Sigmaringen TNT Theatre spielt Shakespeare: Ausdruck zeigt Liebesverwirrung

Das TNT Theatre spielt "The Twelfth Night" in englischer Sprache auf dem Schloss Sigmaringen. Die Bühnenpräsenz und Ausdruckskraft der Schauspieler macht das Stück auch denen zugänglich, die nicht jedes Wort verstehen.

Auf ihrer Castle-Tour hat das TNT Theatre der "American Drama Group Europe" glücklicherweise auch dieses Jahr wieder Station im Sigmaringer Schloss gemacht, der idealen Kulisse für Shakespeares Bühnenstücke. Zwar konnten sie wegen des unsicheren Wetters nicht im Schlosshof spielen, doch die Portugiesische Galerie bot ebenfalls bestes Ambiente. Die sieben vielfach talentierten Schauspieler bescherten ihrem Publikum mit der Komödie "Twelfth Night" oder auch "What you will" genannt ("Dreikönigsabend" oder "Was ihr wollt") von William Shakespeare einen fantastischen und zugleich amüsanten Theaterabend.

Den Text passten sie an ihre Bühnenmöglichkeiten an, indem sie einige Nebenrollen herauskürzten – kein ungewöhnliches Vorgehen auch zu Shakespeares Zeiten. Die Kulisse des TNT Theatres ist stets äußerst schlicht gehalten, aber unglaublich variationsfähig. Mit wenigen Mitteln gelang es der Truppe, die Fantasie der Zuschauer anzuregen und sie in die verschiedenen Szenen mitzunehmen, dabei schlüpften die meisten Akteure in mehrere Rollen.

"Was ihr wollt" ist die letzte Komödie von Shakespeare. In ihr widmete sich der Dichter der Liebe, die ein Gegenüber sucht, um sich zu entfalten. Doch leider trifft die Liebe zu Beginn des Stücks Personen, welche sie partout nicht erwidern wollen, weil sie jemand anderen verehren. Deshalb kommt es zu etlichen Verwirrungen und Verwechslungen und immer wieder taucht die Frage auf, wer denn nun verrückt sei. Doch zum Schluss finden sich die Paare. Nur Malvolio, der Verwalter der reichen Gräfin Olivia, streng und lustfeindlich, verfällt dem Unglück, da ihm ein gefälschter Brief die Gunst der Gräfin vorgaukelte.

Die Aufführung sorgte für reines Theatervergnügen durch kreative Einfälle, Gesang, Musik und Percussion, wozu der Hofnarr auch die Besucher motivierte. Ein Genuss bildete ebenso die starke Bühnenpräsenz und Ausdruckskraft der Schauspieler, welche die Essenz des Shakespeare'schen Stücks für die Zuschauer eröffneten, ohne dass jedes englische Wort verstanden werden musste. Die Mimik und Gestik waren auf solche Weise beredt, dass sie die Verwandlung und seelischen Prozesse miterleben ließen.

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