Die Bevölkerung würde schrumpfen und sie würde deutlich älter werden, hatte man berechnet. Doch inzwischen wisse man, dass die Bevölkerung in der Region wächst und dass sie im Durchschnitt jünger wird. Mit den Folgen müsse der Regionalverband umgehen und einen neuen Regionalplan verabschieden. Es brauche mehr Möglichkeiten für den Wohnungsbau und die Entwicklung von Gewerbe und damit auch von Arbeitsplätzen. Ein unkontrolliertes Wachstum wolle aber niemand, wie man den Wortmeldungen entnehmen konnte.

Trotzdem muss bis zum Jahr 2035 Wohnraum für 70 000 Menschen in den zum Verbandsgebiet gehörenden Landkreisen Sigmaringen, Bodensee und Ravensburg geschaffen werden, hieß es in der Versammlung. Für die rund 32 000 Wohnungen braucht man Flächen von 1100 Hektar. Dazu kommen noch Flächen von rund 1000 Hektar für Gewerbe, was in etwa dem Mittelwert der prognostizierten 600 bis knapp 1500 Hektar entspricht. Bei allen Planungen muss das Landschaftsbild, der Naturschutz und viele anderer Dinge berücksichtigt werden. Schließlich kommen dann auch noch die öffentlichen Anhörungen dazu, die Änderungen oder Bestätigungen nach sich ziehen können.

Die Kritik, der Geist der Flächenminimierung sei im neuen Plan nicht enthalten, konterte Verbandsdirektor Wilfried Franke mit dem Hinweis, dass ein Regionalplan kein Wunschkonzert sei, sondern man einen klaren Auftrag erfülle. "Wir machen einen Rechtsplan. Es muss klar definiert werden, was daraus abzuleiten ist." Man gebe Themen für die Entwicklung bis 2035 vor. Das bedeute aber nicht, dass man diese auch erfüllen müsse, wenn die Bevölkerungsentwicklung anders verlaufe, als prognostiziert. Man gehe jetzt in die Anhörungen. Klar sei: "Wir machen keine Dinge, von denen niemand weiß." Über die Einzelheiten des neuen Regionalplans wird der SÜDKURIER berichten.