Stetten am kalten Markt Bockzunft ehrt zwei langjährige Aktive

Oliver Beil wurde am Samstag ohne Gegenstimme in seinem Amt als Zunftmeister der Stettener Bockzunft bestätigt. Zur Jahresversammlung hatten sich die Böcke und ihre Freunde im Saal des Soldatenheims versammelt.

Dabei zeigte sich: Mit Widrigkeiten werden die Stettener Narren mit Improvisationstalent spielend fertig. Weil die Feuerwehrkapelle am 11. November andere Verpflichtungen übernommen hatte, sangen die Böcke den Scheifele-Marsch so eben ohne musikalische Begleitung. Und den Trommelwirbel bei den Bockschlägen für die verdientesten Narren, konnten die Finger der Besucher auf den Tischkanten ersetzen. Alles kein Problem – die Heuberg-Fasnet lebt.

Die Narren sehen sich der Tradition verpflichtet, das bedeutet aber kein stures Festhalten an überkommenen Details. Auf diesen Nenner brachte Beil die Arbeit der Narrenzunft in seinem Jahresbericht. Er formulierte es so: "Ganz allgemein müssen wir uns schon darauf einstellen, dass es Änderungen und Wandel gibt. Aber unsere Fasnet wird trotzdem noch Fasnet bleiben, auch wenn wir ab und zu neue Wege gehen." Eine dieser Neuerungen hat sich aus Sicht des Zunftmeisters in diesem Jahr bewährt. Die Terminwahl der Kinderfasnet fiel 2017 zum ersten Mal auf den Fasnets-Sonntag.

Diese Terminwahl bezeichnete Beil als "richtig guten Ansatz", den es weiter zu verfolgen gelte. Er schränkte aber ein: "Jedoch nur im zweijährigen Rhythmus, schließlich haben wir noch unseren örtlichen Umzug, der hier am Sonntagnachmittag seinen Platz hat." Ähnlich sieht es der Zunftmeister auch mit dem Jahrgängerball, der in der letzten Fasnetssaison am Sonntagabend erstmalig veranstaltet wurde und sehr gut angenommen worden sei. Auch hier kündigte Beil an: "Das behalten wir im Hinterkopf. Aber nicht jedes Jahr, sonst wird es doch schnell langweilig."

Uwe Kirndorfers Kassenbericht war ebenfalls eines der Glanzlichter des Abends. Im abgelaufenen Geschäftsjahr stehen den Einnahmen von 83 279 Euro Ausgaben von 78 243 Euro gegenüber und ergeben somit ein Plus von 5036 Euro. Das Vereinsvermögen beläuft sich, so der Kassenbericht, auf rund 29 000 Euro. Dieser Kassenstand war auch Gegenstand eines kleinen Rededuells zwischen dem Kassier und Bürgermeister Maik Lehn. Der Kassenwart hatte bemängelt, dass die Straßenbeleuchtung so sparsam eingesetzt werde und er deshalb beim nächtlichen Heimweg mit seiner Frau Schwierigkeiten habe, den Weg zu finden. Lehn appellierte angesichts des Kassenstands, dem Kassenwart und seiner Frau die Batterie für eine Taschenlampe zu finanzieren. Lehn würdigte ausdrücklich die von der Narrenzunft betriebene Brauchtumspflege und sagte: "Ich kann ihnen nur anraten, so weiter zu machen."

Vier mal Gold für verdiente Bockzunftmitglieder (von links): Tobias Steinhart, Dunja Kirndorfer, Andrea Prokoph und Nicole Scheck.
Vier mal Gold für verdiente Bockzunftmitglieder (von links): Tobias Steinhart, Dunja Kirndorfer, Andrea Prokoph und Nicole Scheck.

Bei den Teil-Vorstandswahlen gab es einige Veränderungen. Aus dem Narrenrat schieden aus: Felix Graf, Gebhard Neusch, Alex Baiker und Angela Cabanillas. Neu im Narrenrat sind Jessica Scheck, Uwe Stolz, Caro Ruf und Lukas Graf. Die neuen Maskenträger-Vertreter sind Sarah Malek, Stefan Cabanillas und Florian Weingast. Uwe Stolz schied nach 37 Jahren als Maskenträger-Vertreter aus, bleibt aber Mitglied im Narrenrat. Einen sehr großen Teil der Vollversammlung bildeten die Ehrungen. Ehrennarrenrat und Ex-Zunftmeister Gebhard Neusch erhielt zum Ende seiner aktiven Zeit bei der Bockzunft den Bockschlag, den Ehrenorden und den Geschenkkorb. Peter Farr wurde mit dem selben Zeremoniell aus dem gleichen Grund zum Ehrenmaskenträger ernannt. Den Goldorden der Zunft erhielten Andrea Prokoph, Nicole Scheck, Dunja Kirndorfer und Tobias Steinhart.

Termine & Motto

Die Zunft hat 416 Mitglieder. 2017 standen acht Austritten neun Eintritte gegenüber. Termine 2018: 6. Januar: Häsabstauba, 13./14. Januar: Jahresversammlung der Narrenvereinigung in Pfullendorf, 27./28. Januar: Narrentreffen in Bad Waldsee, 3./4. Februar: Narrentreffen in Siebnen (Schweiz). Die Ortsfasnet steht unter dem Motto: "Im Schatten von Jamaika". (hps)

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