Wald Martin Hensler aus Wald erfüllt sich einen Bergsteigertraum

Martin Hensler aus Wald hat zwei Berge in Peru bestiegen: den Alpamayo mit 5947 Metern und den Huascarán mit 6768 Metern. Damit erfüllte er sich einen echten Bergsteigertraum. Heilerziehungspfleger Hensler kam vor rund 20 Jahren über das Klettern zum Bergsteigenund ist Trainer C für Sportklettern beim DAV Pfullendorf.

Schon das Wort Expedition verheißt eine spannende Entdeckungsreise. Martin Hensler aus Wald wagte sich mit einer solchen Expedition ganz weit hinauf. Mit einem Spezialreiseanbieter für Expeditionen reiste der 43-Jährige vom 14. Juli bis 6. August nach Peru, um den 5947 Meter hohen Alpamayo und den Huascarán mit 6768 Metern im Nationalpark Cordillera Blanca zu besteigen.

"Der Alpamayo ist für Bergsteiger gewissermaßen ein Traumberg", begründet der 43-Jährige, warum er gerade diese beiden Berge im Norden Perus besteigen wollte. "Das Land Südamerika interessierte mich und die Anden sind ein Erlebnis", sagt Hensler. Der Heilerziehungspfleger kam vor rund 20 Jahren über das Klettern zum Bergsteigen, ist Trainer C für Sportklettern beim DAV Pfullendorf. "Wenn man in den Bergen unterwegs ist, ist man in einer anderen Welt", sagt er. Für ihn stellen das Höhenbergsteigen und Hochtouren die interessanteste Disziplin an diesem Sport dar, weil sie so umfassend und abwechslungsreich sind. "Du hast die Höhe, hast Kletterpassagen und Eispassagen", begründet der 43-Jährige.

Zunächst machte die fünfköpfige Gruppe mit Teilnehmern aus Radolfzell, der Schweiz und Österreich mit dem Flugzeug nach Peru auf. In Lima, der Zehn-Millionen-Einwohner-Hauptstadt, gewannen die Bergsteiger Eindrücke von dem Land, der Kultur, dem Leben in Peru. Nach einer zehnstündigen Busfahrt kamen sie in der Andenstadt Huaraz, dem Tor zu den Gipfeln im Nationalpark Cordillera Blanca und Zentrum für Bergsteiger, das etwa 450 Kilometer nördlich von Lima auf 3052 Metern über dem Meer liegt, an.

Mit einem Kleinbus setzte die Gruppe mit örtlichen Bergführern die Fahrt und das anschließende 30-Kilometer-Trekking bis zum Basislager fort. Die schwere Ausrüstung trugen Esel.

Während das Basislager mit Kochzelt und Koch, und einem Gemeinschaftszelt noch einen relativ großen Komfort bietet, müssen die Bergsteiger ihre Ausrüstung in die drei nachfolgenden Lager selbst transportieren. Um den Körper an die Höhenluft zu gewöhnen, stiegen die Bergsteiger wiederholt von Lager zu Lager auf. "Wichtig ist, sich langsam der Höhe anzupassen. Vor Höhenkrankheit ist niemand gefeit", beschreibt Martin Hensler. Die Bergsteiger sind angehalten, ihren Gesundheitszustand gegenseitig zu überwachen. Deshalb schlafen sie zu zweit oder dritt im Zelt. Oft bemerkt der Teamkollege schneller als der Kletterer selbst, wenn die Atmung schwer wird oder sich gesundheitliche Probleme einstellen.

Mit Eingehtouren bereiteten sich die Bergsteiger auf den Gipfelaufstieg vor. "Man muss langsam gehen, drei bis fünf Liter am Tag trinken. Durch das heftige Atmen verliert man viel Flüssigkeit", berichtet Martin Hensler. Ein Gruppenmitglied musste recht schnell die Expedition abbrechen, weil es an der Höhenkrankheit erkrankte. Symptome für die Höhenkrankheit sind Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit. Diese können bis zu einem akuten und bedrohlichen Höhenhirnödem, einem gefährlichen Druckanstieg durch Flüssigkeitsansammlungen im Gehirn, führen.

Obwohl die Bergsteiger kräftig gegessen hätten, habe er vier Kilogramm Gewicht verloren, berichtet Hensler. Vom Höhenlager auf rund 6000 Metern Höhe brach die Gruppe dann um ein Uhr nachts zum Gipfelaufstieg auf. Der Rucksack mit Material, Eisgeräten, Steigeisen, Eisschrauben wiegt zwischen 16 und 18 Kilogramm. Rund sieben bis acht Stunden dauerte dieser Aufstieg, entsprechend lange auch der Abstieg. Immer wieder kamen die Bergsteiger an Eiskletterpassagen, trafen auf Spalten. Der Alpamayo ist niedriger als der Huascarán, aber mit einer 400 Meter-Eiskletterpassage der technisch anspruchsvollere Gipfel.

Beim Huascarán stellt die Höhe mit 6768 Metern die Herausforderung dar. "Die 800 Meter Höhenunterschied sind deutlich zu merken", betont Martin Hensler. "Auf dem Gipfel ist die Anstrengung vom Aufstieg vergessen. Man freut sich, dass man es geschafft hat und kann diesen Moment und die Sicht auf die beeindruckende Kulisse der Fünf- und Sechstausender genießen", erinnert sich der Kletterer.

Seine Frau Carola und die beiden Kinder Luna und Julius erhielten oft tagelang keine Nachricht von ihm. Für Notfälle hatten die Bergsteiger ein Satellitentelefon dabei. "Das Beste nach der Tour ist die erste Dusche nach sieben bis acht Tagen", sagt Martin Hensler nach der Rückkehr. Einer der Höhepunkte neben den unvergesslichen Kletter- und Gipfelerlebnissen war für ihn, als ein mächtiger Kondor fünf Minuten über dem Basislager am Himmel kreiste.

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