Stetten am kalten Markt Andreas Stoch gedenkt Opfern des Konzentrationslagers Heuberg

Vor 35 Jahren hat der SPD-Landesverband am Rande des Truppenübungsplatzes Heuberg – in unmittelbarer Nähe zur Dreitrittenkapelle – ein Mahnmal eingeweiht, das an die Opfer des Konzentrationslagers Heuberg erinnert, in dem 1933 viele Opfer inhaftiert und zum Teil zum Tode geschunden wurden.

Hände und Arme versuchen verzweifelt nach der Freiheit zu greifen. Doch sie sind in Stacheldraht verheddert und haben keine Chance auf Befreiung. Mit dieser eindrucksvollen Skulptur hat der Bildhauer Reinhard Bombsch vor dreieinhalb Jahrzehnten ein ausdruckstarkes Mahnmal geschaffen. Es trägt die Inschrift: "Denn gedacht soll Ihrer werden – Zur Erinnerung an alle die während der Herrschaft des Nationalsozialismus im Lager Heuberg gequält und geschunden wurden". Vor dem Hintergrund, dass "die Rechtpopulisten derzeit in ganz Europa wieder auf dem Vormarsch" seien, und weil sich die Errichtung des Mahnmals bereits zum 35 Mal jährt, war es den Sozialdemokraten vor Ort und im Land gleichermaßen wichtig, in einer kurzen Gedenkstunde der Geschundenen und Gequälten der NS-Diktatur zu gedenken. Für den amtierenden SPD-Fraktionsvorsitzenden im Stuttgarter Landtag, Andreas Stoch, war es der erste Besuch vor Ort.

So erinnerten Stettens SPD-Vorsitzender Walter Sambil und seine Mitstreiter, dass der Truppenübungsplatz und das Lager Heuberg seit ihrer Einrichtung "stets ein Spiegelbild deutscher Geschichte gewesen" seien. Mit der Eröffnung des Konzentrationslagers Heuberg für sogenannte "Schutzhäftlinge" sei damals allerdings das düsterste Kapitel in der Geschichte des Übungsplatzes aufgeschlagen worden. In dem KZ seien zeitweise weit über 2000 Häftlinge – vorwiegend württembergische Kommunisten und Sozialdemokraten – festgehalten worden. "Bis zu seiner Schließung nach zehn Monaten wurden im KZ Heuberg zwischen 3500 und 4000 Männer gedemütigt und gequält", erinnerte Sambil. Der prominenteste Häftling sei der spätere SPD-Vorsitzende Kurt Schumacher gewesen. Aber auch Willi Bleicher, der in den sechziger Jahren zu den prominenten Gewerkschaftsführern gehörte, oder der spätere Oberbürgermeister der Stadt Reutlingen, Oskar Kalbfell, gehörten zu den Inhaftierten des KZ Heuberg.

 

Zum Hintergrund

Das Mahnmal am Rande des Truppenübungsplatzes, in unmittelbarer Nähe zur Dreitrittenkapelle, ist für Besucher und Gäste frei zugänglich. Jahr für Jahr legen die örtlichen Sozialdemokraten im Verbund mit Vertretern der Kreis- und Landespartei an der Gedenkstätte einen Kranz oder ein Blumengebinde nieder. Hin und wieder finden auch Gedenkfeiern verschiedener Gruppen und Besuche von Schulklassen statt.

 

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