Pfullendorf Pfullendorf: Neuer Bürgerbus wird offiziell übergeben

Neues Fahrzeug des Bürgerbusvereins kostet 94 000 Euro und aktuell kutschieren 27 ehrenamtlichen Fahrer die Passagiere montags bis samstags im Einstunden-Takt durch die Stadt, wobei eine Fahrt einen Euro kostet.

Nach mehr als 300 000 Fahrkilometern wurde der alte Bürgerbus gestern offiziell durch ein neues Fahrzeug ersetzt, das sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen kann. In prallem Rot kutschieren künftig die aktuell 27 ehrenamtlichen Fahrer ihre Gäste montags bis samstags im Einstunden-Takt für einen Euro durch die Stadt. In der Werkstatthalle des Autohauses Fritz sprach Altbürgermeister Hartmuth Dinter, Vorsitzender des Bürgerbusvereins, von einem "denkwürdigen Tag", denn bei der Vereinsgründung im November 2008 hätte niemand gedacht, dass sich dieses Projekt so erfolgreich entwickele. "Allein im Dezember 2016 hatten wir 1400 Fahrgäste", nutzte Dinter die Gelegenheit, um an die verstorbene Stadträtin Gisela Franke zu erinnern, ohne deren Einsatz die Busidee nach seiner Überzeugung nicht umgesetzt worden wäre. "Ich bin stolz und dankbar, dass ich einem solchen Verein vorstehe", wandte sich Dinter abschließend an seine Fahrer.

94 000 Euro kostet das neue Fahrzeug, wobei das Land einen Zuschuss von 30 000 Euro gewährte und der Rest von der Stadt finanziert wird. "Es gab im Gemeinderat keine Diskussion über die Notwendigkeit dieser Ausgabe", bezeichnete Bürgermeister Thomas Kugler diese Anschaffung auch als Honorierung der ehrenamtlichen Arbeit der Fahrer. "Sie erfüllen eine wichtige soziale Aufgabe und ermöglichen vielen Bürgern eine gewisse Mobilität", dankte der Rathauschef dem fast komplett anwesenden Fahrerteam. Stadtpfarrer Marthino Dias Mertola segnete im Anschluss den Bus und dann inspizierten alle nochmals das Gefährt, das acht Personen großzügig Platz und dem Fahrer viel Komfort bietet.

Das Automatikgetriebe erleichtert die Arbeit und mit dem tollen Outfit hoffen die Verantwortlichen, dass sich noch mehr Frauen und Männer für den ehrenamtlichen Fahrdienst melden. Auch der Einstieg ist für die Fahrgäste, und besonders für Rollstuhlfahrer oder Frauen mit Kinderwagen, dank Niederflurtechnik viel bequemer. Auch deshalb stufte Thomas Kugler das Gefährt in die Profiklasse ein, das in den nächsten Monaten äußerlich noch mit einigen Werbebannern verziert wird. Und der alte Bus findet gleichfalls eine gute Verwendung. Gemeinderat Karl Fritz, auf dessen Autohausgelände der Bus geparkt wird, hatte die Idee, das Fahrzeug der Jugendabteilung des SC Pfullendorf zukommen zu lassen, wobei Sponsoren die nötigen Reparaturen ermöglichen.

Bürgerbus

Der Bus kostet 94 000 Euro, wobei es vom Land einen Zuschuss von 30 000 Euro gab. Die Kommune unterstützt den Bürgerbusverein auch sonst. So sind im Doppelhaushalt 2017/2018 jeweils 1000 Euro für die medizinischen Untersuchungen der Fahrer vorgesehen, dazu 1500 Euro für Steuern, Versicherungen und Schadensfälle sowie 2000 Euro für den Geschäftsaufwand und 12 000 Euro für die Fahrzeughaltung, 500 Euro für Gebühren der Personenbeförderungsscheine und 1000 Euro gibt es für die Busausstattung. Der Bürgerbus verkehrt seit 2009 von Montag bis Samstag im Ein-Stunden-Takt im Stadtgebiet und wird aktuell von 27 ehrenamtlichen Fahrern gesteuert. (siv)

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