter Europas“ und im Café Kapellenblick.
Hermann und Lore Hirt aus Rangendingen bei Hechingen feierten ihre diamantene Hochzeit in der Kapelle „Maria Mutter Europas“ und im Café Kapellenblick.

Auf dem Erfolg ihres Familienunternehmens ruhen sich die Betreiberfamilien Benedikt und Patricia Krieger und Rosemarie und Siegfried Dreher nicht aus, sondern schmieden Zukunftspläne. „Wir möchten ein Gästehaus mit 40 Betten bauen, aber das Projekt ist noch in der Genehmigungsphase bei den Behörden“, beschreibt der Küchenmeister. Die Betreiber sind jedoch sehr optimistisch, das Projekt in den nächsten zwei bis drei Jahren zu finalisieren, sagt Benedikt Krieger.

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