Pfullendorf Schüler der Sechslindenschule informieren sich über Berufe in der Region

Bereits zum 14. Mal stellen sich Betriebe im Klassenzimmer den Fragen der Schüler. Die Veranstaltung soll für die Jugendlichen eine Orientierungshilfe in der Berufswelt sein.

An zwei Tagen konnten sich die Schüler der achten Stufe an der Sechslindenschule über Ausbildungsberufe informieren. An dieser Veranstaltung haben zwölf Betriebe aus Pfullendorf mit ihren Chefs, Verantwortlichen und Azubis teilgenommen. In zwei Klassenzimmern sowie im Chemie- und Physiklabor erhielten die rund zehnköpfigen Schülergruppen einen Einblick in die verschiedensten Ausbildungsberufe.

Da berichteten zum Beispiel die beiden Azubis der Firma Kramer, Manuel Wagner und Uwe Saub, über Ausbildungsverlauf und sonstige betriebliche Gegebenheiten. Zudem beantworteten sie die zehn Fragen, die die Schüler notiert hatten. Ausbildungsleiter David Walk erläuterte in einem Frage- und Antwortspiel, wie und wann die Schüler sich bei der Firma Kramer bewerben sollten. Er sprach auch die Inhalte einer Bewerbung nochmals an und wies darauf hin, dass das Fach Mathematik bei dem Unternehmen eine wichtige Rolle spiele.

Warum beteiligt sich die Firma Kramer an der Aktion? "Es ist sehr wichtig in die Klassen reinzugehen, denn die Zahl der Ausbildungsabbrecher nimmt kräftig zu", erläutert David Walk. "Deshalb sollten die Schüler verstärkt in die Betriebe reinschnuppern." Diese Veranstaltung sei viel informativer als die klassischen Ausbildungsmessen.

Im nächsten Raum stellte Christina Kolb von der Gärtnerei Drechsler den Beruf des Landschaftsgärtners vor. Auch in eigener Person belegte sie, dass die Ausbildung trotz körperlich hoher Ansprüche auch für Mädchen attraktiv sein kann. Von dem Berufsbild des Landschaftsgärtners angesprochen fühlte sich Jason Lauenstein, der sich nun für ein Praktikum bei der Firma Drechsler bewerben will.

Im Physikraum präsentierte sich die Firma Kramer. Neben Informationen zu Ausbildungsberufen gab es auch Tipps zum Bewerben.
Im Physikraum präsentierte sich die Firma Kramer. Neben Informationen zu Ausbildungsberufen gab es auch Tipps zum Bewerben. | Bild: Robert Reschke

Auf den Vortrag der Deutschen Bundesbahn freute sich Nadine Royer, die Leiterin des Projekts "Azubi meets Schule", besonders. Denn Referent Phillipp Thurner war selbst Sechslindenschüler. Er befindet sich im ersten Ausbildungsjahr zum Fahrdienstleiter. Zudem legt die Schule besonderen Wert darauf, dass die Azubis selbst über ihre Ausbildung und ihren Alltag berichten.

Über die Ausbildung bei der Bundeswehr berichtete Mathieu Krämer, selbst kein Azubi. Die professionelle Vortragsweise sprach die Zuhörer – allesamt männlich – sichtlich an. Der Vortragende beantwortete unzählige Fragen, welche nicht unbedingt auf dem "Spickzettel" vermerkt waren.

 

Teilnehmer

Folgende Unternehmen stellten sich an der Sechslindenschule vor: Firma Hennig (Industriemechaniker), Geberit (Lagerlogistik, Maschinen- und Anlagenführer), Grüne Burg (Altenpfleger, Altenpflegehelfer), Friseur Schmauder (Friseur), Kramer (Fertigungsmechaniker), Pfullendorfer Torsysteme (Holzmechaniker, Konstruktionsmechaniker), Sparkasse (Bankkaufmann), Stadtverwaltung (Verwaltungsfachangestellte), Neukauf (Verkäufer, Kaufmann im Einzelhandel), Bundeswehr (Berufe in Uniform), Gärtnerei Drechsler (Gärtner), Deutsche Bundesbahn (Fahrdienstleiter, Elektroniker für Betriebstechnik, Gleisbauer, Industrieelektriker). (ror)

 

 

Das Konzept der Berufsinformation an der Sechslindenschule

Nadine Royer leitet bereits seit 14 Jahren die Aktion „Azubi meets Schule“.

Hat sich im Laufe der Jahre etwas am Konzept der Veranstaltung verändert?

Wir hatten früher noch mehr Vorträge. Aber es hat sich gezeigt, dass der Input für die Schüler damit einfach zu groß war. Früher führten wir zuerst diese Aktion durch, danach kam dann das Praktikum. Jetzt haben wir auch die Reihenfolge geändert. Damit haben die Schüler jetzt eher eine praktische Vorstellung von einem Betrieb und damit auch gezieltere Fragen.

Wie ist das Interesse der Schüler und der Ausbildungsbetriebe an dieser Veranstaltung?

Für die Schüler ist es zum einen eine Abwechslung zum sonstigen Unterricht. Es ist auch nicht so anstrengend – sie müssen ja nur zuhören. Zum anderen erfahren sie von den Praktikern, was wir ihnen bereits theoretisch in der Schule vermitteln und sie im späteren Berufsleben brauchen. Die Betriebe sind ebenfalls sehr an dieser Veranstaltung interessiert – wir haben mehr Bewerber als wir nehmen können. Dabei legen wir auf Regionalität und auf vielfältige Berufsbilder wert. Betriebe aus dem technischen, sozialen oder kaufmännischen Bereich oder dem Dienstleistungs- und Handwerksektor sind alle vertreten. Firmen, die in ihrer Ausbildung nicht regional tätig sind, bleiben eher außen vor.

Fragen: Robert Reschke

 

 

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