Pfullendorf/Bad Schussenried Wetter zwischen Polarkälte und Mittelmeer-Hitze

Die Meteorologie-Daten der Wetterwarte Süd in Bad Schussenried weisen für 2017 zahlreiche Auffälligkeiten auf. Spätfröste verursachen große Schäden in der Landwirtschaft.

Beim Auswerten der Daten für 2017 sind die Meteorologen der Wetterwart Süd auf einige Auffälligkeiten gestoßen: Es gab den trockensten Winter seit mehr als 50 Jahren und das vorzeitige Frühlingserwachen und eisige Spätfröste hatten teilweise verheerende Folgen in der Landwirtschaft. Die Schäden im Südwesten belaufen sich insgesamt auf 120,3 Millionen Euro. Die grün-schwarze Landesregierung will 49,4 Millionen Euro ausgleichen. "Der Frosteinbruch in den Nächten von 19. bis 22. April 2017 hat insbesondere im Obst- und Weinbau des Landes massive Schäden verursacht“, erklärte Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) im November vergangenen Jahres. Vergleichbare, wenn auch nicht ganz so verheerende Schaden durch Spätfröste hatte es nach einer Mitteilung der Wetterwarte Süd in den Jahren 1991, 1981 und 1953 gegeben. Die durchschnittliche Temperatur in 2017 lag nach den Werten der Wetterwarte Süd mit 9,2 Grad Celsius niedriger als in den beiden Jahren zuvor (2015: 9,8 Grad Celsius, 2016: 10,0 Grad Celsius). "An 106 Tagen lagen die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, an 24 Tagen wurde Dauerfrost registriert", sagt Roland Roth, Meteorologe der Wetterwarte Süd.

Vor allem in der ersten Jahreshälfte sausten die Messsäulen der Thermometer einige Male rauf und runter: Biskayaluft und der Föhn treiben im Februar die Temperaturen zeitweilig bis gegen die 20-Grad-Marke. Unterm Strich war der Februar 2017 rund drei Grad zu warm, wie die Wetterwarte Süd mitteilt. Und Ende März gab es bereits Temperaturen nahe 25 Grad. Dem gefühlten Frühsommer folgten im April eisige Zeiten – die Natur litt schwer. Nach dem kältesten Beginn des Mai seit Jahrzehnten gab es zu dessen Ende subtropische Werte. In Horgenzell und Ochsenhausen wurden 33 Grad, in Ravensburg sogar 34 Grad gemessen. Tropische Werte gab es auch im Juni.

Auf schwül-warme bis richtig heiße Tage folgten im Sommer regelmäßig feucht-kühle Phasen, ergaben die Auswertungen der Wetterwarte Süd. Wie Messungen an der Wetterstation in Bad Schussenried ergaben, betrug die Sonnenscheindauer dort im vergangenen Jahr 1737,8 Stunden. „Damit schien die Sonne statistisch gesehen etwa 15 Minuten länger pro Tag als man normalerweise erwarten darf“, sagt Meteorologe Roth. An der Messstation des Wetterkontors in Konstanz wurde ein noch höherer Wert aufgezeichnet: 1927,3 Stunden Sonnenschein. Dennoch gab es viele Schauer und Gewitter, damit wurde der Sommer 2017 der niederschlagsreichste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1968. Das unbeständige Wetter setzte sich im Dezember fort. Kanarenluft sorgt für bis zu 14 Grad – der Silvestertag wird der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in der Region.

So wird das Wetter

Die Meteorologen des Wetterkontors, das auch die Daten für das tägliche SÜDKURIER-Wetter liefert, sagen für diese Woche ruhige Tage voraus. Die stürmischen Zeiten, die es während des zurückliegenden Jahreswechsels gegeben hatte, seien erst einmal vorbei. Allerdings wird es bis einschließlich Freitag kaum Sonnenschein geben. Erst am Samstag und am Sonntag steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Sonne blicken lässt. Bis kommenden Montag bleibt es nach den Vorhersagen des Wetterkontors trocken, aber die Temperaturen werden sinken. Es ist auch mit leichtem Frost zu rechnen. Ab kommenden Dienstag dürfte es wieder ungemütlich werden. Es könnte dann sogar schneien – allerdings sind die Vorhersagen für den Zeitraum ab Dienstag noch etwas unsicher. (dim)

 

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