Stetten am kalten Markt Neue Lebensretter kommen: Gemeinderat stimmt für den Kauf zweier Defibrillatoren

Manchmal entscheiden Minuten über Leben und Tod. Zum Beispiel beim Auftreten von Herzkammerflimmern, das Jahr für Jahr in Tausenden von Fällen zum plötzlichen Herztod führt. Dann kann das Vorhandensein eines Defibrillators Leben retten. Denn durch Stromstöße kann ein "Defi" Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern und -flattern beenden. Der Stettener Gemeinderat stimmte in seiner jüngsten Sitzung der Anschaffung von zwei Defibrillatoren zu.

Einer wird künftig in der Alemannenhalle für auftretende Notfälle zur Verfügung stehen. Der zweite soll im frei zugänglichen Schalterraum der Stettener Sparkasse angebracht werden, wobei sich die Sparkasse zur Hälfte an den Anschaffungskosten beteiligt. Wie Bürgermeister Maik Lehn in der Sitzung wissen ließ, hätten die CDU- und die ILS-Fraktion in einem gemeinsamen Antrag die Anschaffung eines Defibrillators für die Alemannenhalle angeregt und um Entscheidung im Gemeinderat gebeten. Wie Gemeinderat Günther Töpfer (CDU) begründete, werde die Alemannenhalle sowohl von der Schule wie auch von Vereinen und bei öffentlichen Veranstaltungen in vielfältiger Weise genutzt. "Die Palette der Nutzer reicht vom Kleinkind bis zum Hochbetagten", sagte Töpfer und wies darauf hin, dass bei sämtlichen Veranstaltungen jederzeit mit einem Notfall gerechnet werden müsse. "In solchen Fällen kann ein Defi zum Lebensretter werden", sagte er.

Wie Bürgermeister Maik Lehn wissen ließ, steht in der Gemeinde bislang nur ein solches Gerät im Innenbereich der Volksbank zur Verfügung, das auf Anregung der Verwaltung inzwischen in den Eingangsbereich der Bankfiliale verlegt worden ist, und seither öffentlich zugänglich ist. Parallel habe er inzwischen auch mit der Sparkasse Pfullendorf-Meßkirch gesprochen und angeregt, im dortigen Eingangsbereich ebenfalls einen Defibrillator anzubringen, und so das Hilfsangebot für Notsuchende zu erweitern. "Die Verantwortlichen der Sparkasse haben neben ihrem Einverständnis zur Aufstellung auch ihre Zustimmung gegeben, sich an den Anschaffungskosen mit 50 Prozent zu beteiligen", vermeldete das Gemeindeoberhaupt erfreut.

Wie Lehn berichtete, habe die Verwaltung hinsichtlich der Anschaffung den fachlichen Rat des DRK eingeholt. "Von dortiger Seite wird uns der "Defibrillator-Set Zoll AED Plus" zum Kauf empfohlen", sagte Lehn und erläuterte die Details der fachliche Begründung. Den Preis für ein Gerät inklusive Wandschrank bezifferte das Gemeindeoberhaupt aufgrund eines vorliegenden Angebots mit 2119 Euro und empfahl dem Gremium die Anschaffung von zwei Geräten, wobei die Mittel außerplanmäßig zur Verfügung zu stellen seien. Dagegen erhoben sich am Ratstisch keine Einwände. Allerdings wurde aus der Mitte des Gremiums angeregt, die Ortsteile nicht zu vergessen und diese, ebenfalls mit entsprechenden Geräten auszustatten. Für Frohnstetten sicherte das Gemeindeoberhaupt sofortige Gespräche mit den Banken zu, während mach sich am Ende einig war, die weitere Ausstattung der Hallen sukzessive in Angriff zu nehmen.

 

Was ist ein Defibrillator:

Ein Defibrillator (Schockgeber) ist ein technisches Medizinprodukt, das die Aufgabe hat, das Herz mit elektrischen Impulsen zu versorgen. Das Ziel dieser Impulsgebung ist einerseits die Aktivierung des Herzschlags und andererseits die korrekte Rhythmusherstellung. Das Gerät kommt zur Anwendung, wenn ein bedrohlich schneller Herzschlag oder das lebensgefährliche Kammerflimmern vorliegen. Hierbei ist die Erregungsleitung im Herzen gestört, so dass die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff nicht mehr ausreichend gewährleistet ist. Elektrische Schocks unterbrechen die Erregungsleitung und ermöglichen so die Wiederherstellung eines regulären Herzrhythmus. (gfe)

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