Die neue Dauerausstellung im Beuroner Haus der Natur unter dem Motto "Abenteuer Vielfalt" ist weitaus mehr als nur ein Anhängsel der Naturschutzarbeit. Sie ist ein integraler Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit des im Haus der Natur untergebrachten Naturparkvereins und des Naturschutzzentrums, die in ihrer Bedeutung nicht unterschätzt werden kann.

In dieser Wertung waren sich am gestrigen Freitag die Redner des Festaktes einig, mit der die Dauerausstellung 2.0 im Haus der Natur der Öffentlichkeit übergeben wurde. Die Schirmherrschaft hatte die Ministerpräsidenten-Ehefrau Gerlinde Kretschmann übernommen. Für die Landesregierung war die Staatssekretärin im Ministerium für den Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Friedlinde Gurr-Hirsch, an die Donau gekommen.

Friedlinde Gurr-Hirsch und Tuttlingens Landrat Stefan Bär an der Riechstation.
Friedlinde Gurr-Hirsch und Tuttlingens Landrat Stefan Bär an der Riechstation.

400 000 Besucher in 22 Jahren

Seit 22 Jahren sind der Naturparkverein und das Naturschutzzentrum Obere Donau im ehemaligen Bahnhof der Klostergemeinde, dem heutigen Haus der Natur, zuhause. Seit dem Einzug gab es auch eine Dauerausstellung. In dieser Zeit haben sich 400 000 Besucher im Rahmen dieser Ausstellung über Flora und Fauna im Bereich des Naturparks und besonders des Oberen Donautals informiert. Im Laufe der Jahre war die Ausstellung, wie Ute Raddatz vom Naturschutzzentrum im SÜDKURIER-Gespräch berichtete, immer wieder aktualisiert worden. Doch nach 20 Jahren wies die Dauerausstellung zum einen deutliche Gebrauchsspuren auf. Zum anderen entsprach sie nicht mehr den heutigen Anforderungen.

Gerlinde Kretschmann (links) als Schirmherrin zusammen mit Ute Raddatz (Naturschutzzentrum) und Bernd Schneck (Naturpark).
Gerlinde Kretschmann (links) als Schirmherrin zusammen mit Ute Raddatz (Naturschutzzentrum) und Bernd Schneck (Naturpark). | Bild: Hermann-Peter Steinmüller

Nach zwei Jahren Planungszeit und einer Umbauphase seit Herbst 2017 präsentiert sich die Infoschau völlig neu. Dafür haben das Land Baden-Württemberg sowie die Landkreise Tuttlingen, Sigmaringen, Biberach und der Zollernalbkreis insgesamt 440 000 Euro investiert. Weitere 10 000 Euro steuerte die Stiftung der Landesbank bei.

Natur mit "allen Sinnen" erleben

Staatssekretärin Gurr-Hirsch brachte einen wichtigen Ansatz der neuen Ausstellung so auf den Punkt: Es gelte, besonders den Kindern und Jugendlichen einen Zugang zur Vielfalt der Natur mit "allen Sinnen" zu verschaffen. Dazu gehört beispielsweise eine Duftstation, in der der Geruch verschiedener Blumen eingeatmet werden kann. Die Politikerin stellte das Beuroner Ausstellungsprojekt in den großen landespolitischen Rahmen. Friedlinde Gurr-Hirsch äußerte die Erwartung, dass durch die neue Ausstellungskonzeption das Interesse der Öffentlichkeit für die Umwelt und den Naturschutz weiter geweckt werden kann.

Beim Eröffnungsrundgang fanden die multimedialen und interaktiven Angebote großen Anklang.
Beim Eröffnungsrundgang fanden die multimedialen und interaktiven Angebote großen Anklang. | Bild: Hermann-Peter Steinmüller

Die Ausstellung macht einen weitaus geräumigeren Eindruck als ihre Vorgängerin. Insgesamt elf Multimediastationen fordern die Besucher zum interaktiven Erleben der Informationsschau auf. Riechen, fühlen, hören, sehen sind Stichworte für die jetzt umgesetzte Ausstellungskonzeption.

Sigmaringens Landrätin Stefanie Bürkle wies auf die gute Zusammenarbeit zwischen dem Naturschutzzentrum und dem Naturpark hin. Das gelte auch für den Naturpark, der sich über vier Landkreise in zwei Regierungsbezirken erstrecke. Bürkle: "Die Chemie zwischen den Akteuren stimmt."

Haus der Natur

Das Haus der Natur und damit auch die neue Dauerausstellung im ehemaligen Beuroner Bahnhof ist das ganze Jahr über von Montag bis Freitag zwischen 9 und 17 Uhr geöffnet. Zusätzlich ist das Haus der Natur zwischen dem 1. April und dem 1. November auch an den Wochenenden und an den Feiertagen zwischen 13 und 17 Uhr geöffnet. Der Besuch der Ausstellung ist kostenlos. Informationen im Internet unter www.nazoberedonau.de und www.naturpark-obere-donau.de (hps)