Wald Jakobspilger starten Tour

Das cristliche Bildungswerk Wald und das Bildungswerk Meßkirch bieten eine geführte Jakobspilger-Tour von Wald nach Konstanz. SÜDKURIER-Reporterin Sandta Häusler begleitete einen Teil der ersten Etappe.

Ein altes Pilgersprichwort sagt: "Der Jakobsweg beginnt vor der eigenen Haustür". Seit über 1000 Jahren machen sich Gläubige auf dem Jakobsweg, um im spanischen Santiago des Compostela das Grab des Apostels Jakobus zu besuchen. Doch wie das Sprichwort sagt, es gibt viele Jakobswege und der eigene Jakobsweg des Gläubigen beginnt vor der eigenen Haustür.

Nicht ganz vor der Haustüre, aber beinahe, brach am Samstag eine kleine Gruppe auf eine begleitete Pilgertour von Wald nach Konstanz auf. Seit acht Jahren begleitet der Jakobspilger Armin Schlachter aus Walbertsweiler Menschen auf dem Pilgerweg. Die Pilgertour wird über das Christliche Bildungswerk Wald und das Bildungswerk Meßkirch ausgeschrieben.

Der SÜDKURIER begleitete die Gruppe ein Stück auf ihrer ersten Tagesetappe von Wald nach Stockach: Vor der Pfarrkirche St. Bernhard in Wald traf sich die Pilgergruppe, sechs Frauen von Hayingen, Pfullendorf bis Uhldingen mit ihrem Pilgerbegleiter. Armin Schlachter wog zunächst die Rucksäcke. Erfahrene Pilger wissen, da muss nur das Notwendigste hinein, jedes unnötige Gramm muss über die Strecke hinweg mitgetragen werden. Nach einer kurzen Andacht erteilte der Pfarrer im Ruhestand Karl Riegger den Pilgersegen. Er wünschte den Pilgern, dass sich deren Herz und Verstand auf dem Weg öffnen werden. Die Pilger stempelten ihren Pilgerpass und begaben sich bei strahlendem, wolkenlosen Himmel und sommerlichen Temperaturen auf die Strecke.

 

Die Jakobswege

  • Genau genommen gibt es viele Jakobswege, die sich durch ganz Europa ziehen und zum Ziel, nach Santiago des Compostela, in Spanien zum Grab des Apostels Jakobus führen. Hier durch die Region führen der Hohenzollerische, der Beuroner, der Linzgauer, der Habsthaler und der Hegauer Jakobsweg. Der Bestseller "Ich bin dann mal weg: Meine Reise auf dem Jakobsweg" von Hape Kerkeling, der 2008 erschien, sorgte dafür, dass sich viele Menschen dazu entschlossen, sich auf diesen Pilgerweg zu begeben.
  • Dieses Jahr findet der 13. Kommunale Jakobspilgertag am Samstag, 28. April, statt. Veranstalter sind die Pro-Lebensqualitäts-Gemeinden. Der Weg führt von Königsheim über Renquishausen nach Bärenthal. Start ist um 9 Uhr in St. Agatha in Königsheim.

Informationen im Internert:via-beuronensis.de

 

Von Wald ging es in einer Schleife nach Sentenhart. Die Pilger wurden hierbei zu Muschelsuchern, denn die gelbe Jakobsmuschel auf blauem Grund weist den Weg. Der Grillplatz und die schattige Grillhütte am Ortsende war nach knapp zwei Stunden der ideale Platz für die Mittagsrast. Von dort führte der Weg über die Sattelöse nach Mindersdorf. Dort schenkte die Kirche St. Oswald Kühle und Schatten. Dankbar nahmen die Pilger diese Wohltat an. Auf dem Weg flossen die Gedanken, die Pilger erfreuten sich der Natur und wurden dankbar für die kleinen Dinge auf dem Weg: Schatten im Wald, dass die Wasserflasche mit frischem kühlem Wasser aufgefüllt werden kann und für die gute Gemeinschaft.

Seit zehn Jahren auf dem Weg

Einer der schönsten Abschnitte war auf der Anhöhe nach Deutwang, von wo aus es einen Blick auf den See und die Alpen gab. Am Dienstag, 24. April, wird die Pilgergruppe in Konstanz ankommen. "Auch mich hat Hape Kerkeling auf den Weg gebracht, aber anders als er, bin ich vor der eigenen Haustüre gestartet und habe nach der ersten Etappe bis Einsiedeln Gefallen daran gefunden, sodass ich mich seit zehn Jahren jedes Jahr für zwei bis drei Wochen auf den Weg machte", berichtete Armin Schlachter.

 

Ein Gefühl für das Pilgern entwickeln

"Ich bin gerne in der Natur unterwegs und wandere gerne", sagt Brigitta Pfister aus Hayingen. "Ich habe das Buch 'Ich bin dann mal weg' von Hape Kerkeling gelesen. Das hat meinen Wunsch, diesen Weg selbst zu gehen bestärkt. Letztes Jahr habe ich eine kombinierte Bus- und Wanderreise auf dem Jakobsweg in Spanien gemacht, um ein Gefühl für den Pilgerweg zu entwickeln." Auf die begleitete Pilgertour sei sie über eine Bekannte aufmerksam geworden.

"Ich möchte durch meine begleiteten Pilgertouren Interessierten die Möglichkeit geben, auszuprobieren, ob sie den Weg gehen können", sagt Armin Schlachter, Walbertsweiler. "Man wird nicht alleine gelassen und gewinnt ein Gespür dafür, ob man alleine weitergehen kann, oder sagt, das ist nichts für mich. Als ich meinen ersten Pilgerweg in Angriff nehmen wollte, wusste ich auch nicht, was da auf mich zukommt." Diese Ungewissheit wolle er den Teilnehmern abnehmen.

"Ich war bereits mehrmals auf dem oberschwäbischen Jakobsweg und Santiago des Compostela unterwegs. Das Laufen als Solches ist meine Motivation", sagt Brigitte Ott aus Gammertingen. "Ich bin auch auf dem Pilgerweg und rede nicht." Auf dem Weg sei sie mit Gleichgesinnten unterwegs. Bei einer begleiteten Pilgerwanderung entfalle die Organisation der Unterkunft und des Essens, freut sie sich. Auf dem oberschwäbischen Pilgerweg erhalte man Inspirationen.

"Ich bin das erste Mal auf einem Pilgerweg. Armin Schlachters Vortrag im Januar in Wald hat mich mitgerissen", sagt Gela Lang aus Uhldingen. "Der Wunsch, den Jakobsweg zu gehen, war sofort geweckt. Ich möchte ausprobieren, wo meine Grenzen liegen. Ich bin fest entschlossen und habe einen starken Willen, die Wanderung bis nach Konstanz zu bewältigen." Die 25-Kilometer-Etappe von Wald nach Stockach gleich zu Beginn der Pilgertour sei eine Herausforderung.

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