Pfrungen-Riedhausen Neue Veranstaltungsreihe im Pfrunger Ried: Dem Mythos Moor auf der Spur

Bei einer neue Veranstaltungsreihe des Naturschutzzentrums Wilhelmsdorf sind die Besucher "Dem Mythos Moor auf der Spur": Bei geführten Abendwanderungen mit Programm wird das Pfrunger-Burgweiler Ried erkundet.

Pfrungen-Riedhausen – Mooren haftet der Mythos versunkener Landschaften an. Unterstützt wird dieser Mythos durch die Nebelschwaden, die durch das viele Wasser entstehen. Unter dem Motto "Wandern-Hören-Sehen-Staunen und Genießen" bietet das Naturschutzzentrum Wilhelmsdorf in diesem Jahr eine besondere Veranstaltungsreihe an. Mit den Führungen "Dem Mythos Moor auf der Spur" gehen die Moorführer des Naturschutzzentrums Wilhelmsdorf in diesem Jahr diesem Mythos auf den Grund. Was ist dran und was nährt ihn? Wie entsteht eine Moorlandschaft? Und wie entstand der Torfabbau im Pfrunger-Burgweiler Ried? Bei einem Pressegespräch mit dem SÜDKURIER berichten die Moorführer Wilfried Arnold und Erwin Burth zusammen mit der Kooperationspartnerin, Wirtin Gabriele Theuer vom Gasthaus zum Ried, das im Zentrum des ehemaligen Torfabbaugebietes zwischen Pfungen und Riedhausen mitten in der Moorlandschaft liegt, über die neuen Führungen.

Von Mai bis September gestalten die Moorführer jeweils am ersten Freitag im Monat eine geführte Abendwanderung durch die wilde Moorlandschaft mit anschließendem gemeinsamem Abendessen im urigen Moorstüble der Riedwirtschaft und einem Abendprogramm mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten. Start-und Endpunkte sind jeweils an der Riedwirtschaft. Dort stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung. Wetterfeste Kleidung und gutes, hohes Schuhwerk empfehlen Burth und Arnold für die zweistündige Moorwanderung. "Es ist im Grunde ein Familienevent", schildert Burth das Konzept. Die Führung sei als "Start ins Wochenende mit Wohlfühlcharakter" konzipiert. Für Kinder werden keine Führungskosten berechnet.

Jede der fünf Veranstaltungen hat einen eigenen Charakter und Überraschungseffekte. "Wir wollen den Leuten das Moor näherbringen. Und erzählen, welche Aufgaben das Moor hat", berichtet Wilfried Arnold. An der Riedwirtschaft kreuzen sich drei Wanderrouten. Der große Rundweg "Großer Trauben", der Rundweg "Moorseen", ein besonders reizvoller und wildromantischer Wanderweg, und der Rundweg "Weite Wiesen", der die Hundschen Teiche durchquert. So werden die Moorführer bei jeder Veranstaltung andere Wege wählen und diese der jeweiligen Wetterlage anpassen.

Jeder der Wege hat seinen eigenen Charakter. Der Vogelsee ist Durchzugsgebiet für Zugvögel, Graugänse brüten, es gibt Kormorane. Auch Zebraspinnen, Wiesel, Fuchs, Biber und Enten können aufmerksame Wanderer beobachten. "Die Stimmungen der verschiedenen Jahreszeiten im Ried sind einfach schön", schwärmt Gabriele Theuer. Bei den Führungen wird auch die Frage beantwortet, warum es an dieser Stelle zu diesem Torfabbau kam. Jeder der Moorführer hat eine andere Ausrichtung. So gibt es bei jeder Führung Neues zu entdecken. "Wenn die Industrie nicht eingegriffen hätte, hätten wir hier ein Hochmoorschild, aber keine Wasserflächen. Aber dadurch, dass der Abbau sukzessiv erfolgt ist, sind diese Torfschichten in verschiedenen Stadien der Regenerierung", erklärt Burth.

Nach der etwa zweistündigen Führung und dem Abendessen schließt sich das Abendprogramm an. Die beiden Moorführer wollten noch nichts zu den Veranstaltungen nach dem Abendessen verraten. Nur so viel: Es soll Bildershows und Historisches zur wilden Moorlandschaft geben.

"Sie sitzen hier an absolut historischer Stelle", darauf weist Wilfried Arnold in der Riedwirtschaft hin. Vor 160 Jahren wurde das Torfwerk "Pfrungen-Ried" gegründet und um diese Zeit wurde die Werkskantine, die heutige Riedwirtschaft, in Betrieb genommen. Die Riedwirtschaft ist das einzige Haus in Oberschwaben, das ein schwimmendes Fundament hat. Gabriele Theuer ist die dienstälteste Wirtin der Riedwirtschaft nach Fanny Laube. Im September 2000 übernahm sie die Wirtschaft mit 35 Außen-und 45 Innensitzplätzen.

2002 sollte die Riedwirtschaft im Rahmen des Naturschutz-Großprojektes weichen. Eine Unterschriftensammlung sorgte für ein Umdenken der Entscheidungsgremien. 2006 kaufte die Gemeinde Wilhelmsdorf die Wirtschaft. Die hungrigen Wanderer schätzen die frisch geräucherten Forellen, die alle drei Wochen samstags angeboten werden, ebenso wie die regionale Speisekarte von April bis Oktober.

Termine und Anmeldung

  • Das Naturschutzzentrum Wilhelmsdorf bietet von Mai bis September jeweils am ersten Freitag im Monat eine Veranstaltung einschließlich zweistündiger Moorwanderung an. Wetterfeste Kleidung und gutes, hohes Schuhwerk werden empfohlen.
  • Termine: 5. Mai, 2. Juni, 7. Juli, 4. August, 1. September, Start 17.30 Uhr an der Riedwirtschaft, 88271 Pfrungen.
  • Anmeldung beim Naturschutzzentrum der Stiftung Naturschutz, Wilhelmsdorf, Telefon 0 75 03/7 39, E-Mail shb@naturschutzzentrum-wilhelmsdorf.de. Die Teilnehmerzahl ist je Termin auf 35 Personen begrenzt. Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich.

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