Obwohl sich die Geschäftszahlen weitaus besser als geplant entwickelt haben, ist nach wie vor die Niedrigzinspolitik der Europäischen Notenbank ein Hauptproblem für das mittelständische Geldhaus.

Der Zinsüberschuss ist nach wie vor eine der Haupteinnahmequellen der Albstädter Volksbank. Im Grunde, so erläutert Vorstand Benjamin Wurm im SÜDKURIER-Gespräch, ist dieses Geschäftsmodell einfach zu erklären: "Die Bank bekommt Geld von ihren Kunden und bezahlt, beziehungsweise bezahlte dafür Zinsen." Diese Gelder wurden beispielsweise in Form von Krediten ausgeliehen. Teile der Kundengelder legte und legt die Bank selbst an.

Die Kreditkunden zahlen mehr Zinsen an die Bank, als die Bank an die Kunden, die bei ihr Geld anlegten. Seit die Europäische Zentralbank die Zinssätze drastisch nach unten korrigierte, zahlt die Bank zwar kaum noch Zinsen an die Geldanleger. Andererseits bekommt das Geldhaus selbst kaum noch Zinsen. Wie andere Kreditinstitute, muss sich die Volksbank Albstadt um neue Einnahmequellen bemühen. Dazu kommen als erschwerende Faktoren die zunehmende staatliche Regulierung sowie die Herausforderungen durch die Digitalisierung.

Eines dieser Geschäftsfelder ist der Immobilienmarkt. In seinem Rechenschaftsbericht erklärte Vorstands-Banker Robert Kling: "Vergangenes Jahr finanzierten wir 624 private Immobilien und vermittelten 114. Davon 96 als Verkaufsobjekte." Trotz der geschilderten ungünstigen Zinsrahmenbedingungen vergaben die Albstädter im vergangenen Jahr 51 Millionen Euro als Investitionskredite an gewerbliche Kunden. Das Vertrauen der Kunden in die Volksbank ist, so der Vorstand, nach wie vor ein starker Pfeiler. Kling: "Die bilanziellen Kundeneinlagen lagen zum Ende des abgelaufenen Jahres bei rund 905 Millionen Euro. Das entspricht einer Steigerung um 70 Millionen Euro oder 8,39 Prozent."

Der Gewinn beträgt 728 000 Euro

Der Zinsüberschuss ist zwar 2017 weiter zusammengeschmolzen, allerdings weniger stark als befürchtet. Der Rückgang betrug gegenüber 2016 761 000 Euro und lag bei 18,03 Millionen Euro. Der Gewinn, den die Albstädter Volksbank in diesem Jahr an ihre Anteilseigner als Dividende auszahlen kann, liegt bei 728 000 Euro. Weitere 800 000 Euro können auf das Rücklagenkonto des Geldhauses überwiesen werden. Insgesamt liegt dieser Reingewinn bei 1,55 Millionen Euro.