Sigmaringen Verhandlung: Polizeibeamte schwer beleidigt

37-jähriger Angeklagter steht vor dem Amtsgericht in Sigmaringen. Angezeigt ist auch gefährliche Körperverletzung. Die verhandlung wird am 7. Juni fortgesetzt

Wenig Reue vor Gericht zeigte ein 37-jähriger Mann vor Gericht, der wegen Beleidigung in drei Fällen angeklagt war. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, am 23. September des vergangenen Jahres in der Sigmaringer Bahnhofstraße vor einer Gaststätte drei kontrollierenden Polizeibeamten den Stinkefinger gezeigt zu haben. Bei der Personenüberprüfung beleidigte er die Beamten mit „Scheißbullen“ und spuckte vor ihnen auf den Boden. Bei der Aktenüberprüfung stellte Richterin Nadine Zieher fest, dass gegen den 37-Jährigen eine weitere Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung vorliegt, die sich ebenfalls in der Sigmaringer Bahnhofstraße zugetragen hat. Vor Gericht wurden beide Verfahren gebündelt. Die Verhandlung wird am 7. Juni um 8.30 Uhr im Amtsgericht mit Zeugenvernehmungen fortgesetzt. In dieser Sitzung werden auch die Urteile wegen Beleidigung und gefährlicher Körperverletzung gefällt.

Vor Gericht konnte sich der Angeklagte nicht mehr erinnern, was sich im September des vergangenen Jahres während einer Polizeikontrolle abgespielt hat. Allerdings gab er zu: „Ich habe die Beamten beleidigt!“ Auch habe er ihnen den Stinkefinger gezeigt. Zuvor hatte er mehrere Biere getrunken, wie er vor Gericht zugab. Warum er sich gegenüber den Beamten so aggressiv verhalten hat, konnte er vor Gericht nicht erklären.

„Er war sehr aggressiv und beleidigte uns mit Scheißbullen“, sagten die drei Polizeibeamten bei ihrer Vernehmung vor Gericht übereinstimmend aus. Dabei habe er die Fäuste geballt. Zu einer tätlichen Auseinandersetzung sei es aber nicht gekommen. Auch habe der 37-Jährige stark nach Alkohol gerochen. „Die Situation war sehr angespannt“, sagte ein Polizeibeamter der Bereitschaftspolizei Göppingen aus, der an diesem Tag zusammen mit anderen Beamten zur Verstärkung angefordert wurde. „Unsere Aufgabe war, Präsenz zu zeigen in der Bahnhofstraße, weil es dort immer wieder zu Zwischenfällen gekommen ist“, so der Beamte weiter. Entschuldigt hat sich der Angeklagte bei den Beamten auch im Gericht nicht.

Ein weiterer Vorfall wird dem Angeklagten zur Last gelegt. So soll der Angeklagte am 13. April 2016 in der Sigmaringer Bahnhofstraße vor der Gaststätte einen Kumpel nach einer verbalen Auseinandersetzung mehrere Faustschläge ins Gesicht versetzt zu haben. Auf dem Boden liegend soll er den Mann noch mit Füßen getreten haben. Damit habe er sich einer gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht, so der Vertreter der Staatsanwaltschaft. „Wir haben zusammen im Bahnhof mehrere Biere getrunken. Auf der Straße vor dem Bahnhof ist es dann zum Streit gekommen. Er hat mich mit Nigger und Bimbo beleidigt, ebenso meine Familie. Daraufhin habe ich ihn mit der flachen Hand zwei bis drei Ohrfeigen verpasst“, schilderte der Angeklagte den Vorfall aus seiner Sicht. Dabei sei sein Kumpel auf die Straße gefallen und habe sich am Finger verletzt. Weiter bestritt er, den auf den Boden liegenden Mann mit Füßen getreten zu haben.

Er selbst habe die Polizei verständigt und den Beamten die Situation erläutert. „Ich war im Recht. Er hat meine Familie beleidigt und da hört der Spaß bei mir auf“, rechtfertigte er vor Gericht den Vorfall. Inzwischen habe er sich bei seinem Kumpel entschuldigt und mit ihm bereits wieder ein paar Biere getrunken. Auch könne er nicht verstehen, warum er sich strafbar gemacht hat. „Mein Kumpel jedenfalls hat mich nicht angezeigt“.

Richterin Nadine Zieher unterbrach die Verhandlung gegen den 37-jährigen Angeklagten, der mit 14 Einträgen erheblich vorbestraft ist. Am 7. Juni um 8.30 Uhr wird die Verhandlung fortgesetzt. In dieser Sitzung sollen Zeugen zum Vorfall am 13. April des vergangenen Jahres befragt werden. Danach wird die Richterin ein Urteil fällen.

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