Pfullendorf Rope Skipping hat sich zum Vereinssport entwickelt

Sie bewegen Pfullendorf: Im Rahmen unserer Serie stellen wir das Rope Skipping im Turnverein Pfullendorf vor. Hier sind in erster Linie Mädchen zwischen acht und 13 Jahren aktiv.

Aus einem ursprünglichen Bewegungsspiel für Kinder hat sich eine Sportart entwickelt: das Seilspringen. In Fitnessstudios und von Boxern wird es vor allem als Konditionstraining eingesetzt. Wer es erfunden hat, das ist nicht bekannt. Fest steht nur, dass die schweißtreibende Sportart vermutlich durch holländische Auswanderer im 17. Jahrhundert nach Amerika kam und dort, wie in Europa, auf Schulhöfen und Straßen überlebt hat. Irgendwann kam die Begeisterung von Übersee wieder zurück nach Europa. Seit einigen Jahren gibt es beim Turnverein 1860 Pfullendorf eine eigene Abteilung für das Rope Skipping. Diese hat sich eigentlich aus einer Turngruppe entwickelt, wo ab und zu auch Seilspringen auf dem Trainingsplan stand. Später waren die Linzgauer mit Rope Skipping auch erfolgreich bei Turnfesten unterwegs.

 

Dass Seilspringen gar nicht so einfach ist, zeigt unser Video:

 

 

Derzeit gibt es zwei Leistungsstufen, die von Lea Hottenroth geleitet werden. Sie wird bald 18 Jahre alt und fährt auch gerne Ski. "Wir sind offen für alles", sagt sie. Dass es derzeit vorwiegend Mädels im Alter zwischen acht und dreizehn Jahren sind, die mit dem Seil trainieren, das sei ganz normal. Denn Seilspringen sei bei den Jungs halt nicht so beliebt. Dass sich aber immer wieder einige männliche Interessenten in die Härle-Sporthalle verirren, mache deutlich, dass das Geschlecht nicht so wichtig ist, der Spaß an der Bewegung aber schon.

Die ist in der Gruppe vorhanden, wie man schnell feststellen kann, wenn man beim Training zusieht. Es gibt jeweils eine Gruppe für Anfänger und Fortgeschrittene. Letztere beherrschen auch das Springen mit einem langen Seil perfekt. Double Dutch ("Kauderwelsch") heißt diese Übung. Dabei schlagen zwei gegenüberstehende Schwinger zwei Seile in Gegenrichtung. In der Mitte können ein oder mehrere Springer verschiedene Tricks und Stunts ausführen, auch Schwingertricks sind möglich. Da muss man genau den richtigen Absprungpunkt finden, will man sich nicht im Seil verheddern.

Es braucht ein gutes Auge und ein trainiertes Reaktionsvermögen. "Das kriegt man mit der Zeit aber schon mit", sagen die Mädels, die mit Begeisterung dabei sind, wenn auch manchmal etwas außer Atem. Für die Disziplinen, Sprünge, Seiltypen und Kommandos sind englische Bezeichnungen üblich. Beim Einzelspringen hat jeder ein eigenes Seil, das nicht immer gleich lang sein muss. Außer dem normalen Springen mit beiden Beinen, das man "Easy Jump" nennt, und dem Laufschritt sind auch Tricksprünge möglich.

1994 brachte der Deutsche Turner-Bund (DTB) mit Unterstützung der Deutschen Herzstiftung erstmals eine Broschüre zum Thema Seilspringen heraus. Seitdem wird Seilspringen in vielen Turn- und Sportvereinen als Wettkampf- oder Freizeitsport angeboten. Bei Lea Hottenroths Schützlingen sind ganz viele dabei, die auch in einer Turngruppe aktiv sind. Warum das so ist? "Keine Ahnung", sagen die Mädels und zucken mit den Schultern. Das habe sich einfach so ergeben und bei den vielen Abteilungen im Turnverein sei das Angebot schon groß. Rope Skipping mache Spaß und man sei mit vielen Gleichgesinnten zusammen. "In meinem Zimmer zu Hause geht das nicht", bekräftigt eine Zwölfjährige, nimmt einen Schluck aus der Wasserflasche und steht schon wieder mit dem Seil in beiden Händen in Halle. "Fertig?", fragt Anleiterin Lea. "Klar", kommt es aus vielen Kehlen. Dann kann man ja die Musik laufen lassen. Denn die erhöht noch den Spaß an der Bewegung.

Rope Skipping

Trainingszeiten beim Rope Skipping sind immer dienstags von 18 bis 19 Uhr für Anfänger, von 19 bis 20 Uhr für Fortgeschrittene und freitags von 17 bis 18 Uhr für Fortgeschrittene in der Sporthalle der Härle-Schule. Informationen über dieses und andere Angebote des Turnvereins gibt es hier www.turnverein-pfullendorf.de im Internet.

"Jugend beteiligtan Entscheidungen"

Steffi Grießhaber ist 40 Jahre alt und im fünften Jahr Vereinsjugendleiterin beim Turnverein Pfullendorf.

Rope Skipping ist nicht das einzige Angebot für Jugendliche im Turnverein. Welchen Stellenwert hat die Jugendarbeit?

Einen sehr Hohen. Aber es geht uns nicht nur um die Angebote, sondern auch darum, Jugendliche an Entscheidungen zu beteiligen. Im Gesamtvorstand gibt es neben mir noch einen Jugendsprecher. Da kann man schon etwas bewegen.

Und die Nachwuchsgewinnung?

Jugendarbeit dient zunächst einmal dazu, dass sich die Jugendlichen im Verein wohl fühlen und sich engagieren möchten. Natürlich ist ein Ziel dabei auch, den Nachwuchs für die vielen Tätigkeiten im Verein zu begeistern. Wir wollen, dass man das Drumherum einschätzen kann. Wer die Strukturen kennt und weiß, wie Vereinsarbeit funktioniert, der lässt sich auch leichter für ein Ehrenamt begeistern. Denn ohne das geht es nicht. Die althergebrachten Strukturen sind für junge Leute oft nicht so attraktiv. Da muss man neue Formen finden.

Gibt es Trainer, die aus der Jugendarbeit gekommen sind?

Na klar. Mich zum Beispiel. Ich habe mit fünf Jahren das Schwimmen angefangen. Habe das gemacht, bis ich 15 war. Seitdem bin ich auch Trainerin.

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