Pfullendorf Windenergie steht im Fokus

Informationsveranstaltung in Andelsbachhalle in Pfullendorf-Denkingen, bei der Projektträger, Behördenvertreter, Bürgerinitiativen, BUND, Nabu und weitere Akteure über die geplanten Windparks in der Region Pfullendorf-Heiligenberg informieren.

Die Pläne für den Bau weiterer Windräder zwischen Denkingen und Heiligenberg sorgen weiter für große Unruhe. Bekanntlich drehen sich seit dem Frühjahr 2017 auf der Gemarkung "Hilpensberg" drei Räder, gegen deren Betrieb sich die "Bürgerinitiative Mensch Natur Oberer Linzgau" wendet, die sich vehement gegen weitere Anlagen wehrt. Auch die Bürgermeister der betroffenen Kommunen Pfullendorf und Heiligenberg, Thomas Kugler und Frank Amann, lehnen die Vorhaben ab. In einem Brief an die Bürgerschaft machen die Rathauschefs klar, dass die Region aus ihrer Sicht mit den drei Windrädern "bereits einen nennenswerten Beitrag zu de,r auch aus unserer Sicht, notwendigen Energiewende leisten."

In der Andelsbachhalle Denkingen findet am kommenden Dienstag, 16. Januar, 18.30 bis 21.30 Uhr, die erste "Windkraftmesse" statt, auf der sich viele Akteure der aktuellen Windradproblematik mit Infoständen präsentieren wollen. Moderiert wird die Veranstaltung von Christoph Ewen, der als Mediator schon die Windradauseinandersetzungen in den Nachbargemeinden Krauchenwies und Mengen begleitet hat. "Wer sich für das Thema Windkraft interessiert, findet an diesem Abend viele Gesprächspartner", erklärte Denkingens Ortsvorsteher Karl Abt in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates. Besonders freue ihn, dass auch ein Vertreter der Stadt Überlingen da sein wird, denn bekanntlich will der Spitalfonds Überlingen, der auf der Gemarkung Denkingen über Waldflächen verfügt, diese an einen Windparkbetreiber verpachten. Ob Überlingens Oberbürgermeister Jan Zeitler selbst den Weg nach Denkingen findet, konnte Abt nicht sagen.

In den Wäldern zwischen Denkingen und Heiligenberg sollen weitere Windräder gebaut werden. Auf der Gemarkung "Hohenreute" sind auf Waldflächen des Spitalfonds Überlingen vier Anlagen vorgesehen. Das mit der Planung beauftragte Unternehmen Abowind AG will nach Angaben der Bürgermeister Kugler und Amann den Genehmigungsantrag im ersten Quartal 2018 einreichen. Im "Malaienwald" könnten auf Flächen des Fürstenhauses gleichfalls mehrere Windräder errichtet werden, wobei die Planungen sich noch in einem sehr frühen Stadium befinden. "Wir wurden noch nicht informiert und können deshalb auch nichts sagen", erklärte Hauptamtsleiter Hans-Jürgen Rupp auf Anfrage des SÜDKURIER. Für das dritte Projekt, auf der Gemarkung Heiligenberg, sollen in diesem Jahr die notwendigen Untersuchungen durchgeführt werden. In Rickertstreute plant die Frima VenSol Neue Energien GmbH einen Windpark mit drei Anlagen auf den Flächen eines privaten Eigentümers. "Als Gemeinden haben wir nur wenig Einfluss auf die Planungen und deren Umsetzung", machen die Rathauschefs von Pfullendorf und Heiligenberg klar. Wenn die Betreiberfirmen durch Gutachten nachweisen, dass Mensch und Natur in ausreichendem Maße vor negativen Auswirkungen geschützt seien, dann hätten sie einen rechtlichen Anspruch auf Genehmigung durch die zuständigen Landratsämter des Bodenseekreises und des Landkreises Sigmaringen. "Aus unserer Sicht ist aktuell weder Anlass für Verharmlosung noch für Panikmache", appellieren die Kugler und Amann an die Bürgerschaft die Informationsveranstaltung am 16. Januar in der Andelsbachhalle zur umfassenden Information zu nutzen.

 

Windkraftmesse

Für die Veranstaltung in der Andelsbachhalle am Dienstag, 16. Januar, 18.30 bis 21.30 Uhr, gibt es nach Angaben von Ortsvorsteher Karl Abt viele Anmeldungen. Mit dabei sind die Windparkbetreiber VenSol und Abowind; die Neue Energie GmbH, Vertreter des Landratsamtes Sigmaringen und Bodenseekreis, Vertreter der Bürgerinitiative "Mensch, Natur Oberer Linzgau", BUND, Nabu, das Kompetenzzentrum Tübingen des Regierungspräsidiums Tübingen, ein Infraschallexperte und ein Vertreter der Stadt Überlingen (siv)

 

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