Dies soll im Rahmen der Reihe "Interreligiöser Dialog im Reformationsjahr – Wirtschaftsethik, Bildung und Religion aus Sicht des Judentums, Christentums und Islams" erfolgen, teilen die Veranstalter mit. Im Anschluss besteht jeweils die Gelegenheit zur Diskussion. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei.

Für Hochschulrektorin Ingeborg Mühldorfer ist die Motivation hierzu, dass Luther mit der Übersetzung der Bibel als Urheber für die Bildung der breiten Bevölkerungsschicht galt und damit die Voraussetzung für die Entwicklung der Gesellschaft in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht geschaffen hat. Von der Reformation könne man auch heute lernen, indem man sich für den Dialog mit anderen Religionen und Kulturen öffne, so Mühldorfer. Für die Angehörigen einer Hochschule, an der Menschen aus vielen Teilen der Welt studieren und die ihren Studierenden Aufenthalte an internationalen Partnerhochschulen anbietet und damit auf eine globalisierte Arbeitswelt vorbereitet, sei ein solcher Dialog und Toleranz gegenüber verschiedenen Kulturen selbstverständlich. Die Reformation habe Deutschland auch einen kulturellen und wirtschaftlichen Effekt gehabt. Aus lokalhistorischer Perspektive prägten im 18. Jahrhundert vor allem schwäbische Pietisten sowie jüdische Industriepioniere Südwestdeutschland und bewirkten einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung. „Die Reformation hat nachhaltig die Entwicklung und den Fortschritt der Wissenschaften geprägt“, erklärt auch Pfarrer Bernd Mayer aus Tailfingen.

Termine

Folgende Veranstaltungen beginnen in der Technologiewerkstatt in Albstadt-Tailfingen jeweils um 19 Uhr: "Reformatorische Wirtschaftsethik und ihr Einfluss auf den Wirtschaftsstandort Südwestdeutschland – Von Martin Luther über Calvin zu Philipp Matthäus Hahn", Referent: Karl-Hermann Blickle, Vorsitzender Stiftung Stuttgarter Lehrhaus, Donnerstag, 4. Mai, ab 19 Uhr. "Jüdische Bildung, lutherische Ausgrenzung und deren Wirkungen auf die historische Wirtschaftsentwicklung in Deutschland – Von Martin Luther über Moses Mendelssohn zu den jüdischen Industriepionieren in der Textilindustrie Südwestdeutschlands", Referent: Rabbiner Jehoshua Ahrens, Düsseldorf, Donnerstag, 11. Mai, 19 Uhr; "Wirtschafts- und Bildungsethik im Islam", Referent: Arhan Kardas, Jurist und muslimischer Dozent am Institut für jüdische Studien und Religionswissenschaft – Universität Potsdam, Donnerstag, 18. Mai.