Pfullendorf Rigispatzen veraschieden Dirigent Very Rickenbacher

Bei einem Konzert in Aach-Linz hat die Schweizer Blaskapelle Rigispatzen ihren Dirigenten Very Rickenbacher verabschiedet. Bei einem gemeinsamen Konzert mit der Blaskapelle Peng hatte Rickenbacher seinen letzten Auftritt. Zusammen unterhielten die beiden Kapellen die Zuhörer fünf Stunden lang mit Blasmusik. Die Mitglieder des Musikvereins Aach-Linz sorgten für die Bewirtung.

Es ist ein bewegter, aber auch stürmischer und anerkennender Applaus gewesen, der dem Schweizer Dirigenten und Komponisten Very Rickenbacher galt. Er gab nach 14 Jahren den Stab als Dirigenten der Rigispatzen an seinen Sohn Roland weiter. Voll besetzt war die Mehrzweckhalle in Aach-Linz, als die Rigispatzen aus Küssnacht mit dem „Marsch der Musikfreunde“ das abendliche Programm beim Herbstfest eröffneten. Polkas im böhmisch-mährischen Stil, Walzerklänge und solistische Einlagen aus dem sehr umfangreichen Repertoire des mit 26 Musikern besetzten Orchesters ab. Später war auch die Blaskapelle Peng, die in der Region beheimatet ist, zu hören.

 

Die Rigispatzen

Die Anfänge der Rigispatzen gehen auf das Jahr 1956 zurück, als elf Musiker die Bauernkapelle „Rigi“ gründeten. Von Anfang an nahmen sie an Wettspielen teil, was in den Folgejahren immer mehr Interesse der Zuhörer weckte. Neue Wege ging die Gruppe 1970 mit einer Uniform und es folgten im selben Jahr die Anschaffung einer Fahne, die ersten Tonträger, Radio- und Fernsehaufnahmen. Nach Jahren am Tenorhorn übernahm 2003 Very Rickenbacher, Primarlehrer und Komponist, die Leitung der Rigispatzen. Diese haben zwischenzeitlich ihre sechste CD herausgebracht. In der Fachzeitschrift „Alpenrosen“ zieren die Rigispatzen und ihr Dirigent Very Rickenbacher die Titelseite. Auch auf sieben Seiten im Blatt findet man einen Bericht über die Rigispatzen.

 

 

Dirigent Very Rickenbacher bestimmte durch seine Art auch die Darbietungen der Rigispatzen. Mit leichter Hand und immer einem Lächeln im Gesicht leitete er sein Orchester und genoss selbst die musikalischen Darbietungen. Seine Eigenkomposition haben zumeist einen familiären Hintergrund, wie er in seinen Erklärungen auf Schweizerdeutsch sagte. „Ein Engel auf Erden“ mit einem Solopart galt seiner späteren Ehefrau. Auch der Walzer „das Bänklein am See“, eine sehr romantisch vorgetragene Spielweise, war Ergebnis einer besonderen Erinnerung. Die Polka „Vaterstolz“ galt der Geburt seiner jüngsten Tochter. Die „Spitz-Polka“ und die „Aufsteher-Polka“ waren ganz und gar seinen Musikern gewidmet, wie Very Rickenbacher erzählte. Und dann kam mit den letzten drei musikalischen Vorträgen auch der Fahnenträger der Rigispatzen auf die Bühne: Es ist das einzige Schweizer Blasorchester, das eine Fahne hat, die zum Abschluss auf der Bühne geschwenkt wurde.

 

Die Polka „Du hast ein gutes Herz“, sehr getragen gespielt, galt der 60-jährigen Blasmusikformation Rigispatzen. Bei „Sterne über Küssnacht“, ein Marsch von der neuen CD, man sah die musikalischen Sterne funkeln, die bei dieser flotten Weise von den Musikern und ihrem Dirigenten ausgingen. Der musikalische Höhepunkt, der die Besucher zum Aufstehen und Mitklatschen bewegte, war die Polka „Ein halbes Jahrhundert“ von Very Rickenbacher, der sich damit von der großen Bühne verabschiedete.

Rickenbacher betonte auch nochmals die guten Beziehungen zur Blaskapelle Peng, die die Rigispatzen immer gepflegt hatten. Er übergab Jörg Bösch und dem musikalischen Leiter von Peng, Harald Reiss, je einen Schirm, unter denen sie immer Schutz finden sollen. Bösch und Reiss revanchierten sich mit einem Überraschungspaket voll mit Stärkungen aus Baden-Württemberg. Außerdem brachte die Blaskapelle Peng auch musikalischen Grüße zum Abschied von Very Rickenbacher.

Dann aber legten sie los, die Peng-Musiker. Auch ihre Stilrichtung ist die böhmisch-mährische Blasmusik. Die Gesangseinlagen von Ute Beer und Hartmut Fischer wurden von den vielen hundert Besuchern mit viel Applaus belohnt. Jeder Musiker war auch wieder als Solist gefordert. Mit modernen Stücken und Soloeinlagen sorgten die Peng-Musiker für steigende Stimmung, die nach knapp fünf Stunden Blasmusik um Mitternacht endete. Für einen reibungslosen Service in der Halle sorgte an diesem Abend der Musikverein Aach-Linz.

 

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