Viel Positives und ein schmerzliches Ereignis stehen am Beginn des neuen Geschäftsjahres für die Volksbank Albstadt e.G. Wie die drei Bankvorstände Benjamin Wurm, Robert Kling und Reiner Lebherz bilanzierten, hat sich das Geschäftsjahr 2016 insgesamt besser entwickelt als erwartet. Das, so Kling, Wurm und Aufsichtsratsvorsitzender Andreas Fehndrich, "schmerzhafte" Ereignis ist das Ausscheiden von Reiner Lebherz aus dem Vorstand der Genossenschaftsbank. Der 59-Jährige geht in den Vorruhestand. Seine bisherigen Aufgaben übernimmt vom Sommer an Benjamin Wurm.

Bei der Jahrespressekonferenz führte diese Personalentscheidung zu der kritischen Frage, wie es arbeitstechnisch möglich sein könne, dass Benjamin Wurm zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben jetzt auch noch die Vollzeitarbeit von Reiner Lebherz übernehmen könne. Robert Kling: "Das hat mit der Neustrukturierung der internen Arbeitsabläufe zu tun." Die Volksbank Albstadt verfüge drei Jahre nach der Fusion der beiden Volksbanken Ebingen und Tailfingen jetzt über eine leistungsstarke zweite Führungsebene, die viele Aufgaben von Reiner Lebherz übernehmen könne. Überhaupt stand die positive Bewertung der Mitarbeiterleistungen im Hintergrund der vorgestellten Jahresbilanz. Robert Kling: "In fast allen Bereichen konnten deutliche Zuwächse generiert werden." Dieses Ergebnis sei nur durch die enge Zusammenarbeit aller Abteilungen in Hause ermöglicht worden. Die Bilanzsumme konnte um 85 Millionen Euro auf 1,184 Milliarden Euro ausgebaut werden. Auch im Kreditbereich standen 2017 die Signale auf Grün. Die Vorstände berichteten: "Die Kundenkredite und die Kundeneinlagen haben sich in 2017 jeweils sehr erfreulich entwickelt.

Die bilanziellen Kundeneinlagen belaufen sich am Jahresanfang auf nahezu 905 Millionen Euro." Das entspräche, so die Banker, einer Steigerung um 70 Millionen Euro im Vergleich zu 2016. Ein Grund für das erwähnte Wachstum in diesem Bereich sieht der Vorstand im Erfolg der Kreditersatzgeschäfte.

Die bilanziellen Kundenkredite sind in 2017 auf 583 Millionen Euro angestiegen, was einem Zuwachs von 68 Millionen Euro entspricht. Als "erfreulich" wertet der Bankvorstand das Wachstum bei der privaten Wohnbaufinanzierung. Robert Kling unterstrich: "Das gesamte betreute Kundenvolumen hat sich somit auf 2,05 Milliarden Euro erhöht." Der Vorstandssprecher: "Das entspricht einem Wachstum von 176 Millionen Euro. Damit haben wir unser Ziel für 2017 erreicht." Die Bank hat ihre Eigenkapitalbasis auf über 94 Millionen Euro ausgebaut. Der Vorstand wertet diese Summe als "solide" und "angemessen". Bei den genannten Zahlen handle es sich um vorläufige Resultate. Das Ergebnis werde derzeit vom baden-württembergischen Genossenschaftsverband überprüft. Kling: "Im Rahmen der für den 24. April angesetzten Vertreterversammlung wird die Volksbank ausführliche Rechenschaft über das abgelaufene Geschäftsjahr ablegen."

Erfolge verbucht der Vorstand auch im Immobilienbereich. Insgesamt übernahm das Geldhaus 624 private Finanzierungen und erledigte 114 Vermittlungen. Davon waren 96 Verkäufe und 18 Vermietungen. Bei der Volksbank sind derzeit 238 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 18 Auszubildende. Das Geldhaus unterhält im Landkreis Sigmaringen in Schwenningen und Stetten a.k.M. zwei Niederlassungen. In diesem Monat beginnen in Ebingen die Arbeiten für einen Volksbank-Verwaltungs- und Wohnkomplex. Die Verwaltung soll in zwei Jahren umziehen und die Wohnungen als Mietwohnungen in vier Jahren bezugsfertig sein. Die Bank geht von Baukosten von rund 9,7 Millionen Euro aus.

Reiner Lebherz

Reiner Lebherz begann 1977 die Lehre als Bankkaufmann bei der Volksbank Ebingen. 1991 wechselte er zur Volksbank Tailfingen, deren Vorstandsmitglied er seit 1998 war. Nach der Verschmelzung der beiden Banken 2014 zur Volksbank Albstadt wechselte Lebherz in den Vorstand der neuen Bank. Lebherz: "Dass ich vorzeitig in den Ruhestand treten werde, war schon seit vielen Jahren sowohl in Tailfingen, als auch in Ebingen bekannt." Langweilig wird dem Banker nicht werden – Radfahren und Bierbrauen warten als Steckenpferde auf den zukünftigen Pensionär. (hps)