Wald Rückt die Quarzsandgrube näher an Walbertsweiler?

Eine mögliche Erweiterung des Abbaugebiets der Quarzsandgrube der Firma Steidle in Walbertsweiler-Rengetsweiler war Thema im Gemeinderat. Noch ist die Erweiterung in weiter Ferne, doch schon jetzt befassen sich die Kommunalpolitiker mit den Konditionen. Kernthema dabei ist der Abstand zur Wohnbebauung.

Ein schwieriges Thema – das stellte auch Bürgermeister Werner Müller am Montag im Gespräch mit dem SÜDKURIER fest. Am Freitag hatte sich der Gemeinderat ausführlich mit der möglichen Erweiterung des Abbaugebiets der Quarzsandgrube der Firma Steidle in Walbertsweiler-Rengetsweiler beschäftigt. Zuerst besichtigten die Räte das Werk vor Ort. Hans Steidle und Achim Haßdenteufel erläuterten den Abbau, die aufgeforsteten Flächen und den Betriebsablauf, sowie die Ausbeutung des Quarzsandes, der seit 1987 an jenem Standort abgebaut wird. Im Anschluss diskutierten die Kommunalpolitiker dann in einer zweieinhalbstündigen Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus Walbertsweiler über das Thema.

Haupttagesordnungspunkt waren die Planvorstellungen einer möglichen Erweiterung sowie die Fortschreibung des Regionalplans des Regionalverbandes Bodensee-Oberschwaben. Bürgermeister Müller unterstrich am Montag, dass es bei der Begehung und Beratung nicht um ein Genehmigungsverfahren gehe. Der Regionalverband Bodensee-Oberschwaben arbeite an der Fortschreibung des Regionalplans und wolle in diesem Zuge wissen, welche Bereiche er als abbaufähig einzustufen habe, erläuterte Müller. "Wir sind noch weit vom Genehmigungsverfahren entfernt", hob er ausdrücklich hervor.

Die bisher genehmigten Abbauflächen der Quarzsandgrube Walbertsweiler-Rengetsweiler betragen 56 Hektar. Die aktuell erreichbaren und genehmigten Vorräte reichen noch für etwa 15 Jahre. Eine Erweiterung sei bereits vor Jahren beschlossen worden, Probebohrungen haben nun weitere Quarzsandvorkommen östlich der Walbertsweiler Ortslage ergeben. Der Regionalverband plane eine mögliche Erweiterung um weitere 39 Hektar als Vorranggebiet für den Abbau gen Westen. Üblicherweise werden 250 bis 300 Meter Abstand zur Bebauung eingehalten. Der gesetzlich vorgeschriebene Mindestabstand beträgt lediglich 100 Meter.

Ulrich Donath, Referent für Landschaftsplanung des Regionalverbands, stellte in der Sitzung die Planungen vor. Er betonte, dass sich der Regionalverband an die 300-Meter-Abbaulinie halten werde, es sei denn, der Gemeinderat gebe sein Einverständnis zu einem geringeren Abstand zur Bebauung. Der Quarzsandgruben-Betreiber strebt laut Plan eine Reduzierung des Abstandes an, um die Lagerstätte bestmöglich nutzen zu können. "Wenn wir näher an die Ortsbebauung rücken als die 300-Meter-Linie, muss eine Kompensation für die Gemeinde da sein", unterstrich Werner Müller im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Der aufgeschüttete Lärmwall werde dafür sorgen, dass die Lärmschutzwerte eingehalten werden.

Die Firma Steidle bot an, dass als Kompensationsmaßnahme entlang der Landesstraße 195 östlich Lärmschutzwälle oder Lärmschutzwände möglich seien. Somit werde nicht nur der zeitlich begrenzte Abbaulärm, sondern auch der Dauerlärm der Landesstraße von der Bebauung ferngehalten. "Der Lärm von der Straße ist ein vielfaches höher als der Abbaulärm", unterstrich Bürgermeister Müller. Als weiteren Kompensationspunkt stellte die Firma Steidle die Möglichkeit einer gefahrlosen Überquerung der Landesstraße nach Kirche zum Friedhof in Aussicht. Diesen Kompensationspunkt habe die Gemeindeverwaltung als Wunsch gegenüber der Firma Steidle geäußert. "Das ist ein Mehrwert, an den man sonst nicht kommt", sagte Müller.

Zwischen Dezember und Januar erwartet der Regionalverband ein Signal des Gemeinderates, zuvor soll eine Bürgerbeteiligung in Walbertsweiler vorgeschaltet werden, versprach der Bürgermeister. Gemeinderat Michael Riegger (CDU) beantragte eine Bürgerversammlung. Auch Ralf-Peter Hipp (UL) wollte ad hoc keine Entscheidung treffen. Matthias Blum (Freie Wähler Vereinigung) wollte wissen, was die Gemeinde Wald von dieser Vergrößerung habe. Clemens Veeser war ebenfalls wichtig, mit den Bürgern, die dieses Vorhaben betrifft, im Vorfeld einer Entscheidung zu sprechen.

Nach einer ausführlichen Diskussion legte der Gemeinderat fest, vorerst bei der 300-Meter-Abstandlinie zu bleiben. Nach den Bürgergesprächen soll darüber nochmals beraten werden.

 

Quarzsandgrube

In der heutigen Quarzsandgrube Walbertsweiler-Rengetsweiler wird seit 1987 Quarzsand abgebaut. Quarzsande sind wichtige Grundstoffe in der Industrie, unter anderem in der Glasherstellung, Chemie- und Elektroindustrie, Bau und Wasseraufbereitung. Die bisher genehmigte Abbaufläche beträgt 56 Hektar. Die aktuell erreichbaren und genehmigten Vorräte reichen für etwa fünfzehn Jahre.

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