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Pfullendorf Pfullendorfs Narren konnten glänzen

Die Narrenzunft der Stegstrecker bekommt ein großes Lob für die Organisation der Hauptversammlung der Vereinigung der schwäbisch-alemannischen Narrenzünfte (VSAN). Begeisterten Beifall gab es auch für den gelungenen Bunten Abend, den die Pfullendorfer Fastnachter auf die Beine gestellt hatten.

Jungfastnachterin Emma Rauschenberger war der ungekrönte Star des Samstagabends – sie begeisterte mit Loris Narr, dem Sohn von Zunftmeister Andreas Narr, die rund 800 Gäste des Bunten Abends in der Stadthalle. Die närrische Abendunterhaltung gehörte zum Programm der Hauptversammlung der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte (VSAN), die die Pfullendorfer Zunft ausrichtete. Beim Zunftmeisterempfang am Sonntagmorgen im Bürgersaal waren die Redner voll des Lobes über das Programm, das die Stegstrecker auf die Beine gestellt hatten. René Leuenberger aus Laufenburg und Andreas Kaltenbach aus Konstanz lobten den Auftritt des närrischen Nachwuchses aus der Linzgaustadt. Kaltenbach, der innerhalb der VSAN die Landschaft Bodensee-Linzgau-Schweiz vertritt, sah in Emma Rauschenberger bereits ein kommendes Talent auf der närrischen Bühne. "Die hot d' Fasnet im Fiedle", sagte der Chef der Konstanzer Blätzlebuebe. Nach den Reaktionen im Bürgersaal zu urteilen, sahen dies auch die anderen Zunftchefs so. Der Pfullendorfer Narrenwuchs hat mit seiner Uraufführung eines Fasnetsprüchles offensichtlich einen Erfolg gelandet. Und damit die Riege der Zunftmeister, die schon zahlreiche närrische Bühnenauftritte gesehen haben, völlig begeistert.

Gratulation zur gelungenen Organisation der Hauptversammlung: Andreas Narr, Chef der Pfullendorfer Stegstrecker, kann die Glückwünsche von Roland Wehrle, Präsident der Vereinigung der schwäbisch-alemannischen Narrenzünfte (VSAN), und dessen Vize Otto Gäng (von links) entgegennehmen. <em>Bild: Manfred </em><em>Dieterle-Jöchle</em>
Gratulation zur gelungenen Organisation der Hauptversammlung: Andreas Narr, Chef der Pfullendorfer Stegstrecker, kann die Glückwünsche von Roland Wehrle, Präsident der Vereinigung der schwäbisch-alemannischen Narrenzünfte (VSAN), und dessen Vize Otto Gäng (von links) entgegennehmen. Bild: Manfred Dieterle-Jöchle

Punkten konnten am Samstagabend in der Stadthalle auch die Schaalweiber mit ihrem Auftritt. Ihre Inszenierung zum Motto "Räuber und Gendarm" war bereits beim Zunftball 2017 zu sehen gewesen. Völlig neu inszenierten die Schneller ihren Beitrag für den Bunten Abend: Sie nahmen die VSAN und deren herausragende Vertreter ins närrische Visier. Diese mussten als Vertreter des "Gsindels" auf eine Strafinsel im Stadtsee – zum Schluss gab es das Lied des Gefangenchors aus der Verdi-Oper Nabucco. Leise Kritik gab es dafür, dass Narrenpolizist Walter Rossknecht, der durch das Programm des Bunten Abends führte, nicht überall zu hören war. Andreas Narr sagte gegenüber dem SÜDKURIER, dass damit zu rechnen gewesen sei, da angesichts von 800 Gästen in der Halle auch das Foyer habe genutzt werden müssen.

Zum Zunftmeisterempfang anlässlich der VSAN-Versammlung am Sonntagmorgen im Bürgersaal kam Bürgermeister Thomas Kugler (hinten, links) im Häs. Die Stadt übernahm die Kosten des Empfangs. <em>Bild: Manfred </em><em>Dieterle-Jöchle</em>
Zum Zunftmeisterempfang anlässlich der VSAN-Versammlung am Sonntagmorgen im Bürgersaal kam Bürgermeister Thomas Kugler (hinten, links) im Häs. Die Stadt übernahm die Kosten des Empfangs. Bild: Manfred Dieterle-Jöchle

Auch das Programm für die Partner – darunter auch einige Männer – der Narren-Funktionäre kam offensichtlich gut an. Pfullendorfs Narrenchef zeigte uns am Sonntag ein Video, das ihm von begeisterten Teilnehmern geschickt wurde. Zu sehen waren schunkelnde Frauen, die offensichtlich viel Spaß am närrischen Programm im "Lamm" hatten. In Workshops wurde unter anderem gezeigt, wie Strohschuhe hergestellt werden. Ferner konnten die Partner, während ihre Männer, beziehungsweise Frauen sich mit wichtigen Verbandsangelegenheiten beschäftigten, die Stadt kennenlernen. Eine Räuber- und eine Kellerführung hatten die Stegstrecker für ihre rund 200 Gäste im Angebot. Ganz eigene Erfahrungen mit Pfullendorfer Kellern machte René Leuenberger, Zunftmeister der Narro Altfischerzunft 1386 aus der Hochrhein-Gemeinde Laufenburg. Er habe sich im Felsenkeller des Hotels Adler verlaufen, gab er am Sonntagmorgen zum Gaudium der Anwesenden preis.

Die Schaalweiber der Pfullendorfer Stegstrecker-Zunft begeisterten mit ihrem Auftritt beim Bunten Abend anlässlich der Hauptversammlung der Vereinigung der schwäbisch-alemannischen Narrenzünfte in der Stadthalle. <em>Bild: Günther </em><em>Brender</em>
Die Schaalweiber der Pfullendorfer Stegstrecker-Zunft begeisterten mit ihrem Auftritt beim Bunten Abend anlässlich der Hauptversammlung der Vereinigung der schwäbisch-alemannischen Narrenzünfte in der Stadthalle. Bild: Günther Brender

Roland Wehrle, Präsident der VSAN, lobte Pfullendorfs Narrenchef für die reibungslose Organisation der Hauptversammlung. Er testierte, dass in Pfullendorf das Herz der Fasnet schlage. Bürgermeister Thomas Kugler, beim Zunftmeister-Empfang im närrischen Häs, dankte den heimischen Narren ebenfalls. Er pries in seiner Rede den Wert der echten Fasnet, so wie sie in Pfullendorf gelebt werde. Diese sei viel besser als die Fernseh-Fasnet, die aus seiner Sicht niemanden hinter dem Ofen hervorlocke. Zunftchef Andreas Narr nahm das Lob entgegen, betonte aber, dass die Organisation der VSAN-Hauptversammlung ohne das Engagement zahlreicher Mitglieder der Stegstrecker-Zunft nicht zu stemmen gewesen wäre.

Karin Narr zeigt den Gästen deren Plätze für den Bunten Abend. <em>Bild: dim</em>
Karin Narr zeigt den Gästen deren Plätze für den Bunten Abend. Bild: dim

Landrätin Stefanie Bürkle sorgte mit ihrer Rede dafür, dass es Protest-Töne aus der Runde gegen den VSAN-Chef gab. Bürkle warb dafür, dass jeder Zunftchef seiner Frau eine Alno-Küche kaufen könnte, um der "Neuen Alno GmbH" den Start zu erleichtern. Zuvor hatte sie sich für mehr Frauen in Leitungsfunktionen der VSAN stark gemacht. Als Wehrle sagte, dass die Küche der richtige Ort für Frauen wäre, wurde das Uijuijui-Lied angestimmt.
 

Fasnet in der Stadt ohne Abstriche

Pfullendorfs Narrenchef Andreas Narr zog in einem Gespräch mit dem SÜDKURIER eine erste Bilanz der VSAN-Versammlung und blickt auf die bevorstehende Fasnet in der Stadt:

Für die Zunft haben sich die Anstrengungen für die VSAN-Versammlung auch finanziell gelohnt. Dies sagte Stegsteckerchef Andreas Narr am Sonntagmorgen am Rande des Zunftmeisterempfangs in einem Gespräch mit dem SÜDKURIER – die Endabrechnung lag noch nicht vor. Vor der Großveranstaltung mit gut 800 Teilnehmern hatte Narr gesagt, wenn am Ende ein finanzielles 0:0 stehe, sei er auch zufrieden. Hohe Kosten hatte vor allem der Bus-Service verursacht – alleine drei große Busse waren im Einsatz, um Teilnehmer der VSAN-Versammlung zu transportieren. Stolz ist Narr auf die Zunft, denn ohne die hohe Bereitschaft der Mitglieder, sich zu engagieren, sei ein solcher Kraftakt nicht zu leisten. Zumal es klar gewesen sei, dass es deswegen keine Einschnitte für die Fasnet in der Stadt geben soll. So wurde parallel die Anklageschrift fürs Stegsteckergericht geschrieben und ein Angeklagter gefunden. Der Name des Delinquenten soll erst am Mittwoch verraten werden. Daneben blickt die Zunft auf das große Narrentreffen 2020 anlässlich des Stadtjubiläums und warb am Wochenende kräftig dafür.

Thema Sicherheit: Bürgermeister Thomas Kugler unterstütze die Zunft, was Auflagen für Fasnetsumzüge anlange, sagte Andreas Narr. Kugler hatte während der VSAN-Versammlung in der Stadthalle die immer stärkeren Sicherheitsauflagen kritisiert. Diese seien nicht mehr zu akzeptieren, so Kugler. Er befand sich damit auf einer Linie mit VSAN-Präsident Roland Wehrle. Dieser hatte während des Zunftmeisterempfangs am Sonntagmorgen auch bei Landrätin Stefanie Bürkle um Entgegenkommen für die Zünfte im Kreis Sigmaringen geworben. (dim)

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