Sigmaringen Abschied mit viel Lob: Michaela Breu geht in den Ruhestand

Bei der Verabschiedung von Michaela Breu als Leiterin der Ludwig-Erhard-Schule in Sigmaringen gab es herzliche Worte für eine ungewöhnliche Frau, die der Schule einen Stempel aufgedrückt hat. Neuer Schulleiter wird Frank Steinhart.

Seit dem Jahr 2004 hatte sie an der Schule das Sagen, die mit dem Neubau im Jahr 2005 dann auch einen Namen bekam. Jetzt wurde Oberstudiendirektorin Michaela Breu als Leiterin der Ludwig-Erhard-Schule verabschiedet. Die Feier im Hofgarten war ein Stelldichein für viele Gäste aus Schule, Wirtschaft und Politik. Sie war aber auch eine Hommage an eine ungewöhnliche Frau, die auch als geschäftsführende Schulleiterin der Beruflichen Schulen in Bad Saulgau und Sigmaringen das getan hat, was man allgemein als "Stempel aufdrücken" bezeichnet. Und sie hat dafür gesorgt, dass ihre Schule sich nicht nur mit dem Titel "Unesco-Schule" schmücken darf, sondern auch über "ein Schulklima verfügt, wie es seinesgleichen sucht", wie Abteilungspräsidentin Susanne Pachner vom Regierungspräsidium Tübingen anerkennend feststellte. 

"Frau Breu ist keine Freundin der Konfektion", spielte Pachner auf das Schneiderhobby von Michaela Breu an. So wie diese alle Kleider selbst näht, habe sie auch eine Schule der besonderen Art geschneidert. "Ihre Lebendigkeit und Kreativität haben sie in die Schule eingebracht", stellte Pachner fest. "Und bei alledem sind sie stets einer einfachen Logik gefolgt: Glückliche Lehrer machen guten Unterricht." Und dass die Lehrerschaft motiviert war, das habe man an den vielen zusätzlichen Arbeitsgemeinschaften, Aktionen und Projekten feststellen können. Erfolgreiche Kooperationen mit allen Schulen im Landkreis, eine enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und nicht zuletzt auch die Entschlossenheit, mit der sie für ihr Kollegium und ihre Schüler eingetreten sei, all das habe sie mit viel Elan und Begeisterung, aber auch mit Ecken und Kanten bewerkstelligt.

Mit Frank Steinhart hat man laut Pachner eine richtige Entscheidung für die Nachfolge getroffen, ihm überreichte sie seine Bestellungsurkunde.

Blumen gab es von Landrätin Stefanie Bürkle für Michaele Brau, die auch Geschäftsführende Schulleiterin der Kreisberufsschulen war.
Blumen gab es von Landrätin Stefanie Bürkle für Michaele Brau, die auch Geschäftsführende Schulleiterin der Kreisberufsschulen war.

Für Landrätin Stefanie Bürkle war Breu "eine natürliche Autorität". Sie habe Führung auch als Zuwendung an die jungen Menschen verstanden. "Wenn es sein musste, konnten Sie aber auch eine klare Ansage machen", betonte die Kreischefin. Breu habe auch Akzente gesetzt, was das Äußere der Schule betrifft. Farben und Formen seien ihr immer wichtig gewesen und das Thema Kunst hatte an der Schule einen festen Platz. Was übrigens auch durch die musikalische Begleitung der Feierstunde deutlich wurde. Die ehemaligen Schüler Michael Heißel und Stefano Barbagallo habe es mit klassischer Trompetenmusik mittlerweile zu großer Bekanntheit gebracht und auch Jürgen Katusic, ehemaliger Lehrer, bewies einmal mehr am Flügel sein Können.

Der Elternbeiratsvorsitzende Karl-Jürgen Seez bescheinigte Michaela Breu ein außerordentliches Talent zur Konfliktlösung. An erste Stelle seien für sie immer die Schüler gestanden, dann kamen Lehrer und Eltern. Seez hatte auch besonderes Lob mitgebracht: "An dieser Schule gibt es keine Schwachstellen." Michael Bantle für den Förderverein der Schule und Heike Schmal für den Personalrat bescheinigten der scheidenden Schulleiterin Einfühlungsvermögen, viel Kooperationsbereitschaft und die Fähigkeit, nie "von oben herunter" (Schmal) entschieden zu haben. Sie habe sich aber auch getraut, ein Machtwort zu sprechen. Schülersprecherin Lena Schaarschmidt betonte: "Wir schätzen sie und wir haben großen Respekt vor ihnen." Breu sei nicht nur Bildung am Herzen gelegen, sondern auch die Entwicklung der inneren Reife der Schüler. Sie habe stets ermöglicht, dass die jungen Leute etwas selbst in die Hand nehmen.

"Ich darf mich als ein glücklicher Mensch verabschieden", sagte Michaela Breu sichtlich bewegt. Sie habe aber das Lob nicht alleine verdient. Das Kollegium habe sehr viel mehr mitgebracht als Fachkompetenz. Die Freude an der Arbeit habe sich auch durch enorme Mehrleistungen dokumentiert. Ihrem Nachfolger Studiendirektor Frank Steinhart wünschte sie alles Gute. Der freut sich auf eine "hervorragend aufgestellte Schule". Er will dafür sorgen, dass die Ludwig-Erhard-Schule auch in Zukunft im Schulbereich "die Top-Adresse" in der Region bleiben werde.

Studiendirektor Frank Steinhart ist der neue Leiter der Ludwig-Erhard-Schule
Studiendirektor Frank Steinhart ist der neue Leiter der Ludwig-Erhard-Schule

Ludwig-Erhard-Schule

Die vom Kreis getragenee Ludwig-Erhard-Schule bietet ein breites Bildungsangebot mit Wirtschaftsgymnasium, mehreren Berufskolleggs (so auch für Fremdsprachen) und einer Kaufmännischen Berufsschule im Rahmen des Dualen Systems. Das bedeutet, dass Auszubildende in kaufmännischen Berufen wie Industriekaufleute, Bankkaufleute, Einzelhandelskaufleute und Verkäufer hier ihre Berufsschulpflicht ableisten. Dazu kommen Fachklassen im Bereich Automaten, die es so sonst in Süddeutschland nicht gibt.

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