Die Volksbank Bad Saulgau hat über ihre beiden Vorstandsmitglieder Klaus Remensperger und Klaus Thaler den Medien das vorläufige Bilanzergebnis präsentiert. Herausragend: Erstmalig seit dem bald 150-jährigen Bestehen dieses Bankhauses ist die Marke von einer Milliarde Euro zum Jahresende 2017 übertroffen worden. Exakt waren es 1,075 Milliarden Euro, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 80 Millionen Euro. „Durch Wachstum, nicht durch Zufall“, wie Remensperger betonte. In dieser Summe seien alle Vermögenswerte der Volksbank Bad Saulgau zusammengefasst.

„Die in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsene Bilanzsumme ist für uns ein Beleg für die Zufriedenheit unserer knapp 33 000 Mitglieder und mehr als 56 000 Kunden“, reagierte Vorstandsmitglied Klaus Remensperger hocherfreut auf diese positive Entwicklung. Ohne die der Volksbank entgegengebrachte Treue und das Vertrauen wäre ein solches stetiges Wachstum nicht möglich gewesen. Diese kontinuierliche Entwicklung würde sich auch in den guten Ergebnissen im Kerngeschäft der Genossenschaftsbank widerspiegeln (siehe Grafik).

So waren die betreuten Kundeneinlagen um stattliche 102 Millionen auf 1,28 Millionen Euro, also um 8,7 Prozent, angewachsen. Hierbei habe sich der Trend des Vorjahres durchgesetzt, dass viele Mitglieder und Kunden bei ihrem Ersparten auf Fonds der Union Investment zurückgreifen. Sie ist ein Partner der Volksbanken und Raiffeisenbanken innerhalb der genossenschaftlichen Finanzgruppe. Auch bei den betreuten Kundenkrediten war ein Anstieg von 775 Millionen Euro auf 817 Millionen Euro – ein Plus von 42 Millionen Euro oder 5,4 Prozent zu verzeichnen. Nach Interpretation der Verantwortlichen würden die Zahlen den ungebrochenen Wunsch nach einem Eigenheim im Geschäftsgebiet dieses Bankhauses belegen. 70 Millionen Euro seien 2017 allein in die Baufinanzierung gesteckt worden. Auch im gewerblichen Bereich würde in der Zusammenarbeit mit der Volksbank weiterhin fleißig in die Region investiert.

Großen Anteil am positiven Ergebnis von 2017 hätte das Provisionsgeschäft, das sich ebenfalls gut entwickelt habe. Remensperger nennt hierzu eine intensiv weiterentwickelte Beratungsphilosophie. Wobei nicht nur die Mitarbeiter geschult würden, auch die EDV-technische Unterstützung sei weiter ausgebaut worden. „Dadurch können wir weitaus mehr Beratungen mit einer höheren Qualitätsstufe anbieten“, sagte Klaus Remensperger. Fortgeführt würde die Modernisierung in vielen Bereichen. Hierbei stehe die Digitalisierung den Kundenwünschen gemäß im Vordergrund. Demzufolge würden weitere Möglichkeiten geschaffen, Bankgeschäfte über das Internet, vielmehr über das Smartphone abzuwickeln.

Ein weiterer anschaulicher Trend: Kunden suchen in der langfristigen Anlage eine gewisse Rendite. So dürfte in den nächsten Jahren die Altersvorsorge ein deutlich größeres Thema werden, prognostizierte Klaus Thaler.

Gesunken sei das Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahr von 8,2 auf 7,7 Millionen Euro – eine direkte Auswirkung der lang anhaltenden Niedrig-zinsphase, die nach Einschätzungen der beiden Vorstandsmitglieder auch in den nächsten Jahren Bestand haben dürfte. „Daher sind wir zufrieden, dass unsere im Jahr 2017 getroffenen Maßnahmen sofort Früchte getragen haben und wir den fehlenden Zinsüberschuss so gut wie möglich ausgleichen konnten,“ sagte Klaus Thaler. Sein Fazit bringt es kurz und bündig auf den Punkt: „Wir haben unsere Planungsziele für 2017 erreicht.“

Am aktuell bestehenden Netz von Filialen wollen die Vorständler der Volksbank in den nächsten beiden Jahren nicht rütteln. „Diese sind ein wichtiger Baustein, um in der Fläche präsent zu sein und wir haben jetzt die richtigen Größen – das funktioniert“, sagte Klaus Thaler auf Nachfrage dieser Zeitung. Mit der Modernisierung des Beratungszentrums Sigmaringen würde noch in diesem Jahr begonnen.

Remensperger war es zum Schluss wichtig, aufzuzeigen, dass die Volksbank Bad Saulgau ihre Verbundenheit gegenüber den Vereinen und sozialen Einrichtungen nahtlos fortsetzen wird. So seien mit knapp 130 000 Euro über die große Gemeinschaft der Gewinnsparer neun Kindertaxis für Kindergärten angeschafft worden. Mit den so genannten VR-Mobilen (Spendengelder aus dem Gewinnsparen, die die Anschaffung von Fahrzeugen ermöglicht haben) wurden die Sozialstationen mit mehr als 25 000 Euro unterstützt. Für das aktuelle Jahr soll ein Spendenanteil an den gemeinnützigen Verein Deutsche Knochenmarkspende gehen, womit die Institution in der Region in ihrem Kampf gegen den Blutkrebs unterstützt werde. Denn auch hier gelte für die Volksbank das genossenschaftliche Prinzip: über eine möglichst groß gebildete Gemeinschaft wirkungsvoll helfen zu können.

Aktuelle Volksbankzahlen

Mitglieder: 32 656

Davon Neumitglieder: 666

Kunden: 56 101

Girokonten: 41 098

Volksbank-Mitarbeiter: 223

Volksbank-Auszubildende: 17