Ratsmitglied Rüdiger Bertsch ist Anlieger an dieser Straße. Er machte in der Vergangenheit zwei Beobachtungen. Bertsch: "Mir fiel die Kontrolle durch einen Motorradpolizisten während der regulären Dienstzeit zur Mittagsstunde auf." Die zweite Beobachtung des Kommunalpolitikers ist, dass sich Motorradfahrer vorwiegend an den Wochenenden und nach Feierabend ab 17 Uhr treffen, um mit ihren Maschinen die kurvenreiche Steilstrecke zu befahren. Seine Schlussfolgerung aus diesen Beobachtungen fließen in die Forderung mit ein, dass die Polizeikontrollen auf eben diese Zeiten zu konzentrieren wären.

Diese Meinung teilt Osmakowski-Miller. Der ehrenamtliche Bürgermeister ist in seinem eigentlichen Beruf Polizeibeamter. Er hat sich deshalb in seiner Eigenschaft als Bürgermeister an die zuständige Stelle im Polizeipräsidium Konstanz gewandt. Das war am 31. Mai, also noch bevor die Sigmaringer Straßenverkehrsbehörde die Geschwindigkeitsbegrenzung verfügte. Der Konstanzer Polizeipräsident Ekkehard Falk sichert in seinem Antwortschreiben vom 3. Juli zu, dass die Verkehrspolizei die vier Kilometer lange Strecke zwischen Thiergarten und Stetten im Auge behalten werde.

Falk: "Gemäß der gültigen Konzeption Motorradkontrollen 2017 des Polizeipräsidiums werden auch in diesem Jahr zur Intensivierung des Kontrolldrucks ganzjährig zielgerichtete und öffentlichkeitswirksame Verkehrsüberwachungsmaßnahmen durchgeführt." Die Kontrollen, so kündigt der Polizeipräsident an, sind in den von Motorradfahrern stark frequentierten Bereichen Donautal, Hegau, Allgäu und Bodensee geplant. Zusätzlich würden je nach Unfallentwicklung und der Verkehrslage festgelegt. Des Weiteren werden im Verlauf der Saison weitere Kontrollen nach Beurteilung der Unfallentwicklung und der Verkehrslage festgelegt, heißt es weiter in der Antwort aus Konstanz. Einigen Mitgliedern des Gemeinderats in Beuron waren diese Äußerungen des Polizeichefs indessen nicht konkret genug.

Ob der Eindruck stimmt, dass nicht zu den richtigen Zeiten kontrolliert worden ist, lässt sich derzeit nicht mehr feststellen. Dazu schreibt der Polizeipräsident: "Was die Frage nach der Anzahl der durchgeführten Motorrad- und Verkehrskontrollen in den Jahren 2015 und 2016 im Donautal betrifft, so darf ich Ihnen mitteilen, dass Vorkommniseinträge zu Kontrollen und Ordnungswidrigkeitenanzeigen nach spätestens einem Jahr systembedingt gelöscht werden und ich lhnen deshalb keine genauen Zahlen nennen kann." Rüdiger Bertsch meint zu der Antwort des Polizeipräsidenten leicht ironisch: "Ich gewöhne mich langsam daran, dass alles nicht so schlimm ist." Er beobachtet, dass Motorradfahrer immer wieder die Strecke "rauf und runter" befahren und erklärt zusammenfassen: "Das ist laut für die Anwohner und gefährlich für die Biker."

Die Unfallzahlen

Die Polizeistatistik weist für die Strecke zwischen Thiergarten und Stetten in den Jahren 2015 und 2016 sechs Motorradunfälle aus. Bei diesen Unfällen verletzten sich fünf Personen schwer, drei weitere mussten wegen leichterer Verletzungen behandelt werden. Bei vier Unfällen waren die Biker allein beteiligt. Bei allen sechs Vorfällen ermittelte die Verkehrspolizei die betroffenen Biker auch als Unfallverursacher. Insgesamt gilt die Steilstrecke bei der Polizei als Unfallschwerpunkt. In den beiden Jahren wurden im gesamten Donautal zwölf Biker beim Rasen ertappt. In sieben Fällen war die Geschwindigkeit so hoch, dass Fahrverbote verhängt werden mussten. (hps)