Schwenningen Roland Steidle erforscht die Kirchengeschichte

Anlässlich eines Vortrages bei den Senioren der Pfarrgemeinde St. Kolumban konnte Roland Steidle eindrücklich die lange pastorale Seelsorgegeschichte der Gemeinde Schwenningen aufzeigen. Als Einstieg in die Thematik konnte der Schwenninger und jetzt in Erlaheim wohnhafte Roland Steidle die langjährigen Pfarrer seit 1884 in einer Bilderstafette vorstellen. Unter diesen tauchten Namen wie Paul Stutz, Franz Karl Ehret und Leo Hug auf.

Die vorgestellte Auflistung beginnt mit Rektor (Pfarrer) Heinrich von Schwenningen, der in einer Urkunde aus dem Jahre 1280 bei einer Besitzübertragung genannt worden ist. Leider klafft noch eine Lücke der Übersicht der Seelsorger im 14. Jahrhundert. Hier hofft Steidle durch weitere Archivbesuche auf eine zeitnahe Schließung der Lücken. Ab 1411 kann auf eine durchgehende Schwenninger Seelsorger-Liste zurückgegriffen werden. Aktuell schließt die Aufstellung mit Pfarrer Edwin Müller. Besondere Erwähnung erfuhr Geistlicher Rat und Pfarrer Gregor Vogler, der bis dato mit der längsten bekannten Amtszeit als Schwenninger Pfarrer 52 Jahre Dienst in der Gemeinde tat. Gregor Vogler wurde im Jahre 1746 in Konstanz geboren und am 22. Juni 1780 in Schwenningen als Pfarrer eingesetzt. Er war von 1793 bis 1812 zusätzlich Dekan des katholischen Landkapitels Ebingen-Schömberg. Seine Dienstzeit als Dekan endete mit der Auflösung des Landkapitels aufgrund der Neustrukturierung der katholischen Bistümer in den damals neu entstandenen deutschen Staaten Königreich Württemberg, Großherzogtum Baden und den Hohenzollerischen Fürstentümern Sigmaringen und Hechingen. Im Alter von 84 Jahren feierte er im August 1830 sein 50-Jahr-Pfarrjubiläum und verstarb am 4. Januar 1832. Unter Ihm fand der Kirchenneubau (1817-1820) statt. In seinen letzten Jahren hatte er durch den Vikar Josef Siebenrock pastorale Unterstützung. Als weitere Besonderheit wurde die kirchliche Zugehörigkeit des Schlossbezirks Werenwag, ausgenommen der Weiler Langenbrunn, zur Pfarrgemeinde genannt. Die jeweiligen Pfarrer waren für die Seelsorge zuständig und hielten Messen in der Schlosskapelle. Diese Beziehung hielt bis 1924.

Im zweiten Teil seines Vortrages referierte der Heimatforscher über Schwenninger Flurnamen und ihre Bedeutungen. Beispielsweise nannte er den Galgenberg, das Hasenried, die Boschwiese, die Wüste, Himiliswies, Pfarrermauer, Wanne, Ofenloch im Thälei oder den Laubühl. Im Namen der Zuhörer und stellvertretend für das Leitungsteam des Altenwerks sprach Anna Deufel dem Vortragenden für die informativen Ausführungen zur Kirchengeschichte ihren Dank aus. Steidles Quellen waren das Pfarrarchiv Schwenningen, das erzbischöfliche Archiv Freiburg, das Staatsarchiv Schaffhausen, das Generallandesarchiv Karlsruhe und das Staatsarchiv Sigmaringen.

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