Sigmaringen Verena Boos liest aus "Kirchberg": Rückkehr als Schritt nach vorne

Die Autorin mit Sigmaringer Familienbezug liest im Theatercafé Sigmaringen aus ihrem Roman "Kirchberg". In ihrem zweiten Werk schildert Verena Boos das Leben der 40-jährigen Hanna, die nach einem Schlaganfall in ihr Heimatdorf zurückkehrt.

Proppenvoll war das Theatercafé in Sigmaringen, als Verena Boos, die aus Rottweil stammt und familiär auch mit Sigmaringen verbunden ist, aus ihrem zweiten Buch "Kirchberg" las. Dass dieser vor zwei Monaten erschienene Roman bei den Lesern auf große Resonanz trifft, zeigten einerseits der Ansturm auf die Lesung, zu der es schnell keine Karten mehr gab, sowie andererseits die Nachfrage der Bücher, welche die Autorin in der Pause und am Ende der Veranstaltung signierte.

Im Roman "Kirchberg" kehrt die 40-jährige Hanna nach einem Schlaganfall in ihr Heimatdorf zurück, in dem sie bei ihren Großeltern aufwuchs. Sie sucht den Rückzug aus der Hauptstadt, um sich von ihrer Umwelt abzuschotten. Ein Stück weit bedeutet dies eine Kapitulation nach einem Jahr Therapie, welches nicht die gewünschten Fortschritte brachte und die Wissenschaftlerin, Frau des Wortes, sprachlos zurück lässt. In dem Schwarzwälder Dorf kreuzen sich dann die verschiedenen Lebenswege und "Hanna eignet sich ihre eigene Geschichte wieder an", erklärt Boos. Der Roman ist ein Rückblick auf Hannas Leben, das sich in Zehn-Jahres-Schritten auf die Jetzt-Zeit zubewegt, im Roman ist das im Jahr 2024.

Verena Boos (links) nahm sich im Sigmaringer Theatercafé nach der Lesung aus ihrem neuesten Roman "Kirchberg" Zeit, die Exemplare zu signieren und sich mit den Besuchern auszutauschen. Bild: Isabell Michelberger
Verena Boos (links) nahm sich im Sigmaringer Theatercafé nach der Lesung aus ihrem neuesten Roman "Kirchberg" Zeit, die Exemplare zu signieren und sich mit den Besuchern auszutauschen. Bild: Isabell Michelberger

Eine Bekannte aus ihrem privaten Umfeld, die ihre Sprache verlor, habe die Initialzündung für das Thema gebildet. "Das hat mich sehr zum Nachdenken angeregt", beschreibt die Autorin. Alles andere sei frei erfunden. Das ändert nichts daran, dass es Verena Boos gelingt, mit ihren detaillierten Beschreibungen der Landschaft, der Atmosphäre des Ortes sowie der Reflexionen der Protagonisten den Leser in deren Gedankenkosmos hinein zu führen. Ihre Worte geben den Widersprüchen Raum und regen dadurch zum Weiterdenken an.

Joachim Greisle, Organisator der Lesung im Rahmen der Reihe "Sigmaringen liest" wollte wissen, weshalb im Buch nur sparsam gesetzte schwäbische Einsprengsel zu finden sind. Das habe sie nicht strategisch geplant. "Die Wörter versetzen mich in die Welt meiner Kindheit, sie kommen ganz natürlich", klärte sie auf. Die schwäbischen Wörter seien Teil ihrer Gefühlswelt, die sich von der Welt Berlins, Londons und New Yorks unterscheide, erklärt die Vielgereiste.

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