Wald Planungswerkstatt für Wegenetz in Sentenhart

Bei einer Bürgerversammlung haben sich rund 40 Bürger, Landwirte, Ortschafts-und Gemeinderäte im Dorfgemeinschaftshaus Sentenhart über das ländliche Wegenetz informiert. Der Sentenharter Ortschaftsrat hat beschlossen, sich in den nächsten Jahren um das Wegenetz zu kümmern und die Situation zu verbessen.

In einer Planwerkstatt sollen die Bürger Ideen sammeln, erarbeiten, wo Sanierungsbedarf im Wegenetz besteht und wo dieses Wegenetz für die heutigen Belastungen modernisiert werden sollte. Dann soll mit Unterstützung des Amts für Vermessung und Flurneuordnung aus Ravensburg eine Konzeption (Masterplan) erstellt werden.

Bürgermeister Werner Müller freute sich über ein "volles Haus bei einem doch offensichtlich gewichtigen Thema". Die Gemeinde Wald ist eine ländlich geprägte Flächengemeinde mit 4400 Hektar Fläche, zehn Gemarkungen und 50 Ortslagen und Weilern und Wohnstätten. Daraus resultiert ein umfangreiches Wegenetz, das in die Jahre gekommen ist, aufwendig in Unterhalt ist und auch Sanierungsbedarf aufweist. Die Wege seien im 19. Jahrhundert für die Bedürfnisse des 19. Jahrhunderts hergestellt worden. Heute wirken andere Belastungen auf den Straßen und es vollzog sich ein Wandel in der Landwirtschaft von vielen kleinteiligen Parzellen in wenige große Flächen.

Weil nirgends der Anteil der Privatwege so groß sei und es so viele ungeklärte Besitzverhältnisse wie in Sentenhart gebe, habe man diesen Ortsteil als Modell gewählt, begründete der Bürgermeister. Es gebe nie genug Geld, um alle Wege zu richten, deshalb sollen im Zuge einer Planungswerkstatt Prioritäten gesetzt werden, in welcher Reihenfolge die Mittel verwendet werden sollen. Es soll überprüft werden, ob die wichtigsten Wege gut nutzbar sind und in die richtige Richtung führen. Ferner sollen Überlegungen stattfinden, ob Wege verzichtbar sind. "Das Mitwirken der Bürgerschaft ist extrem wichtig", unterstrich Werner Müller.

Stefan Obermeier, Leitender Ingenieur für den Landkreis Sigmaringen beim Amt für Vermessung und Flurneuordnung in Ravensburg, hielt ein Impulsreferat über ländliche Wege. Technisch unterstützt wurd er von der Vermessungstechnikerin Julia Renn. Obermaier ging auch auf den Zustand der Wege in Sentenhart ein. Sentenhart selbst zählt auf 576 Hektar Fläche eine Ortslage und zehn Wohnstätten. Er ging auf die Definition und Funktion ländlich wirtschaflicher Wege ein und führte bereits ein paar Ideen als Ansporn für die geplante Bürgerwerkstatt an. In der Planungswerkstatt gehe es darum, nach Erhebung von Behörden und Trägern öffentlicher Belange, Wünsche aufs Papier zu bringen und Ideen zu entwickeln, sagte Obermeier. Das Wegekonzept (Masterplan) für die Gemarkung Sentenhart soll dann dem Gemeinderat vorgelegt werden.

Ein Landwirt aus der Runde fragte nach der Finanzierung und Zuschussmöglichkeiten. Das seien Fragen bei der Umsetzung, antwortete Stefan Obermeier. Zunächst gelte es einmal, die Wünsche zu definieren. Ein weiterer Landwirt unterstrich, dass es das Ziel sein solle, dass die Privatwege, die von der Öffentlichkeit genutzt werden, in Gemeindehand sind. Für ihn als Landwirt sei das Wegenetz wichtig.

Planungswerkstatt

Ein erster Workshop zum Wegekonzept in Sentenhart findet am Dienstag, 20. Februar, um 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Sentenhart statt. Alle Bürger und Interessierten sind dazu eingeladen. Nähere Informationen gibt es bei Stefan Obermeier, Amt für Vermessung und Flurneuordnung, Ravensburg, Telefon 07 51/85 45 42.

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